Computerbetrug wegen inoffiziellem Pay-Tv

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Kleingärtner
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Computerbetrug wegen inoffiziellem Pay-Tv

Beitrag von Kleingärtner » 29.03.19, 20:03

Guten Abend,
ich hoffe, ich bin mit meiner Frage im passenden Bereich gelandet.
ein Bekannter von mir hat vor einigen Jahren bei einem inoffiziellen Anbieter Pay-TV abonniert. Dieser Anbieter hat wohl, soweit ich meinen Bekannten verstanden habe, sein Abonnement über das Internet an seine Kunde verteilt. Dieser Vorgang nennt sich Cardsharing. Zu diesem Zweck hat mein Bekannter mehrfach Geldbeträge auf das Konto des Anbieters überwiesen. Nun ist der Anbieter wohl aufgeflogen, aber auch mein Bekannter bekam Post von der Staatsanwaltschaft, weil die oben genannten Überweisungen eben zugeordnet werden konnten.
Welche Konsequenzen drohen ihm gemäß der allgemeinen Rechtslage jetzt? Könnte er mit einem Bußgeld unter 90 Tagessätzen rechnen, dass noch nicht im Führungszeugnis erscheint? Oder droht sogar Freiheitsstrafe? Sind zudem noch weitere Konsequenzen wie Hausdurchsuchung zu erwarten?
Ein paar weitere Informationen noch:
Mein Bekannter ist nicht vorbestraft.
Seit 2016 nutzt er bereits die oben beschriebenen Leistungen nicht mehr.
Als ihm bewusst wurde, dass das Ganze verboten ist, hat er den Vertrag auslaufen lassen und sich ein reguläres Abo des betreffenden Pay-Tv Senders besorgt, dass er bis heute unterhält.

Wie sollte er sich jetzt am Besten verhalten?

Ach ja: Wie ist die Rechtslage?

Beste Grüße,

Kleingärtner

SusanneBerlin
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Re: Computerbetrug wegen inoffiziellem Pay-Tv

Beitrag von SusanneBerlin » 29.03.19, 21:10

Oder droht sogar Freiheitsstrafe?
Nein sicherlich nicht. :)
Grüße, Susanne

Zafilutsche
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Re: Computerbetrug wegen inoffiziellem Pay-Tv

Beitrag von Zafilutsche » 03.04.19, 14:41

Kleingärtner hat geschrieben: Als ihm bewusst wurde, dass das Ganze verboten ist, hat er den Vertrag auslaufen lassen und sich ein reguläres Abo des betreffenden Pay-Tv Senders besorgt, dass er bis heute unterhält.
Wie sollte er sich jetzt am Besten verhalten?
Kleingärtner hat geschrieben: … aber auch mein Bekannter bekam Post von der Staatsanwaltschaft.
ein Anhörungsbogen? (Als Beschuldigter einer Straftat?)
Oder soll der Bekannte als "Zeuge" eine Aussage tätigen?

Was wird denn wem vorgeworfen (Banden-Gewerbsmäßiger Betrug? / Unterschlagung? / Erschleichen von Leistungen?)
Wenn einem schon klar gewesen sein mußte, dass irgendeine Aktion gegen zivilrechtliche Verträge laufen muß oder ggf. ein Straftatbestand erfüllen könnte,
sollte am besten ein Anwalt bei der Formulierung von irgendwelchen Aussagen unterstützen, damit man nicht
versehentlich etwas schlimmer macht als es ohnehin schon ist. Das ist nur meine persönliche Einschätzung.

Kleingärtner
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Re: Computerbetrug wegen inoffiziellem Pay-Tv

Beitrag von Kleingärtner » 03.04.19, 19:31

Danke für deine Antwort. Also er hat gemeint, dass in dem Brief stand, dass beabsichtigt sei, das Ermittlungsverfahren an die für ihn zuständige Staatsanwaltschaft abzugeben. Es wurde anscheinend gegen den Typen ermittelt, der den inoffiziellen Dienst anbot und indolge dieser Ermittlungen sind halt über die Kontoverbindungen rausgekommen, dass er ein paar Mal Geld an den Typen überwiesen hat.

Mehr hat er nicht - also kein Anhörungsbogen oder so was.

Zafilutsche
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Re: Computerbetrug wegen inoffiziellem Pay-Tv

Beitrag von Zafilutsche » 04.04.19, 08:12

Wenn ihr "Bekannter" nicht selbst diesen Account mit weiteren "geshared" d.h. Gelder eingesammelt und diese an den illigalen "Anbieter" weiter geleitet hat, ist das Risiko
das er selbst im Dunstkreis der Tatverdächtigen kommen wird, m.E. geringer. Bei höheren Geldbeträgen/mehreren Unterkunden steigt hingegen die Wahrscheinlichkeit ins Visir
der Ermittlungen zu kommen. Aber dann sieht die Post mit den Textinhalten m.E. eben anders aus.
Ob ein geschädigtes Unternehmen welches "Pay TV" anbietet, noch theoretisch offene Gebühren/Beiträge als "Schadenersatz" einfordern könnte, sei mal dahingestellt.
Ich persönlich glaube kaum, dass das Geschädigte Unternehmen einen heute "normal zahlenden Kunden" verklagen wird. Aber es kommt eben auf die Schadenshöhe an.

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