Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

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J.R.
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Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

Beitrag von J.R. » 15.01.18, 19:43

Von einer Bekannten ist die Mutter ist verstorben und hat ihr als Alleinerbin ca. 350.000 EUR Bargeld (Bankkonto) und eine von ihr bewohnte Immobilie (Verkehrswert ca. 380.000 EUR) hinterlassen.

Meine Bekannte möchte das Haus nicht behalten sondern ihrer Tante und ihrem Onkel (dem Bruder der Mutter) gemeinschaftlich unentgeltlich überlassen, weil es auch sein Elternhaus war.

Meine Fragen sind,
- wie viel Erbschaftssteuer fält voraussichtlich für meine Bekannte an
- in welcher Form die Überlassung an die/den Tante/Onkel unter steuerlichen Gesichtspunkten am günstigsten erfolgen
kann (Schenkung, Kaufvertrag mit Preisnennung 380.000 EUR oder …)?
- werden bei Schenkung für Onkel/Tante 2 Freibeträge angerechnet? von welchen Beträgen erfolgt die Steuerberechnung?
- sehe ich es richtig, dass der Staat die Immobilie betreffend gleich doppelt und dreifach abkassiert, weil meine Bekannte sie nicht
behalten möchte.

Wie ist die Rechtslage?

Vielen Dank

SusanneBerlin
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Re: Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

Beitrag von SusanneBerlin » 15.01.18, 20:07

Hallo,
- werden bei Schenkung für Onkel/Tante 2 Freibeträge angerechnet? von welchen Beträgen erfolgt die Steuerberechnung?
Wenn das Haus an A und B zum jeweils hälftigem Eigentum geschenkt wird, fällt für A Schenkungssteuer von 30% auf den hälftigen Verkehrswert abzüglich 20.000€ Freibetrag an, für B genauso.
- in welcher Form die Überlassung an die/den Tante/Onkel unter steuerlichen Gesichtspunkten am günstigsten erfolgen
kann (Schenkung, Kaufvertrag mit Preisnennung 380.000 EUR oder …)?
Bei einem Verkauf zahlt der Erwerber 3,5 bis 6,5% Grunderwerbssteuer vom Kaufpreis (jedes Bundesland legt den Steuersatz selber fest), der Verkäufer zahlt nur dann Einkommenssteuer wenn die Haltefrist von 10 Jahren nicht abgelaufen ist. Wobei wenn der Verkäufer durch Erbschaft an das Grundstück gekommen ist, dann zählt die Zeit mit, die das Grundstück im Eigentum des Erblassers war.

Es reicht aber nicht nur einen Kaufpreis in die Urkunde schreiben zu lassen, der Kaufpreis muss tatsächlich fließen ansonsten ist es eine Schenkung. Eine als Verkauf getarnte Schenkung stellt einen Steuerbetrug dar. Bevor der Notar die Grundbuchumschreibung veranlasst, fordert er eine schriftliche Bestätigung vom Verkäufer darüber, dass der Kaufpreis bezahlt wurde.
- sehe ich es richtig, dass der Staat die Immobilie betreffend gleich doppelt und dreifach abkassiert, weil meine Bekannte sie nicht
behalten möchte.
Die Schenkungssteuer wird bei Verwandschaftsverhältnissen in Steuerklasse III genauso berechnet wie die Erbschaftssteuer. Unsofern ist die Schenkungssteuer jetzt nur vorgezogen, sie fiele genauso an wenn die jetzuge Eigentümerin irgendwann stirbt und die Immobilie weitervererbt. Außer sie vererbt oder schenkt das Haus gleich dem Staat. Dann muss niemand Erbschaftssteuer bezahlen, den der Staat zahlt an sich selbst keine Erbschaftssteuer.
Grüße, Susanne

SusanneBerlin
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Re: Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

Beitrag von SusanneBerlin » 15.01.18, 22:34

Möglich wäre auch eine "gemischte Schenkung", d.h. Verkäufer und Käufer vereinbaren einen Zahlbetrag, der unterhalb des Verkehrswerts liegt, der restliche Preis wird erlassen und zählt als Schenkung. Somit könnte der Kaufpreis beispielsweise auf den Betrag festgelegt werden, der bei der Eigentümerin als Erbschaftsteuer vom Finanzamt festgestellt wurde. Damit wird erreicht, dass der finanzielle Verlust der Erbin durch die Erbschaftssteuer von den Erwerbern der Immobilie (Onkel und Tante) ausgeglichen wird.
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

Beitrag von matthias. » 16.01.18, 10:32

Man könnte das Haus auch einfach zu Wohnzwecken unentgeltlich bis zum Tod von Onkel und Tante überlassen und im eigenen Eigentum behalten.

Das ist dann im übrigen meines Wissens nach, keine Schenkung.

SusanneBerlin
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Re: Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

Beitrag von SusanneBerlin » 16.01.18, 11:49

Es wird doch jeden Monat die Miete geschenkt, die man verlangen könnte. Da läppert sich in 20, 30 Jahren ganz schön was zusammen.
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Geerbte mmobilie - Schenkung oder Verkauf

Beitrag von matthias. » 16.01.18, 12:03

Aber darauf entfällt keine Schenkungssteuer weil es eine Nutungsüberlassung und keine Schenkung ist.
IMHO

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