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2 Kinder, 1 Grundstück - Schenkung?

Verfasst: 04.07.17, 13:40
von screamfine
Angenommen die Mutter von zwei Kindern (Eigentümerin eines ca. 6 ar großen Grundstücks) möchte einem der beiden Kinder (Kind Nr. 1) dieses Grundstück übertragen, damit dieses Kind dort ein Haus bauen kann. Das Grundstück würde damit vom Wiesengrundstück zum Baugrundstück.

Die Mutter möchte dass es gerecht zugeht und bietet dem zweiten Kind als Ausgleich einen Betrag von 10.000 EUR (welcher das 1. Kind, das dort bauen möchte, dem 2. Kind zahlen müsste).

Folgende Fragen zum Sachverhalt:

1.) Könnte die Mutter das Grundstück dem 1. Kind auch einfach schenken und das 2. Kind müsste rechtlich gesehen gar keine Entschädigung oder einen ausgezahlten Betrag erhalten?

2.) Gibt es rechtliche Aspekte, die bei einer Schenkung eine Rolle spielen insofern dass das 2. Kind nicht leer ausgehen darf?

3.) Kann das Grundstück überhaupt geschenkt werden oder wird es per Gesetz als vorgezogenes Erbe betrachtet?

4.) Nach welchem Wert richtet sich die Zahlung des 1. Kindes an das 2. Kind? Dem Wert des aktuellen Wiesengrundstücks oder des späteren Baulandes? Dies würde preslich gesehen einen enormen Unterschied ausmachen.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Hinweis: Es ist anzunehmen dass die Mutter noch mehr als 10 Jahre lebt.

Re: 2 Kinder, 1 Grundstück - Schenkung?

Verfasst: 04.07.17, 13:58
von matthias.
1) Ja.

3) Sowas wie vorgezogenes Erbe gibt es nicht. Solange man lebt, kann man mit seinen Sachen machen was man will.

4) Das ist jetzt eher eine Gerichtigkeitsfrage. Was würde denn eine fremder Käufer für das Land bezahlen.
Wieso ist man so sicher, dass es wirklich in Bauland umgewandelt wird?
Falls das von der Stadt garantiert ist, würde ich es direkt doch nur als Bauland verkaufen und nicht für den Wiesenpreis, wenn ich der Besitzer wäre.
Also ist das Gelände auch so viel wert wie Bauland oder sehe ich das falsch?

Re: 2 Kinder, 1 Grundstück - Schenkung?

Verfasst: 04.07.17, 14:36
von SusanneBerlin
2. Nein gibt es nicht und damit erübrigen sich die übrigen Fragen.

3. "Vorgezogenes Erbe" ist nur eine umgangssprachliche/beschreibende Bezeichnung einer Übertragung von Geld- oder Sachwerten an die nachfolgende Generation, es hat jedoch rechtlich keine Bedeutung (außer bei der Höhe der Schenkungssteuer). Rechtlich ist eine unentgeltliche Zuwendung unter Lebenden einfach eine Schenkung, ein "vorgezogenes Erbe" kommt in keinem Gesetzestext vor.

Ich hätte übrigens auch Zweifel, ob die Wiese Bauland ist oder werden wird, nur weil jemand da bauen möchte. Die Stadt bzw. die Baubehörde legt fest, was Bauland ist und nicht der Eigentümer.