Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

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Namenlos200
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Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Namenlos200 » 28.10.19, 16:27

Hallo,

ein Gameserver möchte seinen Speilern für Spenden Vorzüge bieten welche ihnen keinen Spielerischen Vorteil bieten. Im Kern bezieht sich dies auf eine Kenntlichmachung als Spender ingame, eine bevorzugte Bearbeitung im Support und ein Rabatt im Servereigenen Premiumshop, zu letzterem komme ich noch einmal im Speziellen.

Diese Spenderschaft wäre in drei Stufen, Bronze Silber und Gold unterteilt. Jede der Stufen ist mit einem Spendenwert verknüpft, sagen wir 10, 25 und 50 Euro. Der Spieler hat die Möglichkeit über ein Dropdownmenü mehrere Monate auf einmal zu zahlen wobei er für jeden Zusätzlichen Monat 5% Rabatt erhält.

Nun kommt der knifflige Teil: Die Spendervergünstigungen sind als unverbindliches Dankeschön an den Spender gedacht und sollen auf Kulanzbasis funktionieren. Sprich der Spieler soll grundsätzlich keinen Anspruch auf die angegebenen Vergünstigungen haben. Ist das Rechtlich möglich?
Beispiel: Peter möchte Spender werden, er entscheidet sich für den Silberrang für 25 Euro und da er Sparen möchte entscheidet er sich weiter gleich 3 Monate im voraus zu zahlen um die angegeben 10% Rabatt zu erhalten. Kann die Spielleitung Peter nunmehr die damit verknüpften Vergünstigungen ohne Angabe von Gründen während des Spendernzeitraum entziehen? Könnte sie, sie ihm beispielsweise auf Grund von Fehlverhalten entziehen? Also kann ein solches Spendensystem rechtlich betrachtet, unverbindlich und auf Kulanzbasis funktionieren?

Das war die erste Frage, die zweite wäre der eingangs erwähnte Premiumshop.
Im Servereigenen Premiumshop würden spezifische Dienstleistungen für den Spieler angeboten werden welche entweder seinen Account betreffen (Zb. eine Namensänderung) oder Kosmetische Anwendungen auf seine Spielfigur (Z.b. Ein vom Server gestalteter Skin für sein Auto, oder seine Kleidung).
Hier wider ein Beispiel: Spieler Peter hat nun beschlossen sich auch noch einen neuen Skin für seine Spielfigur zu leisten und sich aus unerfindlichen Gründen In Kevin umzubenennen. Er Zahlt im Premiumshop nun also für diese beiden Dinge 35 Euro.
Kann dies ebenfalls als Spende verstanden werden oder leistet der Server Peter eine rechtlich verbindliche Dienstleistung? Wäre es möglich Peter diese vergünstigen wider zu Entziehen?
Also wenn Peter zum Beispiel am Folgetag einen Regelverstoß begeht und gebannt werden würde, so könnte er den am vortag bezahlten Skin für seine Spielfigur nicht mehr nutzen und würde selbstverständlich in diesem Falle auch kein Geld erstattet bekommen. Wäre das Rechtlich möglich?

Um vorzugreifen: Bei den beiden Fragen geht es nicht darum durch spenden steuern zu vermeiden. Gehen wir davon aus das der in diesem Beispiel genannte Server ein Gewerbe anmeldet und bereit ist sämtliche Spenden als einnahmen zu versteuern. Es geht hierbei im Kern um die Verbindlichkeit der angebotenen Vergünstigungen.

Ich wäre für Antworten unendlich Dankbar :)

MfG, Namenlos.

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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Tastenspitz » 28.10.19, 16:50

Das sind keine Spenden. Man kauft sich Vorteile ein.
Die verfallen, wenn man die Regeln nicht beachtet bzw. rausgeworfen wird. Das ist nichts ungewöhnliches und kann selbstredend in den AGB so vereinbart werden.
Andersherum wäre es ein Freibrief für alle Hacker sich da in Ruhe auszutoben, solange die Premiummitgliedschaft läuft.
Namenlos200 hat geschrieben:
28.10.19, 16:27
wenn Peter zum Beispiel am Folgetag einen Regelverstoß begeht und gebannt werden würde, so könnte er den am vortag bezahlten Skin für seine Spielfigur nicht mehr nutzen und würde selbstverständlich in diesem Falle auch kein Geld erstattet bekommen.
Wenn die Dienstleistung (neuer Skin) für das der Peter die 35 € berappt hat, erbracht wurde, ist der Vertrag erfüllt. Was danach ist steht auf einem anderen Blatt.
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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Namenlos200 » 28.10.19, 17:16

Schon mal danke für die Antwort :)

Es stellt sich die Frage wie verbindlich diese Dienstleistungen sind.
Wenn man also z.b. angeben würde das der Spieler sich beim kauf der Dienstleistung damit einverstanden erklärt das ihm selbige jeder Zeit ohne Angabe von Gründen entzogen werden kann, wäre das dann legitim? Wäre das Problem so einfach gelöst ohne gegen Verbraucher, oder Vertragsrecht zu verstoßen?

Das nächste wären die Unterstützerrränge an sich, z.b. die mit dem Rang einhergehende bevorzugte Behandlung im Support. Diese soll nicht als ein Anrecht des Spielers missverstanden werden. Es ist lediglich als ein Dankeschön für die Unterstützung gedacht welches auch nur dann Anwendung findet wenn dies umsetzbar ist (z.b. nur dann wenn auch genügend Supporter da sind um so etwas zu gewährleisten). Darf man das einfach in dieser Form in den AGB festlegen?

Von Spendern wird übrigens meist daher gesprochen, da dass spielen grundsätzlich kostenfrei ist und sich solche Projekte von freiwilligen Zahlungen leben. Die angebotenen Vorzüge beinhalten keine spielerischen Vorteile (PayToWin) und dienen eigentlich nur dazu die Spieler zum "spenden" zu animieren, bez. ihnen das Gefühl von Anerkennung zu vermitteln.

MfG, Namenlos.

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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Tastenspitz » 28.10.19, 17:33

Namenlos200 hat geschrieben:
28.10.19, 17:16
jeder Zeit ohne Angabe von Gründen entzogen werden kann
Das Nein.
Bisher war auch von einem Regelverstoß die Rede, welcher zur Sperrung führt.
Namenlos200 hat geschrieben:
28.10.19, 17:16
Darf man das einfach in dieser Form in den AGB festlegen?
Was? Das wenn kein Supporter da ist auch kein Support stattfindet? :)
Die Bevorzugung im Support wird sich kaum messen lassen und wenn man das schon mit Leveln verbindet tut man gut daran, auch hier keine verbindlichen Zusagen über Reaktionszeiten zu machen.
Er ist besser. Ende.
Ansonsten sollte man sich bezgl. AGB den Rat eines Fachmanns holen, wenn man das rechtssicher ausgestalten will. Das wird hier nicht möglich sein und ist auch gegen die Forenregeln.
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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Namenlos200 » 31.10.19, 10:24

Soweit Danke ^^
Bliebe nur noch die Frage ob in diesem Fall ein Widerrufsrecht zum tragen kommt?
Also kann der Kunde nach dem Kauf des Skins, oder der Buchung des Unterstützer-Rangs sein Geld zurück verlangen? Das würde das ganze sehr schwer umsetzbar machen.
Fällt das oben beschriebene Szenario unter eine der in §312g BGB gefassten Ausnahmen, ich habe Schwierigkeiten das zu deuten?

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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Tastenspitz » 31.10.19, 15:28

Suchen sie mal in §356 Abs. 5.
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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Namenlos200 » 31.10.19, 17:42

Danke, das ist Hilfreich :)

Eine andere unglaublich wichtige Frage wäre es wohl ob alle Skins dem Betreiber gehören müssen? Also Das Spiel selbst stammt nicht von der Server-Leitung, es wird nur von dieser betrieben und verändert (Letzteres ist vom Hersteller gestattet). Das heißt man betreibt und verändert lediglich eine Software an deren Grundfunktionen man keine Rechte hat. Wenn man nun sagt, Grundfunktion X kann man nur dann nutzen wenn man sich zuvor für sagen wir 1 Euro eine Premiummitgliedschaft kauft, treibt man dann nicht eigentlich Handel mit fremden Eigentum? Wäre so etwas zulässig, oder könnte man verklagt werden?
Wie sieht es aus wenn man lediglich die Möglichkeit gegen Geld anbietet und der Spieler sich die Funktion ingame selbst erspielen müsste? Es würde aber der Umstand bestehen bleiben das er nur durch eine Geldleistung Zugriff auf besagte Grundfunktion erhalten kann.

Erneut vielen Dank für mögliche Antworten ^^

Tastenspitz
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Re: Gameserver: Sind Spender-Vergünstigungen rechtlich Verbindlich??

Beitrag von Tastenspitz » 01.11.19, 07:47

Namenlos200 hat geschrieben:
31.10.19, 17:42
Wenn man nun sagt, Grundfunktion X kann man nur dann nutzen wenn man sich zuvor für sagen wir 1 Euro eine Premiummitgliedschaft kauft, treibt man dann nicht eigentlich Handel mit fremden Eigentum? Wäre so etwas zulässig, oder könnte man verklagt werden?
Klage von wem?
Wenn die Lizenzvereinbarung mit dem Spielehersteller das gestattet ist eine Klage von wem auch immer folgenlos. Und wenn die Vereinbarung das nicht gestattet sollte man es sowieso nicht machen.
Namenlos200 hat geschrieben:
31.10.19, 17:42
Wie sieht es aus wenn man lediglich die Möglichkeit gegen Geld anbietet und der Spieler sich die Funktion ingame selbst erspielen müsste? Es würde aber der Umstand bestehen bleiben das er nur durch eine Geldleistung Zugriff auf besagte Grundfunktion erhalten kann.
Suchen sie mal "Vertragsfreiheit" im Netz und lesen sie sich ein. Wenn der Anbieter hier sagt " kostet 1 Euro und dann mußt du noch 500 Diamanten sammeln so um die Rolle Zauberklopapier zu bekommen". Solange man Menschen findet, die das machen.....
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