Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Moderator: FDR-Team

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Frau Biet
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Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von Frau Biet »

Hallo, wir wollen ein Berliner Testament aufsetzen, in dem der überlebende Ehegatte als Erbe eingesetzt wird. Wir möchten beide, dass nach dem Tode des zuletzt Verstorbenen, unter keinen Umständen, die Kinder erben! Es wird so formuliert, dass ausschließlich die Enkelkinder erben sollen. Allerdings sind diese noch ziemlich jung, so dass sie im Erbfall nicht volljährig sein werden. Kann man es so formulieren, dass das z.B. das Bargeld fest angelegt wird, so dass die Eltern der Kinder als Erziehungsberechtigte, es nicht für sich selbst verbrauchen können? Damit würden sie quasi durch die Hintertür doch von unserem Nachlass profitieren und die Enkel hätten bei Volljährigkeit nichts von dem Erbe.

Celestro
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von Celestro »

Da so ein Testament notariell beglaubigt werden muss, sollte man diese spezielle Vorgehensweise auch direkt mit selbigem besprechen.

lottchen
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von lottchen »

Wer soll denn das Geld für die dann noch minderjährigen Enkel anlegen? Doch sicher nicht die Eltern, dann wäre ja das Geld ggf. auch weg? Hat man eine außenstehende vertrauenswürdige volljährige Person, die als Nachlassverwalter / Testamentsvollstrecker eingesetzt werden könnte? Gehts um mehr als Geld, also auch um andere Werte? Die Pflichtteile für die Kinder sind kein Problem, die sind in bar vorhanden? Hier wird man nicht um einen Notar drumrumkommen.

Ich kenne einen Fall, da hat der minderjährige Sohn geerbt und der Onkel agiert jetzt bis zur Volljährigkeit teilweise als Testamentsvollstrecker und teilweise als Nachlaßverwalter für das Kind. Hier geht es auch um richtig viel Bargeld, um Immobilien usw. Da sollte man schon genau überlegen, was man will und wie man das absichern kann. Auch wenn der Notar dann deutlich was kostet - das ist es wert.
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Frau Biet
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von Frau Biet »

Es geht nicht um sehr hohe Geldsummen. So etwas ist auch schnell verbraucht, wenn man im Pflegeheim landet.Immobilien gibt es auch nicht. Daher halte ich auch einen Notar nicht für notwendig. Ich wollte einfach wissen, wie man so etwas präzise formulieren kann.

ExDevil67
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von ExDevil67 »

Frau Biet hat geschrieben:
01.07.20, 15:30
Daher halte ich auch einen Notar nicht für notwendig. Ich wollte einfach wissen, wie man so etwas präzise formulieren kann.
Doch ein Notar ist notwendig. Sich 2, 3 vermeintlich schlaue Sätze aus dem Internet zu kopieren bringt alles mögliche, aber kein wasserdichtes Testament.

lottchen
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von lottchen »

Für "präzise formulieren" ist dieses Forum aber nicht zuständig. Das dürfen wir hier auch nicht, selbst wenn wir es könnten. Das machen Leute wie Notar oder Anwalt gegen Bezahlung. Und die haften dann auch.

Auch wenn sie nicht als Erben eingesetzt sind stehen den Kindern ihre Pflichtteile zu. Und die Kosten von den Beerdigungen, Wohnungsauflösung, letzte Mieten usw. werden auch auch vom vorhanden Geld abgezogen, bevor das Erbe verteilt wird. Und da werden die Kinder Zugriff aufs Konto brauchen um das (im Nahmen der Enkelkinder = der Erben) zu bezahlen.
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WHKD2000
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von WHKD2000 »

lottchen hat geschrieben:
01.07.20, 15:58
Und da werden die Kinder Zugriff aufs Konto brauchen um das (im Nahmen der Enkelkinder = der Erben) zu bezahlen.
will sie ja gerade nicht.
Um zu vermeiden,daß die Enkel ggf. nichts mehr vom Erbe haben.

:engel:

ExDevil67
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von ExDevil67 »

Ändert aber nix daran das die eigenen Kinder, auch wenn diese zu Gunsten der Enkel enterbt werden, sich als nächste (geschäftsfähige) Angehörige sich um Dinge wie Beerdigung und Wohnungsauflösung kümmern (müssen) und einen Anspruch darauf haben das ihnen diese Kosten aus dem Erbe erstattet werden. Natürlich kann man verhindern das die Kinder direkt selber Zugriff bekommen, aber dann sollte man auch einen Plan B parat haben wie die berechtigten Ansprüche dann erstattet werden sollen.

Wobei die Gefahr das die Enkel nix mehr vom Erbe haben auch so besteht. A) weiß keiner was konkret am Tag X zu vererben ist und was an Kosten anfällt und B) vom Rest wären dann die Pflichtteile der enterbten Kinder zu bezahlen.

Frau Biet
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von Frau Biet »

Wer erhält eigentlich den Erbschein, wenn minderjährige Kinder erben? Ohne Erbschein kommt man nicht an das Bankkonto etc.

CruNCC
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von CruNCC »

Celestro hat geschrieben:
01.07.20, 14:30
Da so ein Testament notariell beglaubigt werden muss, sollte man diese spezielle Vorgehensweise auch direkt mit selbigem besprechen.
Nein, auch so ein Testament muss nicht zwingend notariell beurkundet werden (eine notarielle Beglaubigung ist übrigens etwas anderes). Dass das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. :wink:

CruNCC
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von CruNCC »

Frau Biet hat geschrieben:
28.07.20, 20:16
Wer erhält eigentlich den Erbschein, wenn minderjährige Kinder erben? Ohne Erbschein kommt man nicht an das Bankkonto etc.
Die Erben bzw. deren Vertreter wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird.

CruNCC
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von CruNCC »

Frau Biet hat geschrieben:
01.07.20, 15:30
Daher halte ich auch einen Notar nicht für notwendig.
Das sehe ich nicht so - ein Notar ist erforderlich.

Übrigens spart man bei einem notariellen Testament die Gebühren für die Erbscheine. Die Kosten heben sich insoweit in etwa gegeneinander auf.

winterspaziergang
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Re: Berliner Testament - Schlusserben sollen Enkelkinder sein...

Beitrag von winterspaziergang »

Frau Biet hat geschrieben:
01.07.20, 15:30
Es geht nicht um sehr hohe Geldsummen. So etwas ist auch schnell verbraucht, wenn man im Pflegeheim landet.Immobilien gibt es auch nicht.
ernsthafte Frage: Was will man da vererben oder vor den Kindern retten und an die Enkel weiterleiten?

Gehts nur darum:
unter keinen Umständen, die Kinder erben!
muss man, wie schon genannt, auf den Pflichtteil hinweisen. Und darauf, dass man überlegen soll, wer für die Beerdigung usw. zuständig sein soll. Leben beide Ehegatten nicht gleichzeitig ab, kann (meist) der eine noch für den anderen alles erledigen, spätestens wenn der zweite geht, sind die Nachkommen in der Pflicht. Wie schon genannt, geht dies ebenfalls von der Erbmasse ab.
Frau Biet hat geschrieben:
01.07.20, 15:30
Daher halte ich auch einen Notar nicht für notwendig. Ich wollte einfach wissen, wie man so etwas präzise formulieren kann.
präzise setzt ein Ziel voraus. Was genau will man hier? nicht vorhandenes Vermögen nicht an die Kinder vererben bzw. sie enterben und damit lediglich den Pflichtteil auszahlen lassen?

Der Notar berät auch und zwar im genauen Einzelfall. Daher ist seine Leistung durchaus sinnvoll. Hat man nichts zu vererben und will nur den Kindern eins auswischen, kann man das halt so formulieren, wie es einem am passendsten erscheint.

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