erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelöscht

Moderator: FDR-Team

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

O je !!
Das mit der Lebensversicherung haben Sie hoffentlich auch Ihrem Anwalt gesagt:
Es kann sein, dass die Leistungen einer LV nicht in den Nachlass fallen !!!

Nun haben Sie von Vollstreckungsversuchen in der Vergangenheit geschrieben. Da ist es von
Interesse, ob die Verstorbene damals die Eidesstattliche Versicherung zur Vermögensauskunft
abgegeben hat. M.E. (ich bin kein Jurist!!) hätte sie dann wohl eine Kapitalbildende LV angeben
müssen (Da liegt ja dann ein angespartes Vermögen drin ). Eine Risiko-LV natürlich nicht.

Nach dieser Info scheint es mir, dass Erbe und Vormund durchaus mit einiger Rechtskunde ans
Werk gegangen sind! Hätte der Erbe den Nachlass angenommen, so hätte er natürlich seine Haftung auf den Nachlass beschränken können, aber er hätte den Gläubigern (also auch Ihnen) alles offenlegen und
den Nachlass zur Verfügung stellen müssen.
Mit der nachträglichen Ausschlagung haben Gläubiger es erst mal recht schwer und geben möglicherweise gefrustet auf.

Was den Antrag auf Einsetzung eines Nachlasspflegers bzw. Insolvenzverwalters angeht:
Da sollte Ihnen Ihr Anwalt die nötigen Ratschläge geben können.
z.B. wo man so etwas beantragen kann und wer das beantragen kann.

Was nun die gestellte Anzeige (hoffentlich erst nach Beratung mit Ihrem Anwalt) anbetrifft:
- Ein Fehler ist es nicht, sofern Sie in der Anzeige immer schön Beweisbares und Vermutungen
auseinander gehalten haben.
- Falls der Staatsanwalt sich der Sache annehmen sollte (und nicht gleich einstellt) :
hoffen Sie nicht zu sehr auf die Zeugin ! Ex-Freundinnen sind da so eine Sache !
Entweder ist die Aussage vom Haß auf den Ex-Freund befeuert. (Das mindert die Glaubwürdigkeit)
Oder die Ex-Freundin fällt irgendwann um !

larson-75
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von larson-75 »

nun ja..
selbstverständlich stellte ich die anzeigen erst nach rücksprache..hoffen ja,das staa da einiges ans licht bringt..
unverständlich für mich immer noch,wie das nachlassgericht so entscheiden konnte,7 monate nach ausstellung erbschein,und nach vorlage unsererseits der vollstreckungsfähigen ausfertigen von jahren vorher,bzw. einsicht in die prozessakten von damals,wo der vormund ganz klar involviert war und auch als zeuge geladen wurde..daraufhin kamen ja auch die anderen beiden vollstreckungen gegen ihn in gange..
ist ja auch gleiches amtsgericht gewesen..auch wo nachlassgericht sitzt..
nunja..
die freundin spielt keine rolle,wurde nicht als zeugin benannt,nur der hinweis aufs konto..
vormund und erbe haben natürlich auch rechtsbeistand genommen..
habe eben in unserer tageszeitung gelesen,das der vormund jetzt auch noch zu 3.5 jahren haft verurteilt wurde wegen drogen,falschgeld,waffenbesitz..
muss ich mich ranhalten..
lebensversicherung weiss ich nicht welche,war uns aber vorher bewusst,das die nicht ins erbe fällt..aber der versuch der vollstreckung lief ja schon und wenn er kohle auf demkonto hat,is es mir egal woher..
soll er EV abgeben und wird halt eingetragen überall..das war der plan,um druck zu machen..
hatten ja vorher noch angeboten,die hälfte und gut ist..
aber nun gehts aufs ganze..

hambre
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von hambre »

Ich verstehe noch nicht so ganz, worauf Du am Ende hinaus willst. Wenn der Vater aufgrund Deiner Anzeige bestraft wird, die das Einziehen des Erbscheines revidiert wird, dann hast Du noch immer kein Geld.

Beide Dinge haben nämlich gar nichts damit zu tun, ob Du zu Deinem Geld kommst oder nicht.

Variante 1.: Erbschein bleibt eingezogen.
Dann muss der Sohn das Erbe herausgeben. Es wird dafür ein Nachlassverwalter eingesetzt, der dann das Geld an Dich auszahlen muss.

Variante 2.: Einziehung des Erbscheines wird rückgängig gemacht.
Dann kannst Du weiter gegen den Sohn vollstrecken. Der kann aber Nachlassinsolvenz anmelden oder sich auf die Dürftigkeitseinrede berufen. In der Praxis bekommst Du dann genauso viel Geld wie bei Variante 1.

Weitere Abwandlung:
Das Geld auf dem Konto des Sohnes und für das Auto des Vaters stammt aus der Lebensversicherung, die jedoch gar nicht in den Nachlass fällt. Dann erhälst Du weder bei Variante 1 noch bei Variante 2 Dein Geld.

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

Ich denke, es ist schon klar, worauf es hinaus soll !

Der Gläubiger ist aus verständlichen Gründen stinksauer !
Aus dem letzten Post von larson-75 können wir ja auch eine durchaus kriminelle Alltagshaltung des Vormundes vermuten!

1) Da ist zunächst einmal ein rein strafrechtlicher Aspekt. Der Vormund hatte 1/2 Jahr Zeit im Nachlass herumzuwirtschaften.
Dann wird der Erbschein eingezogen und der Vormund /der Erbe haben jetzt mit dem Nachlass und Nachlassgläubiger(n)
nix mehr zu tun. ( Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt).
Der Verdacht, dass da etwas gefingert wurde, dürfte Ansporn sein, Anzeige zuerstatten.
Die Anzeige kostet den Anzeigenerstatter nichts ( außer den Anwalt, der ihn beraten hat)
Zumindest die uneidliche Falschaussage des Vormundes sollte sich belegen lassen.

2) Zivilrechtliche Ansprüche des Gläubigers :
Der Gläubiger hat nun großes Interesse daran, alles, was den Nachlass angeht zu prüfen. ( Bankbelege, Vermögensbewegungen etc. )
Da bekommt er aber keinerlei Einblick! ( Schweigepflicht der Banken etc.) . Auch vollstreckbare Titel helfen wenig ! Der Gerichtsvollzieher
muss schon wissen, wo Konten etc. liegen. Ein Schuldner müsste ja die eidesstattl. Versicherung abgeben, aber die Schulderin lebt
nicht mehr, und einen Erben, der in ihre Pflichten eintreten müsste , gibt es ja nun auch nicht!

Auf die Aktivität eines Nachlassverwalters zu warten, bringt wenig Hoffnung :
Zunächst einmal ist da die Frage, ob das Gericht überhaupt einen einsetzt. ( Bei Vermögenslosigkeit z.B. , auch wenn diese gezielt
herbeigeführt wurde).

3 ) Hier versucht nun der Gläubiger die Hilfe des Staatsanwaltes zu erlangen.
( Ganz andere Sache : Machen Sie sich mal kundig, wie Abmahnanwälte bei Fileshringangelegenheiten an die Kontaktdaten derjenigen
kommen, die illegales Filesharing betrieben haben. Auch da wird der Staatsanwalt per Anzeige eingeschaltet. Der bekommt dann Auskunft vom
Provider und der Abmahnanwalt kann Akteneinsicht bekommen)

Und so ähnlich versucht es der Gläubiger nun auch!

Folgerung : Ob der Gläubiger nun schlussendlich sein Geld bekommt, ist in der Tat fraglich. ( Da hat Hambre Recht)
Aber vielleicht ist es dem Gläubiger ein tiefes Anliegen geworden , dem Vormund auf diese Weise einen strafrechtlichen Einlauf zu bereiten und
den Staatsanwalt durch den eigenen Anwalt auch bei der Nachforschungsarbeit zu unterstützen.
Vielleicht lässt er sich das auch was kosten !

P.S. Ich bin der Meinung dass es wenig bringt, vom Nachlassgericht eine Begründung für sein Handeln haben zu wollen.
Allenfalls könnte man ( aber nur möglicherweise, vielleicht, unter Umständen .... ) durch eine Beschwerde gegen die Entscheidung
erreichen, dass diese wieder aufgehoben wird ! Was das brächte ist eine andere Frage !

Der Vormund hätte jedenfalls die Möglichkeit gehabt, die ganze Sache sauber abzuhandeln, indem er die Haftung auf den Nachlass
beschränkt hätte.
Aber wenn ich da so an Verurteilungen denke ( Haftstrafe von 3 1/2 Jahren, das ist ja ganz schön viel !!) , da fragt man sich schon, was da
vielleicht noch alles so rausgekommen wäre, wenn ein Nichtmitglied der Familie sich alle Bankbelege ( und andere) von der Erblasserin
angeschaut hätte .

Charly Kelly
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Charly Kelly »

Altbauer hat geschrieben: Auf die Aktivität eines Nachlassverwalters zu warten, bringt wenig Hoffnung :
Zunächst einmal ist da die Frage, ob das Gericht überhaupt einen einsetzt. ( Bei Vermögenslosigkeit z.B. , auch wenn diese gezielt
herbeigeführt wurde).
Es ist ein Nachlasspfleger kein Nachlassverwalter und dieser ist auf Antrag eines Gläubigers einzusetzen (1961 BGB). Eine Ermessensentscheidung hat das Nachlassgericht dabei nicht.

Altbauer
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von Altbauer »

Vielen Dank für die Richtigstellung

larson-75
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Re: erbschein 6 monate nach erbfall vom nachlassgericht gelö

Beitrag von larson-75 »

wie schon erwähnt,versuche ich mit allen mitteln an meine kohle zu kommen..
ein angebot hatte ich unterbreitet,nur gehen die beiden titel gegen den vormund auch noch zum gerichtsvollzieher,bevor der einfährt..
hat ja erstmal berufung eingelegt,da der aber schon mal gesessen hatte und noch ein weiteres verfahren ansteht,geht der wohl rein..
nun..ich werd mal nach dem nachlasspfleger schauen und hoffen,das infos über die staa kommen..
und wenns klappt iwie,will der sohn bestimmt nicht mit 16 in der schufa und sonstwo stehen..
danke euch erstmal trotzdem für die vielen hinweise..
schaun'mer mal..

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