Immobilienschenkung an Ehepartner bei Erbfall zurückfordern?

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warmelimo
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Immobilienschenkung an Ehepartner bei Erbfall zurückfordern?

Beitrag von warmelimo » 25.12.18, 06:11

Ein Ehepaar lebt in einer Zugewinngemeinschaft und bewohnt ein bereits bezahltes Haus. Der Ehemann hat einen Sohn aus früherer Ehe. Der Mann möchte jetzt seinen Anteil am Haus an seine jetzige Frau schenken und sich aus dem Grundbuch streichen lassen. Gilt hier auch die 10 jährige Frist im Erbfall, nachdem Schenkungen dann wieder zum Erbe hinzugerechnet werden müssen?

SusanneBerlin
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Re: Immobilienschenkung an Ehepartner bei Erbfall

Beitrag von SusanneBerlin » 25.12.18, 10:25

Hallo,

für die Berechnung des Pflichtteils des Sohns wird der Wert des verschenkten hälftigen Anteils an der Immobilie zum Nachlass dazugezählt. Eine Frist dafür gibt es nicht, da die Schenkung an die Ehefrau erfolgte. Will der Vater erreichen, dass die Immobilie beim Pflichtteil des Sohnes nicht angerechnet wird, dann müsste er seinen Anteil an der Immobilie an eine andere Person schenken, nicht ausgerechnet die Ehefrau. Und dann noch 10 Jahre leben nach der Schenkung. (§ 2325 BGB)

Der Frage im threadtitel
Immobilienschenkung an Ehepartner bei Erbfall zurückfordern?
muss verneint werden. Man kann im Erbfall keine verschenkten Gegenstände zurückfordern. Wer sollte denn etwas zurückfordern können? Der Vater ist tot, er kann nichts zurückfordern. Der Sohn hat die Immobilie nie besessen, er kann die Immobilie auch nicht "zurück"fordern.
Grüße, Susanne

hambre
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Re: Immobilienschenkung an Ehepartner bei Erbfall zurückford

Beitrag von hambre » 02.01.19, 15:14

Gilt hier auch die 10 jährige Frist im Erbfall, nachdem Schenkungen dann wieder zum Erbe hinzugerechnet werden müssen?
Das Hinzurechnen gilt nur für die Ermittlung des Pflichtteilergänzungsanspruches. Die Schenkung wird also nicht wieder Bestandteil des Nachlasses. Die 10-Jahresfrist gilt bei Schenkungen unter Ehegatten nicht. d.h. das vollständige Hinzurechnen des Schenkungswertes erfolgt zeitlich unbegrenzt.
Der Mann möchte jetzt seinen Anteil am Haus an seine jetzige Frau schenken und sich aus dem Grundbuch streichen lassen.
Aus den vorgenannten Gründen führt eine derartige Schenkung nicht zur Minderung der Ansprüche des Sohnes im Vergleich zu einer einfachen testamentarischen Enterbung.

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