Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

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Fritz1234
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Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 15.03.15, 21:33

Hallo

angenommen eine Witwe hat zwei Söhne, denen sie ihr Eigenheim verschenken möchte. Sohn A hat keine Frau und keine Kinder, lebt noch in dem Haus und möchte dort auch wohnen bleiben, Sohn B hat Frau und Kinder und ein eigenes Haus gebaut. Beide Söhne sollen gleichbehandelt werden. Sohn A zahlt an Sohn B die Hälfte des Hauswertes als Auszahlung und ist somit alleiniger Besitzer das Eigenheims.

Aufgrund der hohen Freibeträge fällt für die Schenkung keine Steuer an. Angenommen,Sohn A bleibt bis zum Tod ledig und kinderlos, wird Sohn B das Haus und alles andere erben. Aufgrund des geringen Freibetrages zwischen Geschwistern würde dann jedoch eine große Summe an Erbschaftssteuer anfallen.

Gibt es bei der Schenkung des Hauses eine bessere Möglichkeit als die oben beschriebene, um von vornherein die später anfallende Erbschaftssteuer im Blick zu haben und möglichst gering zu halten?

Besten Dank

CruNCC
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von CruNCC » 15.03.15, 22:36

Angenommen,Sohn A bleibt bis zum Tod ledig und kinderlos, wird Sohn B das Haus und alles andere erben.
Wer Erbe von A wird, darf dieser selbst bestimmen.
Gibt es bei der Schenkung des Hauses eine bessere Möglichkeit als die oben beschriebene, um von vornherein die später anfallende Erbschaftssteuer im Blick zu haben und möglichst gering zu halten?
Nein.

Fritz1234
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 17.03.15, 21:27

Danke für die Antwort.
Wie sieht denn eine solche Schenkung beim Notar aus ?
- besteht sie aus zwei Verträgen. Mit dem ersten Vertrag schenkt die Mutter ihren beiden Söhnen jeweils die Hälfte des Hauses. Mit dem zweiten Vertrag kauft Sohn A seinem Bruder die Hälfte des Hauses für x Euro ab
- oder besteht sie nur aus einem Vertrag. Die Mutter schenkt Sohn A das komplette Haus und gleichzeitig verpflichtet sich der Sohn seinem Bruder x Euro zu zahlen.

SusanneBerlin
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von SusanneBerlin » 18.03.15, 06:06

Es ist beides möglich.
Grüße, Susanne

Fritz1234
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 19.03.15, 22:58

Welche der beiden Varianten ist denn besser?

Ist bei der ersten zweimal Gebühr beim Notar zu zahlen, bei der zweiten nur einmal?
Könnte das Finanzamt bei der ersten vielleicht davon ausgehen, dass für Sohn B ein Spekulationsgewinn auftritt, da er kurzzeitig Besitzer des halben Hauses war und das dann mit Gewinn verkauft hat?

taxalus
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von taxalus » 20.03.15, 15:59

Fritz1234 hat geschrieben:Gibt es bei der Schenkung des Hauses eine bessere Möglichkeit als die oben beschriebene, um von vornherein die später anfallende Erbschaftssteuer im Blick zu haben und möglichst gering zu halten?
Aus steuerlicher Sicht könnte man folgende Lösung überdenken: Mutter vererbt das Haus zu gleichen Teilen an die Söhne A + B. Gleichzeitig verfügt sie, dass A ein lebenslängliches Nießbrauchsrecht am Grundstücksanteil des B bekommt. Dann erben beide von Mutter mit den hohen Freibeträgen. Falls A verstirbt und von B beerbt wird, gehört B schon die Hälfte des Hauses, so dass nur die Hälfte von A erbschaftsteuerrechtlich relevant ist und sich die mögliche Erbschaftssteuer ungefähr halbiert.

Zivilrechtlich könnte das (wie viele Steuermodelle) aber problematisch sein. Auch wenn A ein Nießbrauchsrecht hat, könnte B als Miteigentümer durchaus Ärger machen, wenn die beiden sich irgendwann streiten. Es könnte zu einer Zwangsversteigerung kommen, wenn B dies veranlasst (Teilungsversteigerung) oder wenn B selbst in Insolvenz geht. Meines Wissens kann ein Nießbrauchsrecht bei einer Versteigerung schnell verloren gehen und dann würde A dastehen mit einem halben Haus und einen neuen (vermutlich ungeliebten) Miteigentümer. Ich bin aber kein Jurist und kann die zivilrechtlichen Probleme nicht wirklich beurteilen. Auch wenn heute alles gut ist zwischen den Brüdern, muss man solche Dinge mit einkalkulieren.
Schöne Grüße
taxalus

Fritz1234
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 21.03.15, 19:04

Vielen Dank für die Antwort. Das hört sich sehr interessant an.

Leider wurde vergessen zu erwähnen dass die Mutter ein lebenslanges Wohnrecht erhalten soll. Ist das miteinander kombinierbar: lebenslanges Wohnrecht der Mutter für das gesamte Haus und Nießbrauchrecht des Sohnes für den Anteil seines Bruders?

Falls die Aufteilung so geschieht, wie von taxalus beschrieben, wäre es dann möglich dass es einen geheimen Vertrag zwischen den beiden Söhnen gibt, der folgendes besagt:
- Offiziell ist die Aufteilung des Hauses zwischen den Söhnen 50:50, mit Nießbrauchrecht für A.
- Sohn A zahlt seinem Bruder die Hälfte des Hauswertes. Im Gegenzug verpflichtet sich Bruder B auf alle Rechte, die er nach der offiziellen Verteilung des Hauses hat, zu verzichten.
Würde ein solcher Vertrag vor Gericht anerkannt werden, falls es doch zu einem Streit kommen sollte?

hambre
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von hambre » 23.03.15, 00:51

Ich halte überhaupt nichts davon, bei der Gestaltung eines aktuellen Vertrages darüber nachzudenken ob und in welchem Umfang in 30, 40 oder 50 Jahren Steuern gespart werden können. Man legt sich über einen sehr langen Zeitraum Steine in den Weg, die ggf. nicht mehr zur Seite geräumt werden können.

Alles andere als dass Sohn A das Haus erhält und Sohn B auszahlt, halte ich nicht für vernünftig.

Fritz1234
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 05.04.15, 20:44

Wie sieht denn eine solche Schenkung beim Notar aus ?
- besteht sie aus zwei Verträgen. Mit dem ersten Vertrag schenkt die Mutter ihren beiden Söhnen jeweils die Hälfte des Hauses. Mit dem zweiten Vertrag kauft Sohn A seinem Bruder die Hälfte des Hauses für x Euro ab
- oder besteht sie nur aus einem Vertrag. Die Mutter schenkt Sohn A das komplette Haus und gleichzeitig verpflichtet sich der Sohn seinem Bruder x Euro zu zahlen.

Welche der beiden Varianten ist besser?
Ist bei der ersten zweimal Gebühr beim Notar zu zahlen, bei der zweiten nur einmal?
Könnte das Finanzamt bei der ersten vielleicht davon ausgehen, dass für Sohn B ein Spekulationsgewinn auftritt, da er kurzzeitig Besitzer des halben Hauses war und das dann mit Gewinn verkauft hat?

Fritz1234
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 25.04.15, 18:26

Hallo,

nach längerer Diskussion haben wir uns jetzt dafür entschieden, die Schenkung nicht wie im ersten post beschrieben durchzuführen, sondern wir haben jetzt an eine andere Variante gedacht:

Sohn A kauft 50% des Hauses von der Mutter zu einem angemessenen Preis, die restlichen 50% des Hauses verschenkt die Mutter an Sohn B. Die Mutter erhält lebenslanges Wohnrecht für das gesamte Haus, Sohn A erhält lebenslanges Wohnrecht für den Anteil von Sohn B.

Falls in diesem Fall das Sozialamt die Schenkung zurückfordern würde könnte es dann doch nur die Schenkung an Sohn B betreffen. Das Amt hätte dann Zugriff auf ein halbes Haus, das mit zwei Wohnrechten belegt ist. Dieses wäre so wohl nicht verkaufbar.

Würde das Sozialamt die Sache dann so akzeptieren und nichts weiter tun oder hat es noch weitergehende Rechte? Kann es Sohn A zwingen die gekaufte Haushälfte zu verkaufen?

Besten Dank

hambre
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von hambre » 27.04.15, 19:42

Falls in diesem Fall das Sozialamt die Schenkung zurückfordern würde könnte es dann doch nur die Schenkung an Sohn B betreffen.
Das ist klar, da das Sozialamt auf den Kaufpreis, den Sohn A gezahlt hat, ja direkt zugreifen kann. Das müsste sich ja auf einem Konto der Mutter befinden. Wenn nicht, müsste man den Verbleib klären.
Das Amt hätte dann Zugriff auf ein halbes Haus, das mit zwei Wohnrechten belegt ist. Dieses wäre so wohl nicht verkaufbar.
Wahrscheinlich richtig. Allerdings müsste Sohn B für die Hälfte vieler anfallenden Kosten aufkommen und Sohn A darf am Haus nichts ohne Zustimmung von Sohn B machen.

Daneben ist das Wohnrecht für Sohn A eine Schenkung an diesen, die zurückgefordert werden kann.
Kann es Sohn A zwingen die gekaufte Haushälfte zu verkaufen?
Ja und aufgrund des Wohnrechtes gibt es dafür wohl kaum Geld.

Mit etwas Pech gilt dann der Spruch: "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein."

Fritz1234
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von Fritz1234 » 10.05.15, 20:48

Danke für die Antwort, dann ist das wohl auch keine passende Variante für uns.

Wir haben uns jetzt folgendes überlegt: Wenn Sohn A der Mutter das Haus zu einem angemessenen Preis komplett abkauft, kann dann die Mutter mit dem Geld, das sie für das Haus bekommt, machen was sie will? Kann sie auch zum Beispiel die Hälfte des Kaufpreises direkt an Sohn B weiter verschenken?

besten Dank

matthias.
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Re: Haus an 2 Kinder verschenken, 1 ledig, 1 verheiratet

Beitrag von matthias. » 11.05.15, 06:42

Fritz1234 hat geschrieben:Kann sie auch zum Beispiel die Hälfte des Kaufpreises direkt an Sohn B weiter verschenken?

besten Dank
Klar, wer sollte ihr das verbieten?

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