Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Moderator: FDR-Team

Antworten
klaus-dieter2001
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 06.03.18, 15:20

Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Beitrag von klaus-dieter2001 » 30.07.18, 14:02

Hallo,


folgender Erbfall:
Erblasser hat 4 weitere leibliche Geschwister (von denen er keine Kenntnis hatte). Alle haben dieselbe Mutter aber unterschiedliche Väter. Der leibliche Vater hatte keine weiteren leiblichen Kinder.
Die leiblichen Eltern des Erblassers sind verstorben und die 4 leiblichen Geschwister leben, bzw. haben Nachkommen an die der jeweilige Erbteil geht.
Das Erblasser hat somit 4 Erben, die anteilig erben.

Erbberechtigte möchte sich einen Teilerbschein ausstellen lassen.

Zur Ausstellung des Erbscheins muss nachgewiesen werden:
das der Erbberechtigte das leibliche Kind der Mutter ist
das die leiblichen Eltern des Erblasser verstorben sind
die Anzahl der weiteren Erben (der Geschwister)

Muss darüber hinaus auch der Erbanspruch der Miterben nachgewiesen werden bzw. worden sein, bevor der Teilerbschein ausgestellt werden kann, d.h. muss derjenige solange warten bis alle Erben ihren Teil der Nachweise erfüllt haben ?
Kann der Erbberechtige von Nachlassgericht dazu aufgefordert werden, die Anschriften etc. der Miterben zu erbringen?
Müssen Nachweise von Personen erbracht werden, die gar nicht erbberechtigt sind?

Wie ist die Rechtslage?

vielen Dank für die Antworten,

gruss

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16113
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.18, 14:39

Muss darüber hinaus auch der Erbanspruch der Miterben nachgewiesen werden bzw. worden sein, bevor der Teilerbschein ausgestellt werden kann, d.h. muss derjenige solange warten bis alle Erben ihren Teil der Nachweise erfüllt haben ?
Wahrscheinlich schon, denn die Erbquote jedes einzelnen hängt davon ab, wieviele Erben es gibt.
Kann der Erbberechtige von Nachlassgericht dazu aufgefordert werden, die Anschriften etc. der Miterben zu erbringen?
Das wäre möglich, schließlich muss das Nachlassgericht die anderen Erben anschreiben, die sich nicht selbst gemeldet haben.

"Leibliche Geschwister" sagt man übrigens nicht, vor allem wenn es wie hier "nur" Halbgeschwister sind. Es ist erbrechtlich auch völlig wurst, ob es sich um den "leiblichen" Vater oder den Adoptivvater handelt. Die Angaben "Vater" und "Mutter" sind. völlig ausreichend.

Was will er denn eigentlich mit dem Teilerbschein machen? Der Teilerbschein nützt ihm doch rein überhaupt nichts. Damit bekommt er kein Stück des Nachlasses.
Grüße, Susanne

klaus-dieter2001
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 06.03.18, 15:20

Re: Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Beitrag von klaus-dieter2001 » 30.07.18, 14:51

danke für die schnelle Antwort.

die Erbquote beträgt in diesem Fall bei 4 Erben (Geschwister) pro Erben 25%. Falls einer das Erbe ausschlägt, erhöht sie sich entsprechend, aber 25% ist das Minimum.
Mit leiblichen Geschwister wollte ich nur ausdrücken, dass ein jeweils ein Elternteil gemeinsam ist, adoptierte Geschwister sind ja von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen.


Erbrechtlich macht es doch einen Unterschied, leiblicher Vater/nicht leiblicher Vater. Der eine ist erbbrechtigt, der andere nicht.

Bezgl. Teilerbschein.Miterben sind teilweise 80+ und im Heim, haben teilw. kein Interesse sich um die Geschichte zu kümmern. Geschwister sind untereinander nicht bekannt und hatten keinerlei Kontakt. Erbmasse besteht nur noch aus Geldvermögen. Geschichte zieht sich jetzt schon 3 Jahre hin und soll langsam zum Abschluss kommen.

gruss

Edberg
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 26.11.17, 18:27

Re: Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Beitrag von Edberg » 30.07.18, 15:10

Wird es aber mit einem Mindestteilerbschein nicht. Der Miterbe wird damit nicht an einen Cent kommen.

klaus-dieter2001
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 06.03.18, 15:20

Re: Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Beitrag von klaus-dieter2001 » 30.07.18, 15:13

Edberg hat geschrieben:Wird es aber mit einem Mindestteilerbschein nicht. Der Miterbe wird damit nicht an einen Cent kommen.
hatte die Rechtspflegerin damals so "gemacht".

gruss

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16113
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Erbrecht gesetzliche Erbfolge - Nachweise

Beitrag von SusanneBerlin » 30.07.18, 16:22

Erbrechtlich macht es doch einen Unterschied, leiblicher Vater/nicht leiblicher Vater. Der eine ist erbbrechtigt, der andere nicht.
Unsinn. Erbrechtlich kommt es darauf an, wer der rechtliche Vater ist.
adoptierte Geschwister sind ja von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen.
Das ist falsch.
. Geschichte zieht sich jetzt schon 3 Jahre hin und soll langsam zum Abschluss kommen.
Und was ist in den 3 Jahren passiert bzw. warum denkt man, dass es jetzt vorwärtsgeht?
Miterben sind teilweise 80+ und im Heim, haben teilw. kein Interesse sich um die Geschichte zu kümmern.
Dann kann man sich schon mal erkundigen, wer deren Erben sind. Mit denen bildet man dann nämlich eine Erbengemeinschaft, wenn die jetzigen Miterben sterben bevor die Erbengemeinschaft auseinandergesetzt ist.

Oder haben Sie gedacht, die Erbengemeinschaft wird kleiner wenn ein Miterbe stirbt? Das Gegenteil ist der Fall! :D
Grüße, Susanne

Antworten