Auszahlungswert ermitteln

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naj73
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Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von naj73 » 22.01.14, 15:38

Hallo,
Ich möchte eine Erbmasse d.h. ein Haus und ein externes Grundstück von meiner Mutter auf mich überschreiben lassen. Meine Mutter und die Erbengemeinschaft sind sich diesbezüglich einig. Nun weiß ich nicht was bezüglich Auszahlung an die Erbengemeinschaft finanziell auf mich zu kommt?

1. Wie und wer kann mir die Auszahlungssumme an die Erbbeteiligten rechtlich korrekt ermitteln ?
2. Kommen sonst noch bei einer Überschreibung Kosten auf mich zu?

Schon mal vielen Dank im Voraus

khmlev
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von khmlev » 22.01.14, 15:58

Zunächst Ausgangslage unklar. Will die Mutter nur ihren Erbanteil übertragen?
oder will Mutter und die restlichen Mitglieder der Erbengemeinschaft den Grundbesitz auf den Sohn der Mutter übertragen?
oder ist die Mutter überhaupt nicht Mitglied der Erbengemeinschaft und überträgt ihren eigenständigen Bruchteil am Grundbesitz auf den Sohn?

Grundsätzlich gilt:

zu 1.:
Indem sich die Beteiligten auf einen Wert einigen (und diesen entsprechend der Erbquoten aufteilen). Alternativ kann ein Verkehrswertgutachten bei einem Gutachter in Auftrag gegeben werden.

zu 2:
Notar- und Gerichtskosten, ggf. Schenkungssteuer/Grunderwerbsteuer
Gruß
khmlev
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Elektrikör
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von Elektrikör » 22.01.14, 21:26

Hallo,

Wie können sich alle einig sein wenn noch kein Betrag feststeht?

Oder geht es um ein "vorgezogenes Erbe"?


Grundsätzlich gilt: bis zu seinem Tod kann der Erblasser mit seinem Geld machen, was ER will
Vor dem "Erben" kommt "Sterben"


MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

matthias.
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von matthias. » 22.01.14, 21:56

naj73 hat geschrieben: 1. Wie und wer kann mir die Auszahlungssumme an die Erbbeteiligten rechtlich korrekt ermitteln ?
Eine Antwort auf die Frage gibt es nicht.

Den Wert einer Sache kann man nur auf einen Art korrekt ermitteln, das ist den zu verkaufen, Dann hat man den Wert den jemand bereit ist dafür zu zahlen.

Alles andere sind Krücken, die auf mehr oder weniger zutreffenden Annahmen und Schätzungen beruhen.

Letztlich müssen sich die Beteiligten auf eine Wert einigen.

Natürlich kann man z.b. einen Makler mal schätzen lassen, wenn man jemand kennt geht das schnell und günstig und ungenau oder man lässt einen zugelassen Gutachter schätzen.

Aber wie gesagt auch der Gutachter kann den tatsächlich zu erzielenden Kaufpreis nicht wirklich bestimmen.

naj73
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von naj73 » 23.01.14, 11:34

erst mal Danke für die Beiträge.

Also meine Mutter ist der alleinige Erblasser und zwei Geschwister und ich sind die alleinigen Erben.
Wie hier schon erwähnt kann man es als vorgezogenes Erbe betrachten.

Jetzt stellt sich mir noch eine Frage?: wir sind drei Erben und einer davon nur Pflichtteilberechtigt,
wie sieht derzeit in Deutschland die prozentuale Konstellation aus?

Elyss
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von Elyss » 23.01.14, 11:46

Wenn die Mutter noch nicht verstorben ist, so hat auch noch niemand einen Pflichtteilsanspruch!
naj73 hat geschrieben: wir sind drei Erben und einer davon nur Pflichtteilberechtigt,
Könnte man diese Konstellation noch mal erklären, bitte?

Wenn es sich hier um eine Schenkung handelt, dann ist es Sache der Beteiligten untereinander, sich auf Augleichszahlungen zu einigen - wenn das denn gewünscht ist!
Grüßle

Elyss

SusanneBerlin
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von SusanneBerlin » 23.01.14, 11:55

naj73 hat geschrieben:
Jetzt stellt sich mir noch eine Frage?: wir sind drei Erben und einer davon nur Pflichtteilberechtigt,
wie sieht derzeit in Deutschland die prozentuale Konstellation aus?
Wie ist denn das Verwandtschaftsverhältnis zur Erblasserin?
Alle leiblichen oder adoptierten Kinder einer Mutter sind pflichtteilsberechtigt.
Die Erblasserin kann natürlich auch nur 1 oder 2 Kinder zu Erben machen, der oder die Enterbten bekommen dann eben nur den Pflichtteil.
Deshalb verstehe ich nicht, wieso von "Erbengemeinschaft" gesprochen wird.
Erstens wird man erst Erbe nach dem Versterben des Erblassers.
Zweitens besteht die Erbengemeinschaft selbstverständlich nur aus den Erben, ein enterbter Pflichtteilsberechtigter ist kein Erbe.

Ohne Testament erben die gesetzlichen Erben den gesetzlich festgelegten Erbteil.
Damit überhaupt Personen auf den Pflichtteil beschränkt werden, muss es ein Testament geben. (Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils)
Im Testament steht dann drin, wie das Erbe aufgeteilt werden soll, die gesetzliche Regelung ist dann nicht maßgebend. Jedoch ist es auch mit einem Testament nicht zu verhindern, dass jedem Pflichtteilsberechtigten mindestens der Pflichtteil zusteht (Ausnahmen stehen in § 2333 BGB).

Wenn ihre Frage also ist, welche Anteile würden nach der gesetzlichen Regelung auf die Erben entfallen, müssen Sie die Verwandtschaftsverhältnisse angeben. Neben den Kindern wäre auch ein Ehemann, falls vorhanden, erbberechtigt.


Grüße, Susanne
Grüße, Susanne

naj73
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von naj73 » 23.01.14, 12:56

Es ist notariell so fest gelegt das ich (Sohn1) und Sohn2 die vollen Erben sind, Sohn 3 nur den Pflichtteil bekommt. Meine Frage ist eigentlich, wie viel % bekommt Sohn 3.
Es soll so laufen das ich alles bekomme und danach meine 2 Brüder auszahle, ob das nun eine Schenkung oder Überschreibung ist, ist mir auch noch nicht klar?

Elyss
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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von Elyss » 23.01.14, 13:03

Die Regelungen im Testament sind für eine lebzeitige Schenkung vollkommen irrelevant!
Grüßle

Elyss

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Re: Auszahlungswert ermitteln

Beitrag von matthias. » 23.01.14, 14:20

Wenn die Mutter sterben würde bekäme Sohn 3 als Pflichtteil 16,66 % des Wertes des Erbes ausgezahlt.

Der Rest geht (rein wertmässig) zu 50/50 an die 2 Erben.

Das ist aber wie schon gesagt im Moment rein fiktiv.
Man kann auch Sohn 3 gar nichts geben oder 1/3 zu 1/3 zu 1/3 teilen.

MfG
Matthias

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