Kontovollmacht über den Tod hinaus

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Salei
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Kontovollmacht über den Tod hinaus

Beitrag von Salei » 09.01.18, 14:27

Hallo Forianer,

Angenommen Mutter von 4 Kindern verstirbt. Ein Kind hat eine Kontovollmacht über den Tod hinaus. Dieses Kind löst umgehend nach dem Tod der Mutter Tagesgeldkonto und Sparkonto auf. Zahlt alles auf das Girokonto ein. Das ist auch sinnvoll. Davon soll die Beerdigung gezahlt werden.
Nachdem die Beerdigungskosten abgezogen sind ist noch Geld vorhanden.
Nun möchte das Kind mit der Kontovollmacht das Girokonto auflösen, alles Geld auf sein eigenes Konto einzahlen und das Geld "verwalten" für Grabplatte (Rasengrab) und was weiß ich was noch anfallen könnte.
Das finden die andern Kinder nicht so toll, haben aber keine Kontovollmacht und meinen da kann man nix machen.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass nach dem Tod der Mutter alle Kinder eine Erbengemeinschaft bilden und jeder für sich das Recht hat, die Vollmacht bei der Bank zu widerrufen. Ist das so, oder ist das wieder so ein Ammenmärchen was im Netz rum geistert?
Falls es so ist, benötigt man dann zum Widerruf einen Erbschein?

Bin dankbar für Antwort und wünsch noch einen gelingenden Tag

Salei
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Re: Kontovollmacht über den Tod hinaus

Beitrag von Salei » 09.01.18, 14:40

Es tut mir leid, ich war etwas zu schnell und hätte zuerst ältere Beiträge lesen sollen.
Ein paar Beiträge weiter unten hat jemand fast das gleiche Problem und die Antworten kann ich auf den von mir geschilderten Fall übertragen.

hambre
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Re: Kontovollmacht über den Tod hinaus

Beitrag von hambre » 09.01.18, 17:24

Ich meine mal gelesen zu haben, dass nach dem Tod der Mutter alle Kinder eine Erbengemeinschaft bilden und jeder für sich das Recht hat, die Vollmacht bei der Bank zu widerrufen.
Das ist richtig
Falls es so ist, benötigt man dann zum Widerruf einen Erbschein?
Nein
Nun möchte das Kind mit der Kontovollmacht das Girokonto auflösen, alles Geld auf sein eigenes Konto einzahlen
Mit so einem Vorgehen würde das Kind die Vollmacht missbrauchen.

Eine Vollmacht heißt nämlich nicht, dass der Bevollmächtigte frei entscheiden darf, wie er seine Befugnisse ausübt. Der Bevollmächtigte muss mit der Vollmacht im Interesse des Vollmachtgebers (hier: die Erben) handeln. Er darf nicht gegen den ausdrücklich erklärten Willen des Vollmachtgebers handeln. Außerdem würde es sich um ein verbotenes Insichgeschäft handeln (§ 181 BGB).

Nach § 181 BGB darf der Bevollmächtigte keine Geschäfte (=Handlungen) zu eigenen Gunsten vornehmen. Dabei würde es sich aber bei einer Überweisung auf das eigene Konto handeln.

freemont
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Re: Kontovollmacht über den Tod hinaus

Beitrag von freemont » 09.01.18, 17:33

hambre hat geschrieben:...
Nach § 181 BGB darf der Bevollmächtigte keine Geschäfte (=Handlungen) zu eigenen Gunsten vornehmen. Dabei würde es sich aber bei einer Überweisung auf das eigene Konto handeln.

Es kann ja durchaus sinnvoll sein, dass der Bevollmächtigte im Interesse Aller die Verfügungsbefugnis behält. Ist die Vollmacht erst widerrufen, ist das Konto blockiert, der Zugriff sehr umständlich.

Der Vollmacht liegt meistens ein Bankformular zugrunde, da sollte man nachsehen, ob § 181 ausgeschlossen wurde und das Selbstkontrahieren erlaubt ist.

Nikosch
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Re: Kontovollmacht über den Tod hinaus

Beitrag von Nikosch » 14.01.18, 03:27

Angenommen es bestehen Sparbücher des Erblasers!

Kann die/der Lebensgefährte/in wenn eine Volllmacht auch über den Tod hinaus besteht nicht einfach Geld abholen und es in gleichen Teilen verteilen? Sollte sich eines der Kinder z.B. weigern das Sparbuch aufzulösen?? Durch die fehlende Unterschrift??
Und man lässt den Teil des Verweigeres auf dem Konto drauf bis er unterschreibt?? Damit trägt er nämlich auch alleine die Kontoführungsgebühren weil einer sich z.B. jahrelang nicht meldet!!
Wäre das eine Möglichkeit?

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