Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

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Smilie
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Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von Smilie »

Hallo in die Runde,

ein Verfahren wurde im November 2021 nach §153a nach Auflagenerfüllung eingestellt.

Die Tat wurde von der Beschuldigten im Juli 2018 - vermutlich aus persönlichen Unpässlichkeiten - für ca. 6 Monate begangen (Veröffentlichung privater, kopierter Fotos, auf sozialen Medien, weil Partner noch Kontakt zu Ex-Freundin hat).
Das "Opfer" stand gute 6 Monate mit sehr privaten Fotos online. Für das Opfer selber jedoch nicht auffindbar, da blockiert.
Es wurde eine Anzeige erstattet und die Beschuldigte wurde nach §153a verurteilt.

Wie lange hat das Opfer Zeit, eine Zivilklage einzureichen und welche Chancen bestehen? Was ist zu beachten?

Herzlichen Dank für alle Infos, die mir helfen!
hambre
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von hambre »

Smilie hat geschrieben:Wie lange hat das Opfer Zeit, eine Zivilklage einzureichen und welche Chancen bestehen?
Es gilt die regelmäßige Verjährungsfrist von 3 Jahren zum Jahresende. Die Frist beginnt mit an Zeitpunkt, an dem man Kenntnis von der Identität des Täters hatte.
Smilie hat geschrieben:Was ist zu beachten?
Hat der Täter pfändbares Einkommen oder Vermögen? Wenn nein, besteht die Gefahr auch dann auf den Prozesskosten sitzen zu bleiben, wenn man ihn gewinnt. Im Übrigen sollte man ohnehin einen Anwalt einschalten.
FM
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von FM »

Welchen Erfolg will man denn noch erreichen mit der Klage?
Chavah
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von Chavah »

Was will man denn überhaupt erreichen? Das mal bitte auf den Punkt genau formulieren. Dann sieht man weiter.

Chavah
Deputy
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von Deputy »

§153a ist keine Verurteilung, sondern ein "Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen" (nur zur Klarstellung - wurde unterschiedliche geschrieben).

Der Hinweis auf Verjährung macht auch keinen Sinn, das es sich um eine strafrechtliche Sache handelt - und die ist mit dem § 153a abgehandelt.

Ansonsten: siehe FM & Chavah
Gammaflyer
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von Gammaflyer »

Deputy hat geschrieben: 18.12.21, 09:59Der Hinweis auf Verjährung macht auch keinen Sinn, das es sich um eine strafrechtliche Sache handelt - und die ist mit dem § 153a abgehandelt.
Für die Frage der Zivilklage spielt Verjährung doch auch ein Rolle.
Chavah
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von Chavah »

.... aber nicht die strafrechtliche Verjährung.

Chavah
Deputy
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Re: Zivilklage nach Einstellung §153a sinnvoll und erfolgversprechend?

Beitrag von Deputy »

Bei näherer Betrachtung liege ich trotzdem falsch - die strafrechtliche Verjährung zählt idT nicht, aber die zivilrechtliche Verjährung besteht wie von hambre beschrieben : grundsätzlich 3 Jahre zum Jahresende.

Es gibt aber auch verschiedenen Möglichkeiten, wie die Ansprüche gehemmt werden können bzw. gelten bei einem vollstreckbaren Titel - den man zivilrechtlich bekommen kann - 30 Jahre.
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