Ablagevertrag (Wortsperre: Firmenname) , Urlaub, verspätete Lieferung

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Sascha_1975
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Ablagevertrag (Wortsperre: Firmenname) , Urlaub, verspätete Lieferung

Beitrag von Sascha_1975 »

Hallo,

ich habe nichts passendes gefunden, vielleicht war auch meine Suche nicht optimal angepasst.

Folgende Fragestellung:

Ein privater Käufer erwirbt Waren bei einem Verkäufer. Bei dem Bestellprozess wird ein Zustelldatum "von bis" seitens des Verkäufers genannt.
Die Versendung erfolgt über einen Transportdienstleister mit dem der private Käufer eine Abstellvereinbarung geschlossen hat.

Die Warenlieferung verspätet sich und wird nicht am "bis"-Tag zugestellt. Einen Tag später möchte der Käufer in den Urlaub fahren.
Der Käufer geht davon aus, dass das Paket innerhalb seiner grundsätzlichen Anwesenheit am Ablageort zugestellt wird und sieht dementsprechend keinen Grund die Abstellvereinbarung zu widerrufen, was auch sicherlich nicht von jetzt auf gleich geht. Das Paket bleibt jetzt aufgrund der Abwesenheit mehrere Tage frei zugänglich liegen, wenn es denn innerhalb des Urlaubs ankommen wird. Im besten Fall verzögert sich die Zustellung so stark, dass der Käufer wieder zu Hause ist und das Paket nur 2-3 Stunden öffentlich rum liegt.

Wer haftet nun im Verlustfall aufgrund dieses Szenarios?

ExDevil67
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Re: Ablagevertrag (Wortsperre: Firmenname) , Urlaub, verspätete Lieferung

Beitrag von ExDevil67 »

Da afaik der Ablagevertrag vorsieht das mit Ablage am Wunschort des Kunden die damit verbunden Risiken auf den Empfänger übergehen, dürfte es dessen Problem sein wenn jemand Drittes sich des Paketes bemächtigt.

Es sei denn der Verkäufer hätte den bis Liefertermin fest zugesagt und das ganze geht als Terminkauf durch. Dazu müsste man aber den Kaufvertrag kennen und das im B2C der Verkäufer fixe Liefertermine zusagt auf die er auch festgenagelt werden kann ist nach meinem Stand eher unüblich.

Gaia
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Re: Ablagevertrag (Wortsperre: Firmenname) , Urlaub, verspätete Lieferung

Beitrag von Gaia »

Sascha_1975 hat geschrieben:
13.08.20, 12:15
Wer haftet nun im Verlustfall aufgrund dieses Szenarios?
Der Käufer.

Wenn der Verkäufer eine Privatperson ist, ist er aus der Nummer raus, sobald er die Sendung an das Transportunternehmen übergeben hat. Handelt es sich um einen gewerblichen Verkäufer, ist der aus der Nummer raus, sobald der Transportunternehmer die Sendung zugestellt hat. Die Zustellung ist auch erfolgt, wenn der Transportunternehmer die Sendung an dem mit dem Empfänger vereinbarten Ablageort ablegt.

Die 'bis'-Angabe im Bestellprozeß klingt zwar nett, dürfte aber wohl eher keine zugesicherte Eigenschaft sein. Und selbst wenn sie das wäre, würde das an der grundsätzlichen Frage der Zustellung nichts ändern.

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