Schulden nach Erbe

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Dennis_H.
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Schulden nach Erbe

Beitrag von Dennis_H. » 27.02.18, 17:29

Hallo,

ein weiterer fiktiver Fall, der mir durch den Kopf geschossen ist:


Person A + B sind verheiratet, gesetzl. Standart.
Person C ist Kind von Person A+B (Entstanden als Person A noch mit Person X verheiratet war, später adoptiert von Person B)


Person B stirbt vor 8 Jahren.
Person A und Person C nehmen in Richtung Erbe keine Handlungen vor. Keine Ausschlagung oder sonstiges.

Person A stirbt einige Jahre nach Person B.

Person C erfährt durch Einsicht in Unterlagen von Person A, dass Person A + B einen gemeinschaftlichen Kredit aufgenommen hatten, mittlerweile vom Inkassodienst übernommen, den Person A bislang mit einer Mindestabzahlung bedient hat.

Person C schlägt Erbe von Person A fristgerecht aus.

Die Frage nun, ist Person C noch haftbar für die Schulden, weil zu seiner Zeit, die Ausschlagung des Erbes von Person B versäumt wurde? Und falls ja, welche Rechtsmittel gäbe es, dies zu vermeiden?
Wir nehmen in diesem Fall an, dass Person C volljährig war, zum Zeitpunkt des Todes von Person B.


Wie ist die Rechtslage?

Mit freundlichen Grüßen

SusanneBerlin
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Re: Schulden nach Erbe

Beitrag von SusanneBerlin » 27.02.18, 18:35

Hallo,
Die Frage nun, ist Person C noch haftbar für die Schulden, weil zu seiner Zeit, die Ausschlagung des Erbes von Person B versäumt wurde?
Ja.
Und falls ja, welche Rechtsmittel gäbe es, dies zu vermeiden?
Beim zuständigen Nachlassgericht die Nachlassinsolvenz beantragen, § 1975 und 1989ff BGB, das funktioniert aber nur, wenn der Nachlass nach B überschuldet ist..
Grüße, Susanne

Dennis_H.
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Re: Schulden nach Erbe

Beitrag von Dennis_H. » 27.02.18, 20:23

Vielen Dank für die Lösung.


Ein Nachlassinsolvenzverfahren, was ist darunter zu verstehen? Wie soll denn nun festgestellt werden ob der Nachlass von B überschuldet war? Was er in diesem Fall - so nehmen wir das jetzt mal an - war.

Was ich nicht ganz verstehe - man geht zum zuständigen Amtsgericht, beantragt das Nachlassinsolvenzverfahren und dies ist direkt wirksam und für den Erben - der damit kein Erbe mehr sein dürfte? - erledigt? Keine weiteren Konsequenzen, Problematiken?


Wenn anzunehmen ist, dass das Nachlassinsolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet wird, ist eine Dürftigkeitseinrede § 1990 BGB vielleicht die bessere Option? Ist es überhaupt möglich, den Schritt des Nachlassinsolvenzverfahrens so zu überspringen?

Mit freundlichen Grüßen

SusanneBerlin
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Re: Schulden nach Erbe

Beitrag von SusanneBerlin » 27.02.18, 21:05

Wie soll denn nun festgestellt werden ob der Nachlass von B überschuldet war? Was er in diesem Fall - so nehmen wir das jetzt mal an - war.
Der Erbe oder der Insolvenzverwalter sichtet den Nachlass und macht ein Nachlassverzeichnis, mit aller Guthaben, Werten und Verbindlichkeiten.
Grüße, Susanne

Jdepp
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Re: Schulden nach Erbe

Beitrag von Jdepp » 28.02.18, 07:45

SusanneBerlin hat geschrieben: Beim zuständigen Nachlassgericht die Nachlassinsolvenz beantragen...
Insolvenzgericht nicht Nachlassgericht.

hambre
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Re: Schulden nach Erbe

Beitrag von hambre » 01.03.18, 13:46

beantragt das Nachlassinsolvenzverfahren und dies ist direkt wirksam und für den Erben - der damit kein Erbe mehr sein dürfte?
Der Erbe bleibt trotz Nachlassinsolvenz Erbe. Er haftet jedoch nicht mehr mit eigenem Vermögen.
Wenn anzunehmen ist, dass das Nachlassinsolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet wird, ist eine Dürftigkeitseinrede § 1990 BGB vielleicht die bessere Option?
Ja, wenn das Nachlassinsolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet wird, dann ist dir Dürftigkeitseinrede die einzige Option.
Ist es überhaupt möglich, den Schritt des Nachlassinsolvenzverfahrens so zu überspringen?
Ja, wenn offensichtlich ist, dass die Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt werden würde.

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