Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartphone

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Tom Ate
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Tom Ate » 20.11.18, 21:45

Sie fragen, weil der Verdacht noch oberflächlich ist.
Der Verdåchtige räumte den Verdacht relativ einfach aus.
Fertig.

Ähnlich wie Pusten bei Autofahrern.


Hätte er abgelehnt.
Die Ermittlungen hätten den Verdacht vielleicht ausgeräumt oder erhärtet. Bei erhärtem Verdacht hätte eine Durchsuchung die Folge sein können.


Was hat er gemacht? Kurz gezeigt welche E-Mail Konten eingerichtet sind.
Das ist kaum eine Preisgabe von persönlichen Informationen

gmmg
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von gmmg » 20.11.18, 22:49

Das Ignorieren von offensichtlichen Dingen fällt schwer, was?
Der Verdåchtige räumte den Verdacht relativ einfach aus.
Ich glaube kaum, dass die Beamten so einfältig sind. Im Gegensatz zu einem Alkoholtest, der eine Alkoholisierung praktisch ausschliesst, wird durch die Inspektion eines E-Mailclients überhaupt nichts ausgeschlossen, da es beliebige andere Zugänge geben kann und andere Konten geben konnte.
Die Ermittlungen hätten den Verdacht vielleicht ausgeräumt oder erhärtet. Bei erhärtem Verdacht hätte eine Durchsuchung die Folge sein können.
Hätte, hätte, Fahradkette. Und was soll eine Durchsuchung nach solch einer Vorwarnung noch bringen, außer Zeit zu vergeuden? Den Bürger zu drangsalieren und seiner Arbeitsmittel zu berauben ist meines Wissens nicht Aufgabe der Polizei.
Sie fragen, weil der Verdacht noch oberflächlich ist.
Oder diese Fachkräfte fischen gewaltig im Trüben, und zwar nach ganz kleinen Fischen.

Alf_EF
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Alf_EF » 20.11.18, 23:17

Danke schon mal für eure ganzen Überlegungen.
Mir ist noch eingefallen, dass die beiden nicht mal meinen Ausweis sehen wollten.
Sie fragten zwar danach, ich sagte, dass er im Auto ist.
Aber als Sie dann wieder abrückten wurde nicht nochmal danach gefragt, obwohl bekannt war, dass ich hier nicht alleine wohne.

windalf
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von windalf » 21.11.18, 08:17

Ähnlich wie Pusten bei Autofahrern.
Eben. Macht auch keiner der ganz bei Trost ist freiwillig mit...
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Alf_EF » 21.11.18, 09:04

@windalf

Wenn allerdings die Karre des zu kontrollierenden Felgen so groß wie Gullideckel, Auspuffrohre so dick wie Oberarme und bunte Led Lämpchen hat, wo normalerweise keine sind und
die Beamten keine Anstalten machen, dies anzukreiden, dann sollte man sich vielleicht doch auch überlegen dem Pustetest einfach freundlich zuzustimmen :)
...aber wir schweifen ab.

winterspaziergang
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von winterspaziergang » 21.11.18, 09:08

Alf_EF hat geschrieben:Danke schon mal für eure ganzen Überlegungen.
Mir ist noch eingefallen, dass die beiden nicht mal meinen Ausweis sehen wollten.
Sie fragten zwar danach, ich sagte, dass er im Auto ist.
Aber als Sie dann wieder abrückten wurde nicht nochmal danach gefragt, obwohl bekannt war, dass ich hier nicht alleine wohne.
:lol: Wird immer besser.
:arrow: Das Ganze spielt nicht zufällig in der Schweiz oder Grenznähe und ein Familienmitglied ist Thailänderin? oder kommt das noch?

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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Alf_EF » 21.11.18, 09:17

Nein, es spielt genau in der Mitte von Deutschland und wir sind alle Ureinwohner.

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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von gmmg » 21.11.18, 11:19

windalf hat geschrieben:Eben. Macht auch keiner der ganz bei Trost ist freiwillig mit...
Wie oft hast du dich schon geweigert?

windalf
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von windalf » 21.11.18, 12:43

gmmg hat geschrieben:
windalf hat geschrieben:Eben. Macht auch keiner der ganz bei Trost ist freiwillig mit...
Wie oft hast du dich schon geweigert?
Geweigert klingt so als ob das ein Zwang wäre. Als mir so eine Trulla hinten draufgefahren ist wurde ich von der Polizei gefragt ob ich mit einem solchen Test einverstanden bin. Ich habe erklärt ich bin damit nicht einverstanden und damit hatte es sich dann.
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von gmmg » 21.11.18, 14:24

Na schön, aber warum sollte es so heikel sein ("nicht ganz bei Trost") bei einer Atemalkoholkontrolle mitzuwirken, außer im Falle, dass man tatsächlich was getrunken hat? Zufallsfunde und falsch-positive Ergebnisse sind doch praktisch ausgeschlossen.

Deputy
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Deputy » 21.11.18, 15:14

Alf_EF hat geschrieben:@ktown:
Ich fande für die aktuelle Geschichte Computer- und Onlinerecht passend, da es ja um irgendeine E-Mail Adresse geht.
Das hat aber trotzdem nichts mit Computer-/Onlinerecht zu tun, sondern ausschließlich mit Strafprozeßrecht.
Alf_EF hat geschrieben:Nachdem die Beamten, welche mich zuhause zeitgleich besuchten aber nichts fanden, bekam sie erneut Besuch und es wurde ihr gesagt, dass sich der Verdacht in Luft aufgelöst hätte.
Damit hat die Maßnahme ihren Zweck erfüllt und Du bist aus dem Verdacht raus - was ist daran negativ?
windalf hat geschrieben:Na klar ist das dumm. Es kann dabei ja irgendwas anderes gefunden werden was mit dem eigentlich Tatvorwurf nichts zu tun hat und schon bekommt man was an den Karren
Das setzt aber voraus, dass man selbst etliche Straftaten begangen hat und entsprechende Beweise bei einem rumliegen. Darüber hinaus muss man sich mal anschauen, wie oft tatsächlich bei Durchsuchungen Sicherstellungen / Beschlagnahme nach § 108 StPO stattfinden. Natürlich hat da hier keiner einen Einblick, für Paranoia reichts aber trotzdem bei einigen :roll:
windalf hat geschrieben:
Ähnlich wie Pusten bei Autofahrern.
Eben. Macht auch keiner der ganz bei Trost ist freiwillig mit...
Damit entlasten sich regelmäßig Leute und ich hab auch schon mehr als einen Anwalt erlebt, der das ausdrücklich empfiehlt, vorausgesetzt man ist tatsächlich nüchtern.

Und ich habe auch schon erlebt, dass Fahrer dann - nachdem im Blut tatsächlich kein Alkohol gefunden wurde - die Kosten ersetzt haben wollten, vor Gericht aber abgeblitzt sind. Begründung: Es lagen deutliche Hinweise auf eine Alkoholisierung vor, sie hatten die Möglichkeit das mit einem Atemalkoholtest auszuräumen, wollten aber nicht => selbst schuld.

Man hat bei so Kontrollen gewisse Rechte, was ausdrücklich zu begrüßen ist; diese Rechte immer und aus Prinzip auf äußerste Auszureizen führt aber nicht immer zu Vorteilen. Gerade hier werden solche Rechte regelmäßig in Situationen befürwortet, für die sie nicht gedacht sind.

Darüber hinaus hat jeder Beschuldigte das Recht, Beweiserhebungen zu seiner Entlastung zu beantragen und muss darüber auch belehrt werden. So eine Beweiserhebung kann auch ein Atem-/Blutalkoholtest sein - und der Atemalkoholtest ist es eben auch regelmäßig eine entlastende Beweiserhebung.

Tom Ate
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Tom Ate » 21.11.18, 18:50

windalf hat geschrieben:
Ähnlich wie Pusten bei Autofahrern.
Eben. Macht auch keiner der ganz bei Trost ist freiwillig mit...
Muss man nicht, wenn man mit den Folgen leben mag.

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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von gmmg » 21.11.18, 19:06

Deputy hat geschrieben:Das setzt aber voraus, dass man selbst etliche Straftaten begangen hat und entsprechende Beweise bei einem rumliegen. Darüber hinaus muss man sich mal anschauen, wie oft tatsächlich bei Durchsuchungen Sicherstellungen / Beschlagnahme nach § 108 StPO stattfinden. Natürlich hat da hier keiner einen Einblick, für Paranoia reichts aber trotzdem bei einigen.
Wie du selbst besser wissen müsstest, muss man überhaupt nichts begangen haben, um mit Maßnahmen von Strafverfolgunsbehörden überzogen zu werden. Diese anschaulichen Fall habe ich ja schon genannt. Es ist ansolut grotesk, aufgrund welch hahnebüchener Begründungen Duchsuchungen stattfinden.

Und wer da gern Paranoia schiebt, wird hier deutlich:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/hausdurchsuchungen-bei-netzaktivisten-chaos-computer-club-kritisiert-polizeivorgehen-a-1216463.html hat geschrieben:Kurios mutet eine Szene während der Durchsuchung des von Bartl mitbetriebenen Projekts OpenLab in Augsburg an: An einer Tafel fanden die Beamten chemische Formeln, im gleichen Raum diverse Chemikalien. Sofort nahmen sie alle Anwesenden, auch Bartl, in Gewahrsam und durchsuchten weitere Räume. In kürzester Zeit stellte sich heraus, was die Festgenommenen laut eigener Angabe schon vor Ort erklärt hatten: Bei den Chemikalien handelte es sich es um handelsübliches Zubehör für den 3D-Druck und das Ätzen von Platinen. Auch landete in einer Tüte der Spurensicherung ein Gegenstand aus dem 3D-Drucker, in Form einer Bombe. Auf der dazugehörigen Beschriftung ist als Delikt "Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion" aufgeführt. Auf Internetmusikbörse [Name geändert] ist der Gegenstand übrigens hier in Aktion zu sehen.

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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von Deputy » 21.11.18, 19:27

Ja, das passiert - weil Polizisten auch nur Menschen sind und nicht alles vor Ort richtig einschätzen können. Und dann wird eben auch mal etwas sichergestellt und überprüft, was nicht hätte sichergestellt werden dürfen.

Die Frage ist nur: wie oft kommt so etwas vor? Und die Antwort ist: sehr selten. Aber das interessiert natürlich niemand, dessen Meinung feststeht. Man nimmt einen Einzelfall, wo es tatsächlich besser anders gelaufen wäre, und stellt den dar, als ob 99% der Fälle so ablaufen.

Ist natürlich Blödsinn, aber dann kann man sich wenigstens drüber aufregen ... die Realität? Geht gar nicht - viel zu langweilig ...

edit:
ich habe oben geschrieben:
was nicht hätte sichergestellt werden dürfen.

Der Satz ist so falsch, richtig hätte es heißen müssen "... was nach abschließender fachlicher Betrachtung nicht hätte sichergestellt werden dürfen".

gmmg
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Re: Besuch von Polizei mit freiwilliger Computer-und Smartph

Beitrag von gmmg » 21.11.18, 20:59

Deputy hat geschrieben:Ja, das passiert - weil Polizisten auch nur Menschen sind und nicht alles vor Ort richtig einschätzen können. Und dann wird eben auch mal etwas sichergestellt und überprüft, was nicht hätte sichergestellt werden dürfen.
Immer dieselben Ausreden. Aber so kann man hier nicht abwiegeln. Es gibt Verantwortliche, die so etwas initieren, und andere, die es prüfen und absegnen. Und denen sind die Hintergründe sehr wohl klar.
Wird denn überhaupt versucht, jemand für solche Vorgänge zu Rechenschaft zu ziehen? Stellt den Verantwortlichen mal jemand die Bude auf den Kopf, entzieht ihnen die Arbeitsmittel und zerrt sie vor Gericht? Wohl kaum, da wird doch auf allen Ebenen die Sache kleingeradet, so wie Deputy es gerade auch demonstriert.
Deputy hat geschrieben:Die Frage ist nur: wie oft kommt so etwas vor? Und die Antwort ist: sehr selten.
Der ehemalige Verfassungsrichter Mellinghof sagt dazu:
http://www.taz.de/!5108848/ hat geschrieben:Aber die Zahl verfassungswidriger Durchsuchungen ist immer noch bedenklich hoch.
Und weiter im Text:
Wenn man liest, dass eine Wohnung wegen Falschparker-Bußgeldern in Höhe von 15 Euro durchsucht wird, kann man kaum glauben, dass Polizei und Justiz so furchtbar überlastet sind. Manchmal hat man den Eindruck, da geht es noch um etwas anderes als um Strafverfolgung.

Worum?

Zum Beispiel um Einschüchterung und Disziplinierung. Dazu sind Hausdurchsuchungen im Rechtsstaat aber ganz sicher nicht da.

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