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recht.de • Thema anzeigen - Wenn das Enkelkind erbt
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 Betreff des Beitrags: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 13.12.17, 20:24 
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Hallo!

Angenommen ein Elternteil verstirbt und im Testament wird festgehalten, dass das eine Kind nur den Pflichtteil bekommt. Dessen Kind (also das Enkelkind) soll einen gewissen Betrag erben. Da das Kind nicht volljährig ist, soll es über den Betrag erst ab einem gewissen Alter verfügen können. Lt. Testament soll sich um alle Angelegenheiten das andere Kind des Verstorbenen kümmern.
Dabei möchte dieser scheinbar auf seinem Namen ein Konto eröffnen, dass zugunsten des Enkelkindes eröffnet wird mit einem Sperrvermerk.
Damit ist der Elternteil jedoch nicht einverstanden. Dieser möchte, dass das Konto auf den Namen des Enkelkindes eröffnet wird und dann auf diesem Konto ein entsprechender Sperrvermerk hinterlegt wird, so dass sichergestellt ist, dass bis zum Erreichen des Alters niemand das Konto anrühren kann.
Hat der Elternteil, als Sorgeberechtigter und Vertreter der Interessen seines Kindes, Anspruch darauf, dass das Konto auf Namen des Kindes eröffnet wird oder ist er dazu verpflichtet, das hinzunehmen, dass das Konto auf den Namen des Geschwisterteils eröffnet wird?

Herzlichen Dank!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 08:34 
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So spontan gefühlt würde ich dem Elternteil recht geben, das Konto ist auf den Namen des Kindes anzulegen.
Bei einem Konto auf den Namen des verwaltenden Geschwisterteils sehe ich die Gefahr das der Sperrvermerk einen pfändenden Drittschuldner oder Insolvenzverwalter des Geschwisterteils nicht hindert auf das Konto zuzugreifen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 09:52 
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Ich bin auch eher auf Seiten der Eltern. Ein paar Gründe wurden schon genannt. Auch wenn es kaum noch Zinsen gibt, die Kinder (Enkel) können eigene Freistellungsbeträge geltend machen.

_________________
Viele Grüße Dig


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 10:12 
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Zitat:
Dabei möchte dieser scheinbar auf seinem Namen ein Konto eröffnen, dass zugunsten des Enkelkindes eröffnet wird mit einem Sperrvermerk.


Das stellt nach meiner Auffassung eine Gefährdung des Vermögens des Enkels dar, da die Gefahr der Pfändung im Falle der Insolvenz des Kindes besteht.
Anders kann es dann aussehen, wenn es sich um ein Treuhandkonto handelt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 10:15 
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Vielen Dank für die Antworten.

Ein Konto darf nur mit Unterschrift des Sorgeberechtigten angelegt werden (auf Namen des Enkelkindes). Ist der Sorgeberechtigte verpflichtet, diese Unterschrift zu leisten, damit das Geschwisterteil ein Konto eröffnen kann oder hat der Sorgeberechtigte das Recht, selbst das Konto für sein Kind inkl. Sperrvermerk anzulegen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 11:30 
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Zitat:
Ist der Sorgeberechtigte verpflichtet, diese Unterschrift zu leisten, damit das Geschwisterteil ein Konto eröffnen kann


Ja

Alternativ kann das Geschwisterteil ein Treuhandkonto anlegen. Vielleicht war das auch mit "Konto mit Sperrvermerk" gemeint.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 11:47 
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hambre hat geschrieben:
Zitat:
Ist der Sorgeberechtigte verpflichtet, diese Unterschrift zu leisten, damit das Geschwisterteil ein Konto eröffnen kann


Ja

Alternativ kann das Geschwisterteil ein Treuhandkonto anlegen. Vielleicht war das auch mit "Konto mit Sperrvermerk" gemeint.


Der Sperrvermerk bezieht sich darauf, dass das Konto bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres nicht angerührt werden darf, also gesperrt ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 12:03 
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Ich finde diese Vorgehensweise ja etwas befremdlich. Als Elternteil bemüht man sich um bestmögliche Anlage bzw. ist bereit mehrere Gespräche mit unterschiedlichen Banken zu führen. Während das andere Geschwisterteil, welches ohnehin nie Interesse an dem Kind hatte, platt irgendwo ein Sparkonto eröffnet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 12:05 
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hambre hat geschrieben:
Zitat:
Ist der Sorgeberechtigte verpflichtet, diese Unterschrift zu leisten, damit das Geschwisterteil ein Konto eröffnen kann

Ja


Aus Interesse: Ja, weil....?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 12:13 
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Blindflieger hat geschrieben:
Ich finde diese Vorgehensweise ja etwas befremdlich. Als Elternteil bemüht man sich um bestmögliche Anlage bzw. ist bereit mehrere Gespräche mit unterschiedlichen Banken zu führen. Während das andere Geschwisterteil, welches ohnehin nie Interesse an dem Kind hatte, platt irgendwo ein Sparkonto eröffnet.

Der Erblasser hat es eben so festgelegt, dass nicht die Eltern des Enkelkindes, sondern Onkel/Tante das Geld verwalten soll. Außerdem muss er es "mündelsicher" anlegen. Irgendwelche spekulativen Anlageformen wie Aktien oder Fonds sind da nicht zulässig.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 12:33 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
Blindflieger hat geschrieben:
Ich finde diese Vorgehensweise ja etwas befremdlich. Als Elternteil bemüht man sich um bestmögliche Anlage bzw. ist bereit mehrere Gespräche mit unterschiedlichen Banken zu führen. Während das andere Geschwisterteil, welches ohnehin nie Interesse an dem Kind hatte, platt irgendwo ein Sparkonto eröffnet.

Der Erblasser hat es eben so festgelegt, dass nicht die Eltern des Enkelkindes, sondern Onkel/Tante das Geld verwalten soll.


In dem Testament steht nur zu diesem Punkt, dass das Enkelkind zu seinem 20. Geburtstag XX.000 Euro bekommen soll.

Und allgemein im Testament, dass die Abwicklung das eine Geschwisterteil übernimmt, dazu gehört Immobilienbewertung, Hausverkauf etc.

Inwieweit dazu dann auch die Eröffnung eines Kontos gehört oder dass dieser das Geld verwalten soll, vermag ich als Laie nicht zu beurteilen.

Wo das Problem besteht, dass man als Eltern sich beraten lässt und ein Konto, in welcher Form auch immer, zu eröffnen, woraus das Enkelkind die bestmögliche Verzinsung erhält, wenn man gleichzeitig auch festlegt, dass das Geld nur von dem Enkelkind und erst ab dem 20. Geburtstag verfügbar ist, ist für die Eltern nicht nachvollziehbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 14:30 
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Zitat:
In dem Testament steht nur zu diesem Punkt, dass das Enkelkind zu seinem 20. Geburtstag XX.000 Euro bekommen soll.
Ist das alles, was das Enkelkind geerbt hat? Ist das Enkelkind im Testament als Erbe genannt oder handelt es sich um ein Geldvermächtnis?

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob 2 Erben eine Erbengemeinschaft bilden, oder ob einer alleine Erbe ist und dem anderen ein Vermächtnis auszahlt. Diesen Punkt bitte zuerst klären. Ansonten geht die Diskussion/die Überlegungen, wie man die Rechte des Enkelkinds bestmöglicht wahrt, u.U. in die völlig falsche Richtung.

_________________
Grüße, Susanne


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 15:03 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
Zitat:
In dem Testament steht nur zu diesem Punkt, dass das Enkelkind zu seinem 20. Geburtstag XX.000 Euro bekommen soll.
Ist das alles, was das Enkelkind geerbt hat? Ist das Enkelkind im Testament als Erbe genannt oder handelt es sich um ein Geldvermächtnis?

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob 2 Erben eine Erbengemeinschaft bilden, oder ob einer alleine Erbe ist und dem anderen ein Vermächtnis auszahlt. Diesen Punkt bitte zuerst klären. Ansonten geht die Diskussion/die Überlegungen, wie man die Rechte des Enkelkinds bestmöglicht wahrt, u.U. in die völlig falsche Richtung.


Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ja, das Enkelkind wird namentlich nur in dem Punkt erwähnt als dass es zu seinem 20. Geburtstag den Betrag X erhalten soll.

Ich nehme an, dass es dann wohl ein Geldvermächtnis ist.
Ansonsten ist der andere Geschwisterteil Alleinerbe und der Elternteil des Enkelkindes bekommt den Pflichtteil.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 16:07 
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Zitat:
In dem Testament steht nur zu diesem Punkt, dass das Enkelkind zu seinem 20. Geburtstag XX.000 Euro bekommen soll.


Das ändert die Sachlage fundamental. Das ist nämlich ein aufschiebend bedingtes Vermächtnis.
Bislang waren wir hier von einem sofortigen Vermächtnis ausgegangen, das vom Geschwisterteil verwaltet werden sollte.

Der Geschwisterteil ist weder verpflichtet, aktuell Geld auf den Namen des Kindes anzulegen, noch ist der Geschwisterteil verpflichtet, den Betrag zu verzinsen.

Das Enkelkind bekommt am 20. Geburtstag vom Erben, d.h. dem Geschwisterteil XX.000€, nicht mehr und nicht weniger. Die Zinsen, die in der Zwischenzeit auf den Betrag anfallen, darf sich das Geschwisterteil einstecken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn das Enkelkind erbt
BeitragVerfasst: 14.12.17, 16:25 
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hambre hat geschrieben:
Zitat:
In dem Testament steht nur zu diesem Punkt, dass das Enkelkind zu seinem 20. Geburtstag XX.000 Euro bekommen soll.


Das ändert die Sachlage fundamental. Das ist nämlich ein aufschiebend bedingtes Vermächtnis.
Bislang waren wir hier von einem sofortigen Vermächtnis ausgegangen, das vom Geschwisterteil verwaltet werden sollte.

Der Geschwisterteil ist weder verpflichtet, aktuell Geld auf den Namen des Kindes anzulegen, noch ist der Geschwisterteil verpflichtet, den Betrag zu verzinsen.

Das Enkelkind bekommt am 20. Geburtstag vom Erben, d.h. dem Geschwisterteil XX.000€, nicht mehr und nicht weniger. Die Zinsen, die in der Zwischenzeit auf den Betrag anfallen, darf sich das Geschwisterteil einstecken.


Entschuldigung. :oops:

Und wie wird sichergestellt, dass am 20. Geburtstag des Enkelkindes noch XX.000 Euro vorhanden sind? Wenn zum Beispiel der Erbe insolvent ist oder ähnliches? :shock:


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