Internationale Webseite - welches Recht

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

Moderator: FDR-Team

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21594
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 14.08.18, 14:34

rabab hat geschrieben:Der fiktive Webdesigner hätte, in diesem hypothetischen Beispiel, seinem Bekannten gesagt, dass er nach vielen Jahren wieder Interesse am Webdesign findet und sich wieder mit diesem Thema beschäftigt. Daraufhin hat der fiktive Bekannte gesagt, super, er brauche eine Seite. Es steht also kein Auftrag dahinter. Der Bekannte würde, in diesem Beispiel, einfach ein paar Wünsche äußern - Farbgestaltung, Seitenaufteilung, etc. - und der Webdesigner würde das, wenn er denn Lust hat, das übernehmen. Wenn die Seite letztlich dem Bekannten nicht gefällt, braucht er sie ja nicht zu nehmen.
Das ist eine schöne und sicherlich liebliche Geschichte. Sie wird aber die Steuerbehörde wie auch den Richter wenig interessieren.
Wie Zafilutsche schon sagte. Geht's ans Porte­mon­naie, dann hört die Freundschaft auf und der fiktive Webdesigner muss sich fragen lassen, inwieweit er seine Arbeit korrekt ausgeführt und den fiktiven Freund bzw. AG korrekt beraten hat.

Rabab hat geschrieben:Und ne Genfälligkeitsleistung wäre es wirklich, keine Schwarzarbeit. Also können sich die Gerichte ruhig zu Zähne dran aus beißen.
Problem dabei ist nur, dass der fiktive Webdesigner seine Unschuld beweisen muss, da das BGB in §612 eindeutig für solche Arbeiten eine Vergütung vorsieht.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

rabab
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 100
Registriert: 24.02.10, 14:40

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 14:48

Wieso Steuerbehörde? Da der fiktive Webdesigner wirklich nichts, absolut gar nichts für die Seite bekommen wird, braucht er doch auch keine Steuern zahlen. Oder etwa doch? Es wird doch wohl noch erlaubt sein, in Deutschland kostenlos für einen Freund etwas zu machen. Sonst dürften ja auch keine Freunde als Umzugshelfer einspringen.
Was den Richter betrifft, deswegen ja meine hypothetische Frage hier. Wenn der Webdesigner überhaupt für etwas verantwortlich gemacht werden kann, so sehe ich das zumindest - und lassen wir mal Streitigkeiten unter den Bekannten beiseite - ist der rein rechtliche Aspekt, was die Webseite angeht - Impressum, Verantwortlicher usw.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21594
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 14.08.18, 15:03

Keine Ahnung was ein fiktiver Webdesigner wissen muss. Nur soviel. Das was er wissen sollte, dafür kann er auch haftbar gemacht werden. Egal ob er dafür eine Vergütung bekommen hat oder nicht und da kann er sich auch nicht mit einem Schriftstück frei kaufen.
In diesen Brunnen sind schon viele Anwälte, Architekten usw. gefallen, weil sie meinten einem Freund nur einen Gefallen getan zu haben.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

rabab
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 100
Registriert: 24.02.10, 14:40

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 15:13

Okay. wenn der fiktive Webdesigner nun eine Seite fertigt, welche nach deutschem Recht einwandfrei ist und diese auch als genau solche weiter gibt - meinetwegen auch schriftlich - kann er nach deutschem Recht haftbar gemacht werden, das ist mir völlig klar, damit habe ich auch keine Probleme. Dass sich der Webdesigner da auf den neusten Stand bringt sollte ja kein Problem sein. Was der Bekannte dann mit der Seite macht, sollte den Webdesigner dann doch eigentlich egal sein, oder sehe ich das schon wieder falsch?

Zafilutsche
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5859
Registriert: 24.07.07, 09:47
Wohnort: Rhein/Ruhrgebiet

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von Zafilutsche » 14.08.18, 15:23

rabab hat geschrieben: Es wird doch wohl noch erlaubt sein, in Deutschland kostenlos für einen Freund etwas zu machen. Sonst dürften ja auch keine Freunde als Umzugshelfer einspringen.
Wenn der "Freund_1 als Umzugsunternehmer tätig ist, dann ist das "einspringen" des Freunds_2 nicht so unproblematisch.
Das könnte in Konsequenz zu "Nachforderungen" führen (incl. Säumniszuschlägen) + evtl. Kosten für Anwalt und Gericht... :oops:
Hab da so eine Vater Sohn Konstellation im Hinterkopf wo Vater über Jahre etwas dem Sohn "zur Hand" ging. Da waren die "Nachzahlungen" auch nicht eingeplant gewesen. Wenn ich mich recht erinnere ging es damals um eine 5 stellige Summe. Aber das Problem hat wie erwähnt erst einmal der Auftraggeber und weniger der Auftragnehmer. Will man einem guten Freund helfen oder mit ihm Wahrscheinlichkeiten austesten?
rabab hat geschrieben:...kann er nach deutschem Recht haftbar gemacht werden, das ist mir völlig klar, damit habe ich auch keine Probleme.
Vergessen Sie bitte nicht, dass der Webdesigner mit seinem ganzen Privatvermögen haftet. (Das muß nicht viel sein, aber irgendwie ist das doch immer sehr viel für eine Privatperson :wink: )

rabab
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 100
Registriert: 24.02.10, 14:40

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 15:50

Da es offenbar wichtiger ist als ich dachte:
Der fiktive "Webdesigner" wäre eher ein Interessierter. Er hätte vor Jahren mal einen einzigen, ganz offiziellen Auftrag gehabt, dann aber nur als Hobby Webseiten gebastelt. Heute wäre er dann offiziell gar nicht mehr Berufstätig. Somit, denke ich, sollte der Freundschaftsdienst belegt sein.
Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, muss er dann eigentlich überhaupt noch haften? Bei grober Fahrlässigkeit auf jeden Fall aber auch, wenn es um verzwickte Sachen geht? Ansich ist er ja Laie und kann somit die nötige Ahnung kaum haben... geht mir jetzt gerade so durch den Kopf.

ktown
FDR-Moderator
Beiträge: 21594
Registriert: 31.01.05, 08:14
Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von ktown » 14.08.18, 15:58

Was dem fiktiven Webdesigner so durch den Kopf geht, ist sein Privatvergnügen und letztlich kann er hier keine Beratung erwarten.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

rabab
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 100
Registriert: 24.02.10, 14:40

Re: Internationale Webseite - welches Recht

Beitrag von rabab » 14.08.18, 16:25

Ich glaube ja nicht, dass er Beratung erwartet. Ihn interessiert nur die Rechtslage.

Antworten