erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelöscht

Moderator: FDR-Team

larson-75
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erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelöscht

Beitrag von larson-75 »

hallo,
ich hatte eine schuldnerin welche 07/2015 plötzlich verstarb.
ihr sohn 16 jahre (vertreten duch dessen leiblichen vormund) stellte antrag auf erbschein,welcher auch erteilt wurde.
im januar 2016 erfuhr ich davon,auch das der sohn nun 27.000 euro auf dem konto hatte.
durch die annahme des erbes stellt ich(mein anwalt) den titel zu und wollte vollstrecken lassen.
innerhalb der 4 wochen frist nach zugang der versuchten vollstreckung(kontopfändungsanfrage)stellte der vormund den antrag auf nachträgliches ausschlagen des erbes,wegen "nicht wissens der verschuldung".
soweit klar..
allerdings ist eben dieser vormund(leiblicher vater) in dem klageverfahren wegen der schulden seiner damaligen lebensgefährtin und mutter des erben ebenfalls involviert gewesen und auch beteiligt,ebenfalls wurden auch gegen ihn 2 vollstreckungsfähige titel erwirkt..
also vorsätzliche falschaussage beim nachlassgericht..
nachdem uns der antrag auf nachrägliches ausschlagen des erbes(wie gesagt,fast 7 monate später) zugestellt wurde,beantragten wir diesen antrag abzulehnen,
legten die verfahrensakten der schuldtitel bei,so das ersichtlich war,das der vater genau wusste (wie gesagt..involviert),das diese titel existierten..
es wurde ja auch schon erfolglos versucht vor ein poar jahren zu vollstrecken..
nun bekamen wir vom nachlassgericht bescheid,das der erbschein doch nachträglich für ungültig erklärt wurde..
allerdings keine begründung dabei..

nun würd ich gerne wissen,wie ich weiter vorgehen soll..
kann ja wohl nicht sein..

mfg larson

Charly Kelly
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Charly Kelly »

Sie bringen da einiges an Verfahrenswegen durcheinander, aber man muss sich da auch nicht auskennen. Sie haben aber doch einen Anwalt, warum fragen Sie nicht den?
stellte der vormund den antrag auf nachträgliches ausschlagen des erbes,wegen "nicht wissens der verschuldung".
Das ist kein Antrag, sondern eine einfache Erklärung. Es handelt sich um eine Anfechtungserklärung.
zugestellt wurde,beantragten wir diesen antrag abzulehnen,
Wie gesagt, kein Antrag gegen den man sich wehren könnte.

Aufgrund der Anfechtung der Annahme des Erbes muss das Nachlassgericht darüber entscheiden ob ein bereits erteilter Erbschein einzuziehen ist. In diesem Rahmen hat es über die Wirksamkeit der Anfechtung zu entscheiden. Anscheinend hat es sie als Gläubiger als Verfahrensbeteiligten hinzugezogen. Gegen die Entscheidung dürfte die Beschwerde gegeben sein. Ist der Erbschein eingezogen gilt die Beschwerde als Antrag auf Neuerteilung des Erbscheins (353 FamFG).

Am Ende haben Sie mehrere Möglichkeiten, die sie mit ihrem Anwalt besprechen sollten. ZB. Beschwerde gegen die Einziehung; Erbenfeststellungsklage gegen das Kind; Einziehung akzeptieren und Nachlasspflegschaft beantragen...

larson-75
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von larson-75 »

danke erstmal für die schnelle info..
muss ich gleich meinem anwalt weitergeben..
er sagte nämlich,mann könne da nix machen..
vllt. sollte ich ihn wechseln.. ;-(

questionable content
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von questionable content »

larson-75 hat geschrieben:danke erstmal für die schnelle info..
muss ich gleich meinem anwalt weitergeben..
er sagte nämlich,mann könne da nix machen..
vllt. sollte ich ihn wechseln.. ;-(

...oder evtl. hat der sachliche und belastbare Informationen direkt vom Gericht, während hier im Forum nur der wirre und unqualizierte Text von Ihnen verfügbar ist? Mal drüber nachgedacht? :wink:
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

larson-75
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von larson-75 »

nein..
er sagte mir ja eben,das er keine begründung bekam vom nachlassgericht bzgl. dieser entscheidung.
und sie uns das auch nicht mitteilen würden..!
ich solle es jetzt über eine strafanzeige wegen verdacht auf betrug,unterschlagung und falschaussage stellen,in der hoffnung,dann über die staatsanwaltschaft
zu erfahren,welches die gründe des nachlassgerichtes wären,den erbschein rückwirkend zurück zu nehmen..

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

Wenn der Sohn (Durch seinen Vormund) das Erbe noch nachträglich ausschlagen konnte, muss
es nun einen anderen Erben geben.

Ich könnte mich täuschen, aber ich glaube, dass das Nachlassgericht Auskunft gibt, wer denn
nun Erbe ist. Der wäre dann nun in Anspruch zu nehmen!

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

P.S.
Wenn ein "neuer" Erbe noch nicht feststeht, wäre zu prüfen, ob man nicht die Einsetzung
eines Nachlasspflegers beim Nachlassgericht erwirken kann.

Es wäre dann die Aufgabe des Nachlasspflegers
- Ansprüche von Gläubigern zu prüfen und ggf. zu befriedigen
- Unberechtigte "Griffe in die Erbmasse" zu verfolgen

SusanneBerlin
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von SusanneBerlin »

larson-75 hat geschrieben:nein..
er sagte mir ja eben,das er keine begründung bekam vom nachlassgericht bzgl. dieser entscheidung.
und sie uns das auch nicht mitteilen würden..!
ich solle es jetzt über eine strafanzeige wegen verdacht auf betrug,unterschlagung und falschaussage stellen,in der hoffnung,dann über die staatsanwaltschaft
zu erfahren,welches die gründe des nachlassgerichtes wären,den erbschein rückwirkend zurück zu nehmen..
Ihr Anwalt hat gesagt, Sie sollen das Nachlassgericht anzeigen wegen Betrug, Unterschlagung und Falschaussage? Kaum zu glauben...! :shock:
Grüße, Susanne

larson-75
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von larson-75 »

nein..nicht das nachlassgericht.. :lol:
den erben und den vormund(leiblicher vater)..

wie schon erwähnt,der leibliche vater war ja in das verfahren gegen die verstorbene damals involviert als mitbeschuldigter..
und ebenfalls dann in 2 parallelverfahren direkt gegen ihn.
deswegen wusste er von der schuld..sagte aber aus beim nachlassgericht,es wäre wegen altschulden nix bekannt und sie hätten damals den erbschein nicht beantragt,wenn sie das gewusst hätten....
das wäre die "falschaussage"..
die vollstreckungsfähigen urteile wurden ja mehrmals versucht zu vollstrecken..jahre vorher..

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

Übrigens ist die Strafanzeige gegen den Erben bzw. seinen Vormund eine Chance, etwas Licht in die seltsamen
Vorgänge zu bringen.

Die Staatsanwaltschaft kann nämlich ( sofern die notwendigen richterlichen Beschlüsse erwirkt wurden ) Einsicht in alle
Bankunterlagen nehmen und die abgelaufenen Vorgänge prüfen.

Der Anwalt des Gläubigers kann dann Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft beantragen.

Auf dem Weg des Zivilrechts geht das nicht !
Da kann allenfalls ( Ein vollstreckbarer Titel vorausgesetzt ) der Gerichtsvollzieher beauftragt werden,
Vollstreckung im Nachlass vorzunehmen. Aber da ist ja wohl nichts mehr zu holen !

Nochmal zur Möglichkeit der Anzeige :
Der Staatsanwalt wird auch erst bei hinreichendem Anfangsverdacht tätig!
Die bloße Tatsache, dass der Erbe 27000 € auf dem Konto hatte , reicht da wohl eher nicht. ( Mal abgesehen davon, woher hat
der Gläubiger diese nachweisbare Kenntnis ? )
Das Geld kann er auch ganz legal wo anders her haben !

Charly Kelly
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Charly Kelly »

Das ist doch alles sinnloser Tinnef. Wenn man zugig an potentielle Gelder kommen will bringt das doch alles nichts. Selbst wenn man gegen die Anfechtung erfolgreich vorgehen wollte, kann der Minderjährige seine Haftung immer noch auf den Bestand des Nachlasses beschränken oder mit sich mit erreichen der Volljährigkeit auf 1629a BGB berufen. Sind das seine 27.000 € aus eigenem Vermögen wird er eben im Zweifel Nachlassinsolvenz beantragen, so dass man nicht an sein eigenes Geld rankommt. Sind es 27.000 € aus der Erbmasse kommt man ohne kostenträchtiges Risiko schneller dran, wenn man die Anfechtung einfach akzeptiert und sich mit einem Nachlasspfleger auseinandersetzt.

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

Ob es Tinnef ist ?
Kann sein, oder auch nicht!

Wenn nämlich der Erbe/Vorumund in die Erbmasse gegriffen hätten ( Und das war möglich,
da der Erbschein eine zeitlang gültig war) , dann wäre das Handeln kriminell, sofern nicht alles
wieder zurückerstattet worden wäre.

Das Nachlassgericht hatte derlei m.E nicht zu prüfen, als es den Erbschein eingezogen hat.

Ob es so war, ob ggf. noch etwas zu holen ist, das können wir nicht beurteilen

Charly Kelly
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Charly Kelly »

Altbauer hat geschrieben:Ob es Tinnef ist ?
Kann sein, oder auch nicht!

Wenn nämlich der Erbe/Vorumund in die Erbmasse gegriffen hätten ( Und das war möglich,
da der Erbschein eine zeitlang gültig war) , dann wäre das Handeln kriminell, sofern nicht alles
wieder zurückerstattet worden wäre.

Das Nachlassgericht hatte derlei m.E nicht zu prüfen, als es den Erbschein eingezogen hat.

Ob es so war, ob ggf. noch etwas zu holen ist, das können wir nicht beurteilen
Das würde aber der Nachlasspfleger bzw. ggfl. Nachlassinsolvenzverwalter dann im Rahmen seiner Aufgaben selber zu prüfen haben. Ob das kriminell ist oder nicht mal dahingestellt, es geht darum möglichst schnell und einfach an das Geld zu kommen.

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

...... und nebenbei evtl. auch noch darum, einen Fall von Kriminalität ( Ich denke an Veruntreung) abzuarbeiten

larson-75
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von larson-75 »

die strafanträge sind heute raus.. verdacht auf 263,246(gegen beide vormund und sohn),153(gegen vormund,falschaussage)..
war ja nach meinem gespräch auch die hoffnung meines anwaltes,das über die Staa. eventl. informationen kommen,wieso das nachlassgericht "so" entschieden hat..bzw. was da ne rolle gespielt hat..
der junge hat die kohle von der lebensversicherung der mutter bekommen..
nun sind noch von ehemals 45.000 euro 27.ooo auf seinem konto.
(die info mit der kohle auf dem seinen konto habe ich von seiner Ex-freundin :wink: )
vater fährt jetzt audi a4 kombi neuwertig :wink:
sollten wir trotzdem beschwerde gegen den beschluss einlegen?
und erstmal abwarten wegen einschaltung eines nachlassverwalters?
die strafermittlung läuft ja parallel..

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