Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

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JamesBond007
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Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Beitrag von JamesBond007 » 04.10.19, 11:02

Hallo zusammen,
nun hat es mich leider auch erwischt und ich bin einem Kleinanzeigen Betrüger aufgesessen. Da ich überhaupt keine Ahnung von der rechtlichen Thematik habe, würde ich um Eure Meinung/Einschätzung zu der Thematik bitten. Und zwar ist der Sachverhalt ein folgender:

Ich habe ein Produkt bei Kleinanzeigen im hohen dreistelligen Bereich erworben und dieses nicht erhalten. Leider habe ich mich nach einigen Tagen Kontakt mit dem Käufer über Kleinanzeigen dazu hinreißen lassen (er machte eigentlich keinen unseriösen Eindruck) den Betrag per Überweisung am späten Abend zu bezahlen. Am nächsten Morgen bekam ich die Nachricht, dass das Konto des vermeintlichen Verkäufers gesperrt wurde. Habe sofort bei meiner Bank angerufen und die Wertstellung der Überweisung noch zu stoppen. Und auch mit der Empfängerbank (XY) Kontakt aufgenommen und vom vermeintlichen betrug mit dem Konto berichtet. Leider wollte meine Bank, obwohl es vermeintlich noch rechtzeitig gewesen wäre, keinen „Überweisungsrückruf mit Haftungsfreistellung“ der XY-Bank zusenden, nur einen elektronischen. Den die XY-Bank, so musste ich später erfahren, grundsätzlich ablehnt. Mehrere Gespräche mit beiden Banken blieben leider ergebnislos, da meine Hausbank nicht die von der XY-Bank gestellt Forderungen nachkommen wollte.

Durch die Sperrung konnte ich auch keine Nachrichten mehr an den „Verkäufer“ schicken, kenne ich keine weiteren Kontaktdaten neben seinem Kleinanzeigen Konto. Jegliche Anfragen blieb unbeantwortet, auch nach Wochen ist natürlich kein Produkt gekommen. Schaut man sich im Netz um, so wurden mit dem Konto (unter verschiedenen Orten und verschiedenen vermeintlichen Namen) eine Vielzahl weiterer Käufer betrogen. Die ebenso Geld auf dasselbe Konto überwiesen haben, ohne Ware zu erhalten.

Vermeintlich gibt es den Kontoinhaber wirklich, evtl. ist er aber nicht der Betrüger. Sondern hat nur für diese, wissentlich oder grob fahrlässig unwissentlich, ein Konto per Video-Ident bei der XY-Bank eröffnet. Das die Betrüger dann für Ihre Zwecke nutzen konnten.

Ich habe also leider weder irgendwelche Kontaktdaten vom Kontoinhaber, noch eine Anschrift. Sodass ich ihn weder kontaktieren kann zwecks Forderung Erfüllung/Lieferung bzw. auch keine Anzeige gegen eine konkrete Person machen kann. Da ich weder weiß, ob es die Person tatsächlich gibt, noch ob es der Täter ist, wenn es die Person geben sollte.
Ist eine Anzeige sinnvoll, wenn es Kontoinhaber wirklich gibt und dieser fahrlässig für die Betrüger ein Konto eröffnet hat?
Die Chance Täter zu ermitteln ist vermutlich nicht hoch, an das Geld zurück zu bekommen vermeintlich noch geringer. Möchte dem verlorenen Geld jetzt nicht noch weiteres (Kosten Anwalt, Gericht, o.ä) hinter schmeißen.
Was würdet Ihr in meiner Situation tun - wie ist da die Rechtslage?

Danke für Hilfe und Ratschläge.
Zuletzt geändert von ktown am 04.10.19, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.

SusanneBerlin
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Re: Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Beitrag von SusanneBerlin » 04.10.19, 11:14

Eine Anzeige mit Strafantrag bei der Polizei ist völlig kostenlos, und den Verkäufer gerichtlich auf Rückzahlung des Kaufpreises verklagen können Sie sowieso nicht, da Sie dazu seine ladungsfähige Anschrift kennen müssten.

Da dürfte die Entscheidung über das Vorgehen sehr leicht fallen - mehr als den Betrug anzeigen und Strafantrag gegen Unbekannt stellen können Sie nicht tun.
Grüße, Susanne

SusanneBerlin
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Re: Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Beitrag von SusanneBerlin » 04.10.19, 13:41

JamesBond007 hat geschrieben:Vermeintlich gibt es den Kontoinhaber wirklich, evtl. ist er aber nicht der Betrüger. Sondern hat nur für diese, wissentlich oder grob fahrlässig unwissentlich, ein Konto per Video-Ident bei der XY-Bank eröffnet. Das die Betrüger dann für Ihre Zwecke nutzen konnten.
Sicher, natürlich ist es möglich, dass der Kontoinhaber völlig unschuldig ist und nichts von der Abzocke wusste, aber welche Rolle spielt das für die Betrogenen und zukünftige weitere Opfer? Soll man deswegen untätig zusehen wie der Betrüger sein Spiel weiter betreibt? Wie eröffnet man eigentlich unwissentlich (=versehentlich) ein Konto?
Grüße, Susanne

Zafilutsche
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Re: Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Beitrag von Zafilutsche » 08.10.19, 11:01

Das Spiel habe ich leider auch miterleben dürfen.
Anzeige erstattet (weil die Banken keine Auskünfte geben dürfen wer der Verfügungsberechtigte Kontoinhaber ist), dann ging das von der Staatsanwaltschaft Oberhausen zur Staatsanwaltschaft Duisburg dann zur Staatsanwaltschaft Berlin und dann zur … ja wohin eigentlich?
Das ist echt z. Kot.....
Ich dachte/erhoffte das der mehr Aufwand durch das doppelte authentifizierungsverfahren beim Onlinebanking das Risiko von "Geisterkonten" geschmälert würde, aber offenbar läuft die Nummer für die bösen Buben weiterhin gut.

ExDevil67
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Re: Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Beitrag von ExDevil67 » 08.10.19, 11:40

Ich würde auch sagen, jetzt Anzeige erstatten kostet nix. Über eine spätere Akteneinsicht dürfte man auch an die Daten des Kontoinhabers kommen und ob man den auf Rückzahlung verklagt kann man dann immer noch überlegen.

Zafilutsche
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Re: Betrug Internetauktionshaus [Name geändert] – Wie vorgehen?

Beitrag von Zafilutsche » 08.10.19, 12:16

Ich hatte 08/2017 die Anzeige gemacht und mein Anwalt schon mehrfach um Akteneinsicht gebeten. Im Ergebnis wurde auf die nächste Staatsanwaltschaft verwiesen.
Man kann die Leute nur nerven, nerven und Nochmal nerven. Ich hoffe jedenfalls dass ich die Daten mal bekomme und das ich dann auch denjenigen Auffordern kann das Geld (was ihm/ihr nicht gehört) zurück zu geben. :wink:

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