Erbfolge bei nichtehelichen Kindern

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fastfiler
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Erbfolge bei nichtehelichen Kindern

Beitrag von fastfiler »

Hallo zusammen,

ich habe folgenden Fall verzwickten Fall den ich bisher noch nirgends finden konnte, weil in der einschlägigen Literatur immer die Standardfälle behandelt werden. Vielleicht habt ihr einen Tipp...

Der Vater und die Mutter eines unehelichen Kindes (geboren 1920, verstorben 2012, keine Abkömmlinge) haben nach der Geburt des unehelichen Kindes jeweils zwei komplett neue Familien gegründet. Das uneheliche Kind wuchs jedoch bei der Mutter auf und hat den Namen des neuen Ehemanns angenommen (§ 1618 Einbenennung).

Die Mutter ist 1969 verstorben und hat drei noch lebende Halbgeschwister (A, B & C) hinterlassen.

Der Vater ist 1965 verstorben und hat eine Halbschwester hinterlassen, die jedoch ca. 2000 verstorben ist. Die Halbschwester hat jedoch zwei Kinder (D & E), sprich die Neffen/Nichten des unehelichen Kindes. Beim Tod des Vater hat das uneheliche Kind nichts vom Vater geebrt, da das Nichtehelichengesetz (NEhelG) erst am 1.7.1970 in Kraft getreten ist.

Nun stellt sich die Frage der Erbfolge. Da das uneheliche Kind keine Abkömmlinge hat, befinden wir uns in der zweiten Ordnung. Die mütterliche Seite ist klar. Hierauf entfällt die Hälfte, die sich die drei Abkömmlinge A, B und C teilen müssen, sprich sie erhalten 1/6 vom Gesamtnachlass.

Nun zur väterlichen Seite und den Nichten/Neffen (D & E). Sind auch diese erbberechtigt bzw. wie ist die Rechtslage in Anbetracht der verschiedenen Gesetzte aus den Jahren 1970, 1998 und zuletzt 2009 inkl. den Übergangsfristen?

Wenn ja, warum? Es ist für mich logisch kaum nachvollziehbar, dass ein nichteheliches Kind das rechtlich gut 90 Jahre nicht mit dem Vater verwandt war nun plötzlich Aufgrund eines neuen Gesetzes als verwandt gelten und erhebliche Ansprüche dadurch entstehen?

Eine Gleichstellung bzw. -behandlung kann ich auch nicht erkennen, weil das Vermögen des Vater 1965 verteilt wurde und das nichteheliches Kind dabei leer ausging bzw. benachteiligt wurde und jetzt wenn es darum geht das Vermögen des nichteheliches Kind zu verteilen der Vater plötzlich beteiligt ist.

Ist das Erbrecht nach dem Vater nicht längst erloschen/verjährt?

Danke im Voraus & Gruß!!!
SusanneBerlin
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Re: Erbfolge bei nichtehelichen Kindern

Beitrag von SusanneBerlin »

Geerbt wird im Jahre 2012 nach der Rechtslage in 2012.
D. h. es spielt keine Rolle, wie die Rechtslage früher war und ob das uneheliche Kind seinerseits vom Vater geerbt hat. In diesem Fall jedoch gehen unabhängig davon, dass das Kind unehelich war, die Neffen und Nichten leer aus, denn:

Die Halbgeschwister als Abkömmlinge der Mutter sind Erben 2. Ordnung.
Die Kinder der Geschwister des Vaters, stammen nicht vom Vater ab, sondern sind als Kindeskinder der Großmutter der/des Versorbenen, Erben 3. Ordnung. Solange nur ein einziger Verwandter der 2. Ordnung lebt, bleiben Verwandte der 3. Ordnung unberücksichtigt.

Im Ergebnis: Die Halbgeschwister erben jeder ein Drittel, die Nichten und Neffen nichts.

siehe auch:
http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/ ... cationFile


@Dipl.-Sozialarbeiter
es geht nicht darum, was das uneheliche Kind erbt, sondern wen beerbt das uneheliche Kind!
Grüße, Susanne
fastfiler
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Re: Erbfolge bei nichtehelichen Kindern

Beitrag von fastfiler »

Genau, es um die Frage, wen beerbt das uneheliche Kind.

Vielleicht hab ich das etwas unglücklich darstellt, weil m.E. die 3. Ordnung nicht relevant ist.

Die Halbschwester mit den Neffen/Nichten ist eine Halbschwester des nichtehelichen Kindes väterlicherseits und somit m.E. auch Erbe 2. Ordnung, jedoch auch bereitss verstorben.
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