Nachlassverwaltung bei ausgeschlagenem Erbe

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bedsitter
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Nachlassverwaltung bei ausgeschlagenem Erbe

Beitrag von bedsitter » 17.03.18, 09:31

Hallo!

Folgender Fall:
Familienangehöriger stirbt. Es bestand lange keinen Kontakt mehr, Finanzverhältnisse nicht bekannt, aber man nimmt eher wenig Nachlass an.
Erbe selber Sozialleistungsempfänger, hätte auch Interesse an normalen Nachlässen in bezug auf den Hausrat.
Es bestand aber eine Missbrauchsvorbelastung mit dem Familienangehörigen und ein umfassendes Stalkerproblem, Familie war nachstellend im größeren Umfang, zog viele kriminelle Kontakte an.
Erbe hat deshalb Probleme sich überhaupt um Bestattung und Nachlass zu kümmern, möchte aber auch nicht total leer ausgehen.
Wäre das ausschlagen des Erbes dann wirklich vollkommen damit verbunden auf jeglichen Zusammenhang zu verzichten? Noch nicht mals Privatfotos dürften mitgenommen werden?
Oder kann die Nachlassverwaltung in irgendeiner Weise Rücksicht nehmen auf die personale Situation des Erben.

Danke im Voraus!

LG
Sabine

SusanneBerlin
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Re: Nachlassverwaltung bei ausgeschlagenem Erbe

Beitrag von SusanneBerlin » 17.03.18, 09:44

Hallo,
Erbe hat deshalb Probleme sich überhaupt um Bestattung und Nachlass zu kümmern, möchte aber auch nicht total leer ausgehen.
Wäre das ausschlagen des Erbes dann wirklich vollkommen damit verbunden auf jeglichen Zusammenhang zu verzichten?
Auch wenn man das Erbe aysschlägt sind die nächsten Angehörigen bestattungspflichtig. Meist in der Reihenfolge: Kinder, Eltern Geschwister. Das ist im Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt.

Und wie will er an die Fotos mitnehmen, hat er die Wohnungsschlüssel?
Oder kann die Nachlassverwaltung in irgendeiner Weise Rücksicht nehmen auf die personale Situation des Erben.
Auch ohne die bosonderen Umstände, kann man fragen ob man die (wertlosen) Fotos bekommen kann.
Grüße, Susanne

CruNCC
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Re: Nachlassverwaltung bei ausgeschlagenem Erbe

Beitrag von CruNCC » 17.03.18, 14:48

Wäre das ausschlagen des Erbes dann wirklich vollkommen damit verbunden auf jeglichen Zusammenhang zu verzichten?
Ja.
Noch nicht mals Privatfotos dürften mitgenommen werden?
Rein theoretisch kann man alles an sich nehmen. Das könnte allerdings als Annahme des Erbes gewertet werden. Insbesondere etwaige Gläubiger haben ggf. ein Interesse daran, dass ein Erbe für die Schulden aufkommt.
Oder kann die Nachlassverwaltung in irgendeiner Weise Rücksicht nehmen auf die personale Situation des Erben.
Bei einer Ausschlagung spielt die "personale Situation" des Erben keine Rolle. Wenn der Nachlass überschuldet ist, gibt es keinen Nachlassverwalter.

matthias.
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Re: Nachlassverwaltung bei ausgeschlagenem Erbe

Beitrag von matthias. » 18.03.18, 11:27

bedsitter hat geschrieben: Oder kann die Nachlassverwaltung in irgendeiner Weise Rücksicht nehmen auf die personale Situation des Erben.

Wie gesagt, wie kommt man auf Nachlassverwaltung?

Ist die Person um die es hier geht, die einzige die als Erbe in Frage kommt? Falls nein gibt es ja weitere Personen die als Erbe nachrücken (und vielleicht nicht ausschlagen) und die sind dann im Besitz des Erbes. Die können dann natürlich Fotos raus geben, müssen das aber nicht.

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