Berliner Testament vs. Alternativen?

Moderator: FDR-Team

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Lemoncloud
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Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

Gibt es eine Alternative zum Berliner Testament welche eine gute Loesung ist fuer den Hinterbliebenden und die Kinder?

Angenomment: ein Hinterbliebener, 2 Kinder. Ein viel zu grosses Haus (vielleicht 100-140k wert) das verkauft werden soll vorhanden.

Berliner Testament wurde ungueltig erklaert aber Notar denkt dass es trotzdem moeglich waehre dieses gueltig zu erklaeren wenn die Kinder zustimmen. Diese wuerden dann einen Pfichtteil bekommen.

Die Kinder werden zustimmen, fragen sich aber ob es nicht noch eine andere Moeglichkeit gaebe, z.B. normale Erbfolge und die Kinder kaufen dem Vater davon eine Wohnung mit lebenslangem mietfreien Wohnrecht. So wuerde vielleicht ein Teil des (ziemlich kleinen) Vermoegens geschuetzt werden sollte der Vater irgendwann ein Pflegeheim benoetigen, haette aber solange es ihm gut genug geht sehr niedrige Wohnkosten.

Nehmen wir mal an die Kinder wohnen zu weit weg (Flieger noetig) um beim Gespraech mit dem Notar vor Ort zu sein.

Waehre dieses eine gute Idee die allen, aber vor allem auch dem Vater am Besten zu gute kommt? Gibt es bessere Moeglichkeiten oder ist das BT das beste?

Danke.

Jdepp
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Jdepp »

Das steht so oder so nicht zur Disposition der Überlebenden. Wenn das Testament (warum auch immer) durch das Nachlassgericht als ungültig angesehen wird, kriegt man das nicht dadurch vom Tisch, dass die gesetzlichen Erben bestätigen, dass sie aber eigentlich mit dem Inhalt einverstanden seien. Wenn das Nachlassgericht das weiter anders sieht, kann man dann höchstens Rechtsmittel gegen einen abgewiesenden Erbscheinsantrag einlegen und danach darauf hoffen, dass das Oberlandesgericht es anders sieht als das Nachlassgericht.

matthias.
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von matthias. »

Lemoncloud hat geschrieben: Die Kinder werden zustimmen, fragen sich aber ob es nicht noch eine andere Moeglichkeit gaebe, z.B. normale Erbfolge und die Kinder kaufen dem Vater davon eine Wohnung mit lebenslangem mietfreien Wohnrecht.

Klar kann man das machen, wieso nicht?

Für 140 K€ bekommt man auch ne ganz normale kleine Wohnung wenn man nicht unbedingt in München oder Franfurt City wohnen will.

MfG
Matthias

Lemoncloud
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

matthias. hat geschrieben:
Lemoncloud hat geschrieben: Die Kinder werden zustimmen, fragen sich aber ob es nicht noch eine andere Moeglichkeit gaebe, z.B. normale Erbfolge und die Kinder kaufen dem Vater davon eine Wohnung mit lebenslangem mietfreien Wohnrecht.

Klar kann man das machen, wieso nicht?

Für 140 K€ bekommt man auch ne ganz normale kleine Wohnung wenn man nicht unbedingt in München oder Franfurt City wohnen will.

MfG
Matthias
Das ist die Frage. Was waehre wenn eines der Kinder arbeitslos wird und z.B H4 braucht? Kann man eine Wohnung besitzen, nicht bewohnen und mietfrei vermieten? Vemutlich nicht, oder? Und schon wieder 12 Stunden reisen um mit dem Notar persoenlich zu sprechen? Per Skype dran teilnehmen ist nicht. Die Gegend ist nicht nur sehr billig sondern auch etwas zurueckgeblieben.

Ich kenne mich da nicht aus da ich seit Jahren nicht mehr in De lebe.

matthias.
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von matthias. »

Warum schlagen die Kinder das Erbe nicht einfach aus? Dann ist der Vater Alleinerbe.

Lemoncloud
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

matthias. hat geschrieben:Warum schlagen die Kinder das Erbe nicht einfach aus? Dann ist der Vater Alleinerbe.
So wie ich es verstehe waehren dann die Kinder der Kinder Erbe, und wenn die ebenfalls ausgeschlagen werden dann sind massenweise seltsame Verwandte dran die eben nicht im Sinne des Vaters handeln wuerden sondern nur an sich selber denken.

Jdepp
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Jdepp »

matthias. hat geschrieben:Warum schlagen die Kinder das Erbe nicht einfach aus? Dann ist der Vater Alleinerbe.

Uhhh, ganz böser Ratschlag. Das meinen viele und es geht dann tierisch in die Hose. Selbst wenn Kinder und Enkel usw. ausschlagen, sind dann dier Erben zweiter Ordnung mit am Zug.

matthias.
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von matthias. »

Jdepp hat geschrieben:

Uhhh, ganz böser Ratschlag. Das meinen viele und es geht dann tierisch in die Hose. Selbst wenn Kinder und Enkel usw. ausschlagen, sind dann dier Erben zweiter Ordnung mit am Zug.
Hab ich nicht dran gedacht, stimmt.

Lemoncloud
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

Jdepp hat geschrieben:
matthias. hat geschrieben:Warum schlagen die Kinder das Erbe nicht einfach aus? Dann ist der Vater Alleinerbe.

Uhhh, ganz böser Ratschlag. Das meinen viele und es geht dann tierisch in die Hose. Selbst wenn Kinder und Enkel usw. ausschlagen, sind dann dier Erben zweiter Ordnung mit am Zug.
Das meine ich. Ich kenne mich mit sowas nicht aus, deswegen frage ich ja. Kann man zugunsten des Vaters ausschlagen? Vermutlich nicht, oder? Das waehre dann wohl eine Schenkung die dicke versteuert wird. :cry:

Uebrigens, der Grund fuer die Ungueltigkeit des BTs ist dass es zwar handschriftlich geschrieben ist und der noetigen Form entspricht, aber zwischen Buchstaben innerhalb Woertern Luecken sind. Also schon mit Schreibschrift geschrieben, aber mit Stiftabsetzern zwischen bestimmten Buchstaben. An sowas haette ich nicht gedacht.

matthias.
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von matthias. »

Lemoncloud hat geschrieben:
Jdepp hat geschrieben:
matthias. hat geschrieben:Warum schlagen die Kinder das Erbe nicht einfach aus? Dann ist der Vater Alleinerbe.

Uhhh, ganz böser Ratschlag. Das meinen viele und es geht dann tierisch in die Hose. Selbst wenn Kinder und Enkel usw. ausschlagen, sind dann dier Erben zweiter Ordnung mit am Zug.
Das meine ich. Ich kenne mich mit sowas nicht aus, deswegen frage ich ja. Kann man zugunsten des Vaters ausschlagen? Vermutlich nicht, oder? Das waehre dann wohl eine Schenkung die dicke versteuert wird. :cry:

Edit: Wieder reingefallen. Das mit der Steuer kann doch eng werden. Der Freibetrag ist nur 20.000 € bei Geschenken an die Eltern.

Das Problem ist zusätzlich hier die angesprochnen Harzt IV Problematik.
Sollte ein Kind in ALG 2 gehen, könnte das "Amt" die Rückforderung des Geschenks verlangen.

Lemoncloud
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

matthias. hat geschrieben:Edit: Wieder reingefallen. Das mit der Steuer kann doch eng werden. Der Freibetrag ist nur 20.000 € bei Geschenken an die Eltern.

Das Problem ist zusätzlich hier die angesprochnen Harzt IV Problematik.
Sollte ein Kind in ALG 2 gehen, könnte das "Amt" die Rückforderung des Geschenks verlangen.

Tja.. :(

Nehmen wir mal an der Hinterbliebene war bei einem Notar der vorschlug dass das Erbe der Kinder einfach an ihn uebertragen werden koennte. Der schriftliche Teil davon koenne von dem Kind im Ausland irgendwie ueber die Botschaft erklaert werden. Keine Erklaerung wie das gehen soll und was die Vor- und Nachteile davon sind, nichts schriftliches erhalten.

Scheinbar soll das irgendwie ueber Verzicht auf Erbe laufen, aber was das bedeutet, ob das ein Unterschied zu Ausschlagen oder Schenkung ist ist mir nicht deutlich.

Jdepp
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Jdepp »

Lemoncloud hat geschrieben:
Jdepp hat geschrieben:
matthias. hat geschrieben:Warum schlagen die Kinder das Erbe nicht einfach aus? Dann ist der Vater Alleinerbe.

Uhhh, ganz böser Ratschlag. Das meinen viele und es geht dann tierisch in die Hose. Selbst wenn Kinder und Enkel usw. ausschlagen, sind dann dier Erben zweiter Ordnung mit am Zug.
Das meine ich. Ich kenne mich mit sowas nicht aus, deswegen frage ich ja. Kann man zugunsten des Vaters ausschlagen?
Nein.

Lemoncloud
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

Jdepp hat geschrieben:
Lemoncloud hat geschrieben:
Jdepp hat geschrieben:

Uhhh, ganz böser Ratschlag. Das meinen viele und es geht dann tierisch in die Hose. Selbst wenn Kinder und Enkel usw. ausschlagen, sind dann dier Erben zweiter Ordnung mit am Zug.
Das meine ich. Ich kenne mich mit sowas nicht aus, deswegen frage ich ja. Kann man zugunsten des Vaters ausschlagen?
Nein.
Also gibt es keine Moeglichkeit dafuer zu sorgen dass dem Vater das Geld bekommt?

- Ausschlagen: seltsame Verwandte bedienen sich
- Schenken: Schenkungssteuer ueber 20k wird faellig (koennte um 50k pro Kind gehen bei normaler Erbfolge) und das Geld koennte innerhalb 10 Jahren zurueckverlangt werden sollte eines der Kinder H4 noetig haben oder Pflege.
- Kinder kaufen Wohnung vom Erbe und lassen Vater mietfrei wohnen, Vater zahlt alle anfallenden Kosten fuer die Wohnung sodass die Kinder keine Kosten damit haben: siehe H4 und Pflege?

- nur einen Pflichtteil annehmen? Was wuerde dann mit dem Geld passieren? Wenn wir mal von total 200k ausgehen, dann waehre der Pfichtteil 25k (wird vermutlich weniger sein) und je Kind kommen 25k mehr dem Vater zu. Auch nicht, oder?

Kind denkt im Moment dass sie wieder in den Flieger steigen muss - auch wenn der Arbeitgeber schon meckert da sie in den letzten Monaten sehr oft weg war. Kurze, sehr heftige Krankheit der Mutter :cry: Da denkt man, alles sei gut geregelt und dann das. :cry:

matthias.
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von matthias. »

Lemoncloud hat geschrieben:
Angenomment: ein Hinterbliebener, 2 Kinder. Ein viel zu grosses Haus (vielleicht 100-140k wert) das verkauft werden soll vorhanden.

Wenn man davon ausgeht, dass dem Vater schon die Hälfte des Hauses gehört, also 70 k, wird nur der Anteil der Mutter vererbt also auch 70k. Davon erhalten die Kinder jeweils 1/4 also 17.5 k€

Lemoncloud
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Re: Berliner Testament vs. Alternativen?

Beitrag von Lemoncloud »

matthias. hat geschrieben:
Lemoncloud hat geschrieben:
Angenomment: ein Hinterbliebener, 2 Kinder. Ein viel zu grosses Haus (vielleicht 100-140k wert) das verkauft werden soll vorhanden.

Wenn man davon ausgeht, dass dem Vater schon die Hälfte des Hauses gehört, also 70 k, wird nur der Anteil der Mutter vererbt also auch 70k. Davon erhalten die Kinder jeweils 1/4 also 17.5 k€
Ach mensch, du hast natuerlich recht! Warum sollten die Kinder den Erbteil vom Vater ebenfalls bekommen *stirnklatsch* ich bin auch nicht ganz da. Die letzten paar Wochen waren uebel. Sorry.

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