Stiefenkel / Schenkung / Adoption

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Dan8070
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Stiefenkel / Schenkung / Adoption

Beitrag von Dan8070 »

Servus zusammen,

schwierig hier eine knackige Überschrift zu formulieren.

Konstellation:
Vater (1) und Mutter (2), Hochzeit 2012
Leibliches Kind (3) von 2, 13 Jahre, (Namenseinbenennung bei Hochzeit von 1 und 2) Stiefkind von 1, nicht adoptiert
leibliches Kind (4) von 1 und 2 (also Stiefbruder von 3)
Oma (Mutter von 1, der Opa ist leider bereits verstorben)

Frage:

Oma möchte Ihren 3 "leiblichen" Enkeln (2 Enkel hat noch die Schwester von 1) und dem Stiefenkel "3" jeweils ein halbes Grundstück schenken um den steuerlichen Freibetrag auszunutzen.
Ihre "Angst" ist es jedoch, dass der leibliche Vater von "3" (seit 10 Jahren kein Kontakt, kein Interesse, keine Sorgerecht, Unterhalt sporadisch) im vorzeitigen Todesfall von "3"(man rechnet zwar nicht mit soetwas aber muss sich halt damit auseinandersetzen) plötzlich Anspruch auf die Hälfte des Grunds hat (Erbe von 3 wären ja der leibliche Vater von "3" und die Mutter "2").

Kann bei der Überschreibung von der Oma auf den Stiefenkel "3" etwas so formuliert werden, dass es im Falle des Todes von "3" alles auf die Mutter "2" übergeht?
Ist hier eine Adoption von Stiefkind "3" durch Vater "1" die Lösung?

Trotz fehlendem Sorgerecht muss ja der leibliche Vater von "3" zustimmen. Eine Zustimmung ist wahrscheinlich, da er dann ja die Pflichten an Unterhalt nicht mehr hat. Verliert er dann auch sämtliche Rechte im Bezug auf ein Erbe? Im Todesfall des leiblichen Vaters von "3" verliert aber dann auch "3" durch die Adoption alle Ansprüche auf ein eventuelles Erbe, richtig?

Hat "3" dann im Todesfall von "1" nach der Adoption die selben Erbansprüche wie "4"?

Es liest sich ein wenig kompliziert, im Grunde ist es jedoch nicht so schlimm ;-)

Vielen Dank für eure Antworten!

hambre
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Re: Stiefenkel / Schenkung / Adoption

Beitrag von hambre »

Oma möchte Ihren 3 "leiblichen" Enkeln (2 Enkel hat noch die Schwester von 1) und dem Stiefenkel "3" jeweils ein halbes Grundstück schenken um den steuerlichen Freibetrag auszunutzen.
Zunächst einmal sollte beachtet werden, dass der Stiefenkel "3" nur einen Freibetrag in Höhe von 20.000€ hat.
Kann bei der Überschreibung von der Oma auf den Stiefenkel "3" etwas so formuliert werden, dass es im Falle des Todes von "3" alles auf die Mutter "2" übergeht?
Nein, denkbar wäre eine Rückauflassungsvormerkung, die aber nur so lange greift, wie die Oma lebt.
Ist hier eine Adoption von Stiefkind "3" durch Vater "1" die Lösung?
Ja, würde denn der leibliche Vater der Adoption zustimmen?
Verliert er dann auch sämtliche Rechte im Bezug auf ein Erbe? Im Todesfall des leiblichen Vaters von "3" verliert aber dann auch "3" durch die Adoption alle Ansprüche auf ein eventuelles Erbe, richtig?
Bei einer Minderjährigenadoption erlöschen die Verwandtschaftsverhältnisse zum leiblichen Vater mit entsprechenden Folgen für die Erbansprüche.
Hat "3" dann im Todesfall von "1" nach der Adoption die selben Erbansprüche wie "4"?
Ja

moro
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Re: Stiefenkel / Schenkung / Adoption

Beitrag von moro »

Nur zur Klarheit, was die Begrifflichkeit angeht:

Wenn Kind 4 und Kind 3 verschiedene Väter, aber die selbe Mutter haben, dann sind sie nicht Stiefbrüder, sondern Halbbrüder. Stiefgeschwister haben sowohl verschiedene Väter als auch verschiedene Mütter (also wenn zum Beispiel sowohl der Mann wie auch die Frau schon eigene voreheliche Kinder mit in die Ehe einbringen).

Gruß,
moro

Dan8070
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Re: Stiefenkel / Schenkung / Adoption

Beitrag von Dan8070 »

moro hat geschrieben:Nur zur Klarheit, was die Begrifflichkeit angeht:

Wenn Kind 4 und Kind 3 verschiedene Väter, aber die selbe Mutter haben, dann sind sie nicht Stiefbrüder, sondern Halbbrüder. Stiefgeschwister haben sowohl verschiedene Väter als auch verschiedene Mütter (also wenn zum Beispiel sowohl der Mann wie auch die Frau schon eigene voreheliche Kinder mit in die Ehe einbringen).

Gruß,
moro
Okay danke für den Hinweis. Dann sind es genau genommen Halbgeschwister, weil Kind 3 eine "Stieftochter" ist ;-)

Dan8070
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Re: Stiefenkel / Schenkung / Adoption

Beitrag von Dan8070 »

hambre hat geschrieben:
Oma möchte Ihren 3 "leiblichen" Enkeln (2 Enkel hat noch die Schwester von 1) und dem Stiefenkel "3" jeweils ein halbes Grundstück schenken um den steuerlichen Freibetrag auszunutzen.
Zunächst einmal sollte beachtet werden, dass der Stiefenkel "3" nur einen Freibetrag in Höhe von 20.000€ hat.
Kann bei der Überschreibung von der Oma auf den Stiefenkel "3" etwas so formuliert werden, dass es im Falle des Todes von "3" alles auf die Mutter "2" übergeht?
Nein, denkbar wäre eine Rückauflassungsvormerkung, die aber nur so lange greift, wie die Oma lebt.
Ist hier eine Adoption von Stiefkind "3" durch Vater "1" die Lösung?
Ja, würde denn der leibliche Vater der Adoption zustimmen?
Verliert er dann auch sämtliche Rechte im Bezug auf ein Erbe? Im Todesfall des leiblichen Vaters von "3" verliert aber dann auch "3" durch die Adoption alle Ansprüche auf ein eventuelles Erbe, richtig?
Bei einer Minderjährigenadoption erlöschen die Verwandtschaftsverhältnisse zum leiblichen Vater mit entsprechenden Folgen für die Erbansprüche.
Hat "3" dann im Todesfall von "1" nach der Adoption die selben Erbansprüche wie "4"?
Ja
Danke für diene Antwort.

Ich hatte bisher immer gelesen, dass der Freibetrag bei "Stiefenkeln" ebenso 200.000,-- Euro ist.

https://www.erbrechtsforum.de/erbschaft ... teuer.html


Ob der leibliche Vater von "3" einer Adoption zustimmt ist natürlich offen. Es wird ganz klar auf "ja" getippt, da seit 10 Jahren kein Kontakt besteht, er unregelmäßig Unterhalt zahlt (und diesen wohl gerne los wäre) und auch eine mehrfach angestoßene Kontakt-Wiederaufnahme immer im Sande verlief. Er hat kein Interesse am Kind. Und es wurden ihm wahrlich keine Steine in den Weg gelegt, das Kind vorenthalten o.Ä.. Viele gebaute Brücken wurden nicht überquert bzw. abgerissen.

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