Frage zu Wohnrecht und rundherum.

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Monki84
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Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von Monki84 » 10.04.14, 19:21

Hintergrund: Mein Schwiegervater hat sein ganzen Leben mit seiner Mutter auf ihrem Grundstück gelebtund irgendwann sein (+Frau) eigenes Haus an das der Mutter gebaut. Als diese vor ca 12 Jahren verstorben ist hat leider ein anderer Bruder (insgesamt 3 Brüder) das gesamte Grundstück geerbt und mein Schwiegervater hat lediglich Wohnrecht und halbiges Nutzungsrecht auf Lebenszeit geerbt. Das war damals schon alles nicht koscher aber man hat in der Trauer auch erstmal nichts unternommen. War auch nicht das Problem, man hat sich anfangs verstanden, geeinigt, zusammen Feste gefeiert usw. Irgendwann fingen kleine Streitereien an, was bis heute dazu gefürt hat dass man sich gegenseitig das Leben auf dem gemeinsamen Hof zur Hölle macht und nur noch über Anwälte oder vor Gericht redet.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir unseren Schwiegereltern ein Haus gekauft haben, damit die liebe Seele endlich Ruhe hat und sie ihre Rente in Ruhe genießen können. Leider will mein Schwiegervater dass Haus, bzw sein Wohnrecht nicht einfach so abegeben, aber auf das Angebot sein Wohnrecht zu verkaufen ist die Gegenseite keineswegs eingegangen.

Nun meine Fragen:

Verliert mein Schwiegervater das Wohnrecht wenn er jetzt in en anderes Haus zieht und kann der Bruder dann auf das komplette Haus/Grundstück zugreifen obwohl lebenslanges Wohnrecht besteht?

Ist es aussichtsreich weiter zu kämpfen? Da bereits der Umzug beschlossen ist und ein gemeinsames Leben auf dem Hof nicht mehr möglich ist?

Wie ist die Rechtslage und was gibt es für Möglichkeiten?

Elyss
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Re: Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von Elyss » 10.04.14, 20:18

Ob das Wohnrecht bestehen bleibt auch wenn man nicht in dem Haus wohnt, sollte sich aus dem Umfang des Wohnrechtes ergeben. Dazu müsste man das damalige Testament kennen.

Ob sich der Kampf lohnt? Dazu müsste man erstmal wissen, was denn erreicht werden soll....?
Grüßle

Elyss

Monki84
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Re: Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von Monki84 » 10.04.14, 20:23

Im Testament steht lediglich dass mein Schwiegervater lebenslanges Wohn- und halbiges Nutzungsrecht (Grundstück) hat.

Ich meine ob es sich lohnt, beispielsweise das Haus halbwegs eingerichtet zu lassen, dort einmal pro Woche aufzutauchen und als Neben- oder Hauptwohnsitz dort gemeldet zu bleiben und weiter um eine Auszahlung des Wohnrechts zu kämpfen.

Fakt ist, ein gemeinsames Wohnen auf dem Hof ist nicht mehr möglich. Meinen Schwiegereltern geht es mittlerweile gesundheitlich so schlecht, dass sie schon ärztliche Hilfe brauchen.

Ist es eventuell sogar noch möglich das Testament anzufechten? Es kann ja nicht der Pflichtteil sein, wenn einer von 3 Brüdern alles erbt, einer nichts bekommt (bzw auf seinen Pflichtteil verzichtet) und der 3. nur Wohnrecht erhält!?
Zuletzt geändert von Monki84 am 10.04.14, 20:26, insgesamt 1-mal geändert.

Elyss
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Re: Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von Elyss » 10.04.14, 20:25

Einen Anspruch auf Auszahlung gibt es in jedem Fall nicht. Wenn es dem Bruder egal ist, dass das Wohnrecht weiter im Grundbuch steht und er kein Interesse an einer Löschung hat, sehe ich hier keine Chance
Grüßle

Elyss

Adamar
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Re: Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von Adamar » 11.04.14, 12:25

Monki84 hat geschrieben:Ich meine ob es sich lohnt, beispielsweise das Haus halbwegs eingerichtet zu lassen, dort einmal pro Woche aufzutauchen und als Neben- oder Hauptwohnsitz dort gemeldet zu bleiben und weiter um eine Auszahlung des Wohnrechts zu kämpfen.
Es gibt da einige Ungereimtheiten in der Fragestellung. Wenn im Testament das Wohnrecht nicht beschränkt ist, bleibt es auch bestehen, wenn der Schwiegervater nicht dort wohnt. Aber: Für welches Gebäude hat er denn Wohnrecht? Für sein eigenes angebautes Haus wohl kaum, denn dafür braucht er kein Wohnrecht. Und eine Auszahlung eines Wohnrechts...nein. Steht dem Rechteinhaber ja frei dieses auszuüben oder nicht.
Monki84 hat geschrieben:Ist es eventuell sogar noch möglich das Testament anzufechten?
Die Anfechtung eines Testamentes und die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruches sind zwei ganze verschiedene Paar Schuhe.... Zur Geltendmachung des Pflichtteilsanspruches, ohne nähere Details zu wissen, behaupte ich mal: Der ist verjährt.

Der Erblasser ist in seinem Testiermöglichkeiten frei, sofern er geschäftsfähig ist. Wenn der Enterbte dann seinen Pflichtteil nicht geltend macht, ist das sein Problem.

fons
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Re: Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von fons » 11.04.14, 12:34

Sofern der Schwiegervater "sein" Haus auf ein fremdes Grundstück gebaut hat dürfte es im Eigentum der Grundstückseigentümerin und Erblasserin gestanden haben. Dann braucht er sehr wohl ein Wohnrecht.

Gruß

Monki84
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Re: Frage zu Wohnrecht und rundherum.

Beitrag von Monki84 » 11.04.14, 13:19

fons hat geschrieben:Sofern der Schwiegervater "sein" Haus auf ein fremdes Grundstück gebaut hat dürfte es im Eigentum der Grundstückseigentümerin und Erblasserin gestanden haben. Dann braucht er sehr wohl ein Wohnrecht.

Gruß
so ist es leider, gut dann wird es wohl das Beste sein das Weite zu suchen und es dabei zu belassen. Der Bruder und jetzige Besitzer hat sich bisher immer geweigert das Wohnrecht ins Grundbuch eintragen zu lassen, da es ja testamentarisch eindeutig geregelt ist.

Leider macht es wenig Sinn, sein Wohnrecht weiter zu verteidigen da er so immer anteilig an allen anfallenden Kosten beteiligt wird, obwohl er dort gar nicht mehr wohnt.

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