Schenkung als Hypothekeneintrag

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Tevi
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Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von Tevi » 10.03.19, 18:01

Person A möchte zu Lebzeiten ihrem Sohn eine Schenkung zukommen lassen.
Sie verfügt aber über keine größere Summe Bargeld.
Besteht die Möglichkeit zu Lebzeiten eine Hypothek als Schenkung auf eine Imobilie einzutragen.
Wie verhält sich das im Erbfall, da noch 1 Kind vorhanden.

Welche Möglichkeiten gibt es ?

SusanneBerlin
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von SusanneBerlin » 10.03.19, 18:17

Hallo,
Besteht die Möglichkeit zu Lebzeiten eine Hypothek als Schenkung auf eine Imobilie einzutragen.
Ja das ist möglich.
Wie verhält sich das im Erbfall, da noch 1 Kind vorhanden.
Das kommt darauf an, wer Erbe wird, wie werthaltig die Erbmasse ist im Verhältnis zur lebzeitigen Schenkung und was die Erben tun werden.
Welche Möglichkeiten gibt es ?
Man könnte auch einen Anteil an der Immobilie verschenken oder auch die Immobilie als Ganzes.

Schlußendlich kann man auch die Immobilie verkaufen und das Geld verschenken.
Grüße, Susanne

hambre
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von hambre » 10.03.19, 19:39

Besteht die Möglichkeit zu Lebzeiten eine Hypothek als Schenkung auf eine Imobilie einzutragen.
Nach meiner Auffassung geht das nicht, bzw. hat nicht den gewünschten Effekt.

Die Hypothek ist lediglich eine Sicherheit, die für sich alleine genommen keinen Wert hat.

khmlev
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von khmlev » 10.03.19, 21:18

Da keine Forderung entsteht, die durch die Hypothek gesichert wird, steht diese m.E. dem Eigentümer als Eigentümergrundschuld zu.
Gruß
khmlev
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SusanneBerlin
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von SusanneBerlin » 10.03.19, 21:34

Die Forderung resultiert aus der (notariell beurkundeten) Schenkung über Betrag X, deren Fälligkeit bis zum Tod der Schenkerin aufgeschoben ist. Die Schenkung wird durch die Hypothek abgesichert. So hatte ich den TE verstanden.
Grüße, Susanne

hambre
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von hambre » 10.03.19, 22:43

Die Forderung resultiert aus der (notariell beurkundeten) Schenkung über Betrag X, deren Fälligkeit bis zum Tod der Schenkerin aufgeschoben ist. Die Schenkung wird durch die Hypothek abgesichert. So hatte ich den TE verstanden.
Ich hatte die Frage so verstanden, ob die Hypothek selbst bereits die Schenkung sei.

Eine auf den Tod der Schenkerin aufgeschobene Schenkung ist auch ziemlich sinnfrei, da man mit einer Enterbung des anderen Kindes das Gleiche erreichen würde.

Tevi
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von Tevi » 11.03.19, 18:49

Sohn wurde von Person A als Alleinerbe eingesetzt.

Person A möchte mit einer Hypothek als Schenkung den Pflichtteil des anderen Kindes im Todesfall zu reduzieren .
Deshalb die Frage wenn dies zu Lebzeiten von A als Hypothek eintagen würde, würde dies im Todesfall berücksichtigt ?
Wie kann der gewünschte Efekt erreicht werden .?

SusanneBerlin
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Re: Schenkung als Hypothekeneintrag

Beitrag von SusanneBerlin » 11.03.19, 19:02

Tevi hat geschrieben:Sohn wurde von Person A als Alleinerbe eingesetzt.

Person A möchte mit einer Hypothek als Schenkung den Pflichtteil des anderen Kindes im Todesfall zu reduzieren .
Deshalb die Frage wenn dies zu Lebzeiten von A als Hypothek eintagen würde, würde dies im Todesfall berücksichtigt ?
1. Wie versucht wurde, deutlich zu machen, bringt eine bloße Eintragung einer Hypothek nichts bzw. es ist gar nicht möglich ohne notarielle Schenkungsurkunde und Verschieben des Fälligkeitszeitpunkts eine Hypothek ins Grundbuch eintragen zu lassen.
2. Meines Erachtens würde der 10-Jahreszeitraum zum Abschmelzen des Pflichtteilergänzungsanspruchs NICHT anfangen zu laufen, wenn der Sohn den Anspruch auf Auszahlung erst nach dem Tod der Mutter erwirbt.
Wie kann der gewünschte Efekt erreicht werden .?
Mit einer Schenkung, die dem Sohn zur Verfügung steht z.B. der bereits erwähnten anteiligen Übertragung des Eigentums an der Immobilie. Oder einer Geldschenkung, die dem Sohn tatsächlich ausgezahlt wird und nicht nur auf dem Papier besteht.

Sie haben hier ein unmögliches Ziel: eine Verringerung des Nachlassvermögens um den Pflichtteilanspruch zu verringern, ohne etwas vom Vermögen wegzugeben. Das ist nicht möglich.
Person A möchte zu Lebzeiten ihrem Sohn eine Schenkung zukommen lassen.
Sie verfügt aber über keine größere Summe Bargeld.
Und die Immobilie möchte sie ihm auch nicht (anteilig) schenken?

Person A will dass eine Rechtsfolge eintritt, aber sie will nur "so tun als ob" die Voraussetzungen erfüllt ist. Das funktioniert nicht.

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