Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

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Foerster
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Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von Foerster » 24.01.19, 15:43

Hallo allerseits,

meine Frage, wie verhielte es sich rechtlich in folgendem Fall.
Der Großvater eines Kindes stirbt und hinterlässt seiner Tochter als einziger/einzigem Erben/Erbin einen Berg von Schulden. Sie schlägt das Erbe aus. Sie hat ein Kind bei geteiltem Sorgerecht mit dem Vater des Kindes. Im Namen ihres Kindes, das (vermutlich?) jetzt der Erbe wäre. schlägt die Mutter das Erbe aus. Die Vater kümmert sich in keiner Weise darum, irgendwie Stellung dau zu nehmen. Schlägt also im Namen des Kindes das Erbe weder aus, noch nimmt es es an. Tut einfach nichts. Wäre das, was ich annehme, dann eine Sache des Familiengerichts, das darüber entscheidet?

Foerster
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von Foerster » 24.01.19, 15:48

Foerster hat geschrieben:Hallo allerseits,

meine Frage, wie verhielte es sich rechtlich in folgendem Fall.
Der Großvater eines Kindes stirbt und hinterlässt seiner Tochter als einziger/einzigem Erben/Erbin einen Berg von Schulden. Sie schlägt das Erbe aus. Sie hat ein Kind bei geteiltem Sorgerecht mit dem Vater des Kindes. Im Namen ihres Kindes, das (vermutlich?) jetzt der Erbe wäre. schlägt die Mutter das Erbe aus. Die Vater kümmert sich in keiner Weise darum, irgendwie Stellung dau zu nehmen. Schlägt also im Namen des Kindes das Erbe weder aus, noch nimmt er es an. Tut einfach nichts. Wäre das, was ich annehme, dann eine Sache des Familiengerichts, das darüber entscheidet?

Foerster
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von Foerster » 24.01.19, 15:58

Entschuldigung, aus Versehen habe ich die Frage zweimal gepostet.

SusanneBerlin
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.01.19, 16:20

Hallo,

am einfachsten wäre es, wenn die Sorgeberechtigten zusammen das Nachlassgericht aufsuchen, um gemeinsam im Namen des Kindes das Erbe auszuschlagen.
Grüße, Susanne

Foerster
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von Foerster » 24.01.19, 16:30

Danke für die Antwort.
Ja, das wäre das Einfachste. Nur eben, was wäre theoretisch, wenn der Vater einfach absolut nichts täte, auf nichts reagierte. Weil er sich vielleicht mit der Mutter überworfen hat und sie "ärgern" will, dem Alk verfallen ist und ihn nichts mehr interessiert, oder sonst was, egal aus welchem Grund. Wenn er einfach nichts machte. Was passierte dann?

Jdepp
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von Jdepp » 24.01.19, 16:38

Foerster hat geschrieben:Hallo allerseits,

meine Frage, wie verhielte es sich rechtlich in folgendem Fall.
Der Großvater eines Kindes stirbt und hinterlässt seiner Tochter als einziger/einzigem Erben/Erbin einen Berg von Schulden. Sie schlägt das Erbe aus. Sie hat ein Kind bei geteiltem Sorgerecht mit dem Vater des Kindes. Im Namen ihres Kindes, das (vermutlich?) jetzt der Erbe wäre. schlägt die Mutter das Erbe aus. Die Vater kümmert sich in keiner Weise darum, irgendwie Stellung dau zu nehmen. Schlägt also im Namen des Kindes das Erbe weder aus, noch nimmt es es an. Tut einfach nichts. Wäre das, was ich annehme, dann eine Sache des Familiengerichts, das darüber entscheidet?
Das entscheidet nicht das Familiengericht über die Ausschlagung, sondern es müsste schnellstmöglich ein Antrag gestellt werden dem Vater (teilweise) für diese Entscheidung die Sorge zu entziehen und der Mutter zu übertragen. Das ganze muss innerhalb der 6 Wochenfrist für die Ausschlagung passieren.

SusanneBerlin
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von SusanneBerlin » 24.01.19, 16:40

Wenn der Vater mit der Mutter nicht kommuniziert und auch sonst nicht am Kind interessiert ist, könnte die Mutter die alleinige Sorge beantragen. Damit muss man nicht bis zum Tod des Großvaters warten.
Grüße, Susanne

windalf
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von windalf » 24.01.19, 16:40

Foerster hat geschrieben:Danke für die Antwort.
Ja, das wäre das Einfachste. Nur eben, was wäre theoretisch, wenn der Vater einfach absolut nichts täte, auf nichts reagierte. Weil er sich vielleicht mit der Mutter überworfen hat und sie "ärgern" will, dem Alk verfallen ist und ihn nichts mehr interessiert, oder sonst was, egal aus welchem Grund. Wenn er einfach nichts machte. Was passierte dann?
Dann bleibt einem wohl nur das alleinige Sorgerecht zu erstreiten. Wenn der Vater sich in diesem Punkt (mit der Erbausschlagung wegen Schulden) querstellt bzw. nichts zu tun gedenkt, sollte das fast ein Selbstläufer sein.

Ob man die Frist für die Erbauschlagung verlängern kann bis ein Gericht das mit dem Sorgerecht entschieden hat (oder man das Kind im warsten SInne des Wortes in den Brunnen fallen lassen muss) entzieht sich meiner Kenntnis
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Foerster
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von Foerster » 24.01.19, 17:02

Ok, Danke. - Jetzt habe ich`s verstanden. Über die Ausschlagung selbst würde nicht das Familiengericht entscheiden. Es wäre nur insofern involviert, als es über die Schiene eines (zumindest teilweisen) Entzug des Sorgerechts ginge.

Nebenbei: wow, nur eine 6-Wochen-Frist. Ist das kurz.

hambre
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von hambre » 24.01.19, 17:36

Wenn man den Antritt macht, dem Vater das Sorgerecht zu entziehen, dann sollten auch andere gewichtige Gründe dafür sprechen.

Sollte das Kind durch die fehlende Ausschlagung des Vaters das überschuldete Erbe des Großvaters annehmen, so führt das in der Praxis zu keinen echten Problemen für das Kind.

Über den § 1629a BGB kann das Kind die Schulden leicht mit Eintritt der Volljährigkeit loswerden. Vorher ist beim Kind ohnehin nichts zu holen und außerdem gibt es noch die Nachlassinsolvenz und die Dürftigkeitseinrede.

windalf
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von windalf » 24.01.19, 17:58

Über den § 1629a BGB kann das Kind die Schulden leicht mit Eintritt der Volljährigkeit loswerden. Vorher ist beim Kind ohnehin nichts zu holen und außerdem gibt es noch die Nachlassinsolvenz und die Dürftigkeitseinrede.
Ich kann mich irren aber das birgt doch den eklatanten Nachteil für das Kind, dass Vermögen das das Kind bis zum 18ten Erworben hat dem unterliegt.

Das kann in den meisten Fällen so sein, dass es da nichts zu holen geben wird. Dass muss aber nicht so sein. Keiner kann wissen was da in über 10 Jahren noch so passiert.

Ich für meinen Teil hatte mit 18 neben der Schule schon eine mittlere 5-stellige Summe erarbeitet/gespart. Die hätte ich dann in so einem Fall abtreten dürfen. Na vielen Dank...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

matthias.
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Re: Enkelkind als Erbe /ein Fall fürs Familiengericht?

Beitrag von matthias. » 25.01.19, 12:43

windalf hat geschrieben: Ich für meinen Teil hatte mit 18 neben der Schule schon eine mittlere 5-stellige Summe erarbeitet/gespart. Die hätte ich dann in so einem Fall abtreten dürfen. Na vielen Dank...

Stichwort war auch Nachlassinsolvenz.

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