Pflichtteilansprüche aus Erbe nach Tod

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Dennis_H.
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Pflichtteilansprüche aus Erbe nach Tod

Beitrag von Dennis_H. » 23.02.18, 13:06

Hallo liebe Forengemeinde,

ich hoffe das ich die Forenregeln dahingehend verstanden habe, dass der folgende Text korrekt formuliert ist:

Fiktiver Fall:

Person A + B - Verheiratet, gesetzl. Standart
Aus der Ehe entstand ein Kind: Person C (verwitwet)
Person C hat ein Kind: Person D

Person A + B leben und besitzen ein Reihenmittelhaus und besitzen etwas Vermögen.
Person A + B testamentieren sich gegenseitig (Berliner Testament) am Küchentisch.
Person A verstirbt.
Person C fordert nicht seinen Pflichtteil an. Allerdings versäumt Person B auch, sein Erbe offiziell anzutreten, da vorab über alles Verfügnisse bestand.

Person C hat Schulden und verstirbt vor Person B.
Person D lehnt das Erbe wegen Überschuldung des Erbes ab.
Person B lehnt das Erbe wegen Überschuldung des Erbes ab.

Person D hat demnach auch kein Recht mehr auf den Pflichtteil von Person C. Gibt es außer Person D, (z.B. Gläubiger, Fiskus)
jemanden mit Anspruch auf den Pflichtteil von Person C, resultierend aus dem Tode von Person A?


Wie ist die Rechtslage?


Mit freundlichen Grüßen

matthias.
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Re: Pflichtteilansprüche aus Erbe nach Tod

Beitrag von matthias. » 23.02.18, 13:13

Dennis_H. hat geschrieben: Gibt es außer Person D, (z.B. Gläubiger, Fiskus)
jemanden mit Anspruch auf den Pflichtteil von Person C, resultierend aus dem Tode von Person A?
Nein.

MfG
Matthias

SusanneBerlin
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Re: Pflichtteilansprüche aus Erbe nach Tod

Beitrag von SusanneBerlin » 23.02.18, 13:20

Hallo,
Allerdings versäumt Person B auch, sein Erbe offiziell anzutreten,
Man muss nicht offiziell verkünden, dass man die Erschaft annimmt. Erbe ist man von Gesetz wegen, außer man schlägt das Erbe aus.
Person D hat demnach auch kein Recht mehr auf den Pflichtteil von Person C. Gibt es außer Person D, (z.B. Gläubiger, Fiskus)
jemanden mit Anspruch auf den Pflichtteil von Person C, resultierend aus dem Tode von Person A?
NEIN. Einen Pflichtteilsanspruch hat man nur, wenn man pflichtteilberechtigter gesetzlicher Erbe wäre und enterbt wurde, oder wenn die Erbschaft mit Auflagen versehen ist und man das Erbe ausschlägt um stattdessen den Pflichtteil zu fordern.

C könnte seinen Pflichtteilsanspruch also nur an seinen noch lebenden Elternteil B oder an seine Nachkommen vererbt haben.

Außerdem verjährt der Pflichtteilsanspruch nach 3 Jahren.
Grüße, Susanne

Dennis_H.
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Re: Pflichtteilansprüche aus Erbe nach Tod

Beitrag von Dennis_H. » 27.02.18, 17:29

Vielen Dank für die schnelle Aufklärung des Falls.

hambre
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Re: Pflichtteilansprüche aus Erbe nach Tod

Beitrag von hambre » 01.03.18, 13:39

C könnte seinen Pflichtteilsanspruch also nur an seinen noch lebenden Elternteil B oder an seine Nachkommen vererbt haben.
Das stimmt so nicht. Der Pflichtteilsanspruch von C aus dem Nachlass von A kann auch an entferntere Erben vererbt werden. Die Vererbung dieses Pflichtteilsanspruch hängt nicht davon ab, dass die Erben gegenüber C pflichtteilsberechtigt wären.
Gibt es außer Person D, (z.B. Gläubiger, Fiskus)
jemanden mit Anspruch auf den Pflichtteil von Person C, resultierend aus dem Tode von Person A?
Ja, die Erben 3. Ordnung von C (Großeltern, Onkel, Tante, Cousins, Cousinen) könnten diesen Anspruch noch geltend machen, sofern sie das Erbe von C nicht ebenfalls ausgeschlagen haben. Und auch wenn alle Erben 3. Ordnung ausgeschlagen haben, können die Erben 4. Ordnung (Urgroßeltern von C und deren Nachkommen) den Pflichtteil geltend machen.

Das Ganze dürfte aber eher eine Betrachtung theoretischer Natur sein, da die genannten Erben höherer Ordnung in der Praxis diese Forderung wohl nicht stellen werden. Außerdem verjährt der Anspruch nach 3 Jahren.

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