Keine Kinder in Testament benannt, obwohl vorhanden

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Igor Entendido
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Keine Kinder in Testament benannt, obwohl vorhanden

Beitrag von Igor Entendido » 23.05.18, 11:24

Kann das sein?
Ein Paar hatte geheiratet, ein Berliner Testament errichtet. In dem Testament sei geschrieben worden, dass die Ehe kinderlos von diesem Paar geblieben sei. Doch von dem Paar waenr vorher jeder schon mal mit einem anderen Partner verheiratet gewesen. Aus jeder dieser 2 verschiedenen Vorehen entstammt je ein Kind. Nun, von dem Paar, das geschrieben haben soll, es seien keine Kinder da, erbte der Überlebende alles und das Kind des Verstorbenen aus der Vorehe erbete nichts. Hatte auch nichts davon erfahren. Somit soll das Kind des Verstorbenen wie man so sagt, auf kaltem Wege enterbst worden sein, weil im Testament gestanden habe, seien keine Kinder da. Kann die Ausage richtig sein? Prüft denn ein Nachlassgericht nicht, ob aus Vorehen Anspruchsberechtigte da sein könnten? Denke, da stimmt etwas nicht an der Gechichte. Wenn es sowas gäbe, einfach Kinder weglassen aus Vorehen oder nicht erwähnen, dass dann die leer ausgingen.
Knifflige Situation, sofern sie stimmen sollte.
Viele Grüße Igar

SusanneBerlin
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Re: Keine Kinder in Testament benannt, obwohl vorhanden

Beitrag von SusanneBerlin » 23.05.18, 11:53

Nun, von dem Paar, das geschrieben haben soll, es seien keine Kinder da, erbte der Überlebende alles und das Kind des Verstorbenen aus der Vorehe erbete nichts.
Somit soll das Kind des Verstorbenen wie man so sagt, auf kaltem Wege enterbst worden sein, weil im Testament gestanden habe, seien keine Kinder da. Kann die Ausage richtig sein
Das ist legal, man darf seine Kinder enterben.
Das Kind des Verstorbenen ist nicht Erbe geworden, aber es hat dann einen Pflichtteilsanspruch. Den Pflichtteil muss der Pflichtteilberechtigte vom Erben (also dem zweiten Ehegatten seines Elternteils) einfordern.
Knifflige Situation, sofern sie stimmen sollte.
Nein, die Rechtslage ist klar. Die enterbten Kinder müssen ihren Pflichtteil nur geltend machen.
Grüße, Susanne

CruNCC
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Re: Keine Kinder in Testament benannt, obwohl vorhanden

Beitrag von CruNCC » 23.05.18, 12:03

In dem Testament sei geschrieben worden, dass die Ehe kinderlos von diesem Paar geblieben sei
Die Formulierung stimmt doch - diese (jeweils zweite) Ehe ist kinderlos geblieben.
Kann die Ausage richtig sein?
Ja, s.o.
Prüft denn ein Nachlassgericht nicht, ob aus Vorehen Anspruchsberechtigte da sein könnten?
Nach dem Tod des Ehegatten, erhalten dessen leibliche Kinder eine Abschrift des Testaments.
Denke, da stimmt etwas nicht an der Gechichte. Wenn es sowas gäbe, einfach Kinder weglassen aus Vorehen oder nicht erwähnen, dass dann die leer ausgingen. Knifflige Situation, sofern sie stimmen sollte.
Das ist keine knifflige Situation, sondern ganz normal.

matthias.
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Re: Keine Kinder in Testament benannt, obwohl vorhanden

Beitrag von matthias. » 23.05.18, 12:14

Igor Entendido hat geschrieben:Prüft denn ein Nachlassgericht nicht, ob aus Vorehen Anspruchsberechtigte da sein könnten?

Grundsätzlich wenn das leibliche Elternteil des Kindes, welches "enterbt" werden soll stirbt und die anderen Beteiligten würden einen Erbschein beantragen und das Kind dort verheimlichen, ist das strafbar.

Dazu der Pflichtteilsanspruch beginnt erst zu verjähren, wenn dieses Kind auch vom Tod erfahren hat.
Also es würde nicht reichen den Tod 4 Jahre geheim zu halten und dann ne lange Nase zu drehen.

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