Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

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lottchen
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von lottchen » 21.05.19, 20:05

Wie würde das eigentlich aussehen wenn einer der Brüder dagegen wäre das Haus zu verkaufen? Was könnte er tun? Die Schwester verklagen? Und was würde passieren? Wird die Schwester dann erbunwürdig und verliert Pferd und Haus? Wird beides dann unter den Brüdern aufgeteilt? Muss dann der klagende Bruder sich um das Pferd kümmern? Verkaufen dürfte er ja wohl auch nicht.
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karli
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von karli » 21.05.19, 21:49

lottchen hat geschrieben:
21.05.19, 20:05
Wie würde das eigentlich aussehen wenn einer der Brüder dagegen wäre das Haus zu verkaufen?
Der Erblasser hat bezüglich der Häuser offenbar keine Bedingungen gestellt. Da könnte jeder seins verkaufen.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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SusanneBerlin
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 22.05.19, 08:06

lottchen hat geschrieben:Wie würde das eigentlich aussehen wenn einer der Brüder dagegen wäre das Haus zu verkaufen?
Meinten Sie "das Pferd" statt das Haus? Ein Hausverkauf stand nie zur Debatte.
lottchen hat geschrieben:Was könnte er tun? Die Schwester verklagen?
Einen Klagegrund hätte er nur, wenn er einen Nachteil erlitten hätte.
lottchen hat geschrieben:Wird die Schwester dann erbunwürdig (...)?
Für eine Erbunwürdigkeit muss man mehr tun, als gegen den Willen des Erblassers ein Pferd zu verkaufen, dafür müsste man z.B. das Testament fälschen bzw. verschwindenlassen oder den Erblasser umbringen, nachlesen kann man das im § 2339 BGB
Grüße, Susanne

lottchen
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von lottchen » 22.05.19, 08:20

Ja ich meinte natürlich das Pferd zu verkaufen. Was bisher geschrieben wurde deutet darauf hin, dass das lediglich ein moralisches und kein rechtliches Problem wäre. Offenbar kann da eh niemand was dagegen tun, dass das Pferd verkauft wird. Das wird keine Konsequenzen für die Tochter haben.
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SusanneBerlin
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 22.05.19, 08:32

Die Möglichkeiten, "aus dem Grab heraus" seinen Kindern noch Vorschriften zu machen, sind eben sehr begrenzt.

Der Vater hätte das anders regeln müssen, z.B. einem "Pferdegnadenhof" das Pferd + eine Summe Geld wovon das Pferd die nächsten Jahre unterhalten werden kann, als Vermächtnis zuwenden.

Aktuell scheint das Pferd in diesem fiktiven Fall ja noch "fit" zu sein und noch einige aktive Jahre vor sich zu haben, ansonsten würde wohl kaum jemand 10.000€ dafür zahlen. Von daher ist der Beispielfall auch etwas widersprüchlich konstruiert.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von cherokee » 22.05.19, 11:19

Die Tochter verkauft das Pferd doch garnicht! 8 Söhne beschließen gemeinschaftlich das Pferd, welches nach dem Testament der Tochter zugesprochen wurde, zu verkaufen! Die Tochter wird also um Ihr Erbe (Pferd) gebracht! Warum geht die Tochter nicht dagegen vor?

SusanneBerlin
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 22.05.19, 11:59

Die Söhne dürfen das Pferd ohne dem Einverständnis der Tochter nicht verkaufen!
cherokee hat geschrieben:Warum geht die Tochter nicht dagegen vor?
Keine Ahnung! Ich habe mir die Geschichte nicht ausgedacht!
Grüße, Susanne

rechtfrage
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von rechtfrage » 22.05.19, 13:35

lottchen hat geschrieben:
22.05.19, 08:20
Ja ich meinte natürlich das Pferd zu verkaufen. Was bisher geschrieben wurde deutet darauf hin, dass das lediglich ein moralisches und kein rechtliches Problem wäre. Offenbar kann da eh niemand was dagegen tun, dass das Pferd verkauft wird. Das wird keine Konsequenzen für die Tochter haben.
Der Thread ist "moralisch" gemeint. Moral und Recht ist die Frage.
Also noch 3 Fragen dazu: (Die Situation ist ausgedacht, nicht echt, das erste Beispiel hier ist echt)
1
Wenn ich gegen Eric Blairs Testament verstossen würde, wer würde mich verklagen?
Wenn mein Ururenkel in 100 Jahren (Urheberrecht) gegen das Testament von Erich Blair oder C. Schulz (Peanuts) verstossen würde, wer wrde klagen?
2
Ein Witwer hat ein Haus und ein Auto und eine Tochter. Im Testament würde stehen:
Das Auto vermache ich dem Pfarrer, Wert 500 Euo, also uralt.
Das Haus, Wert 1 Million Euro vermache ich meiner Tochter. BEDINGUNG: Sie darf das Haus verkaufen, aber nicht an denk Nachbar, der mich seit Jahren schikaniert und auch verklagt hat.
Da Tochter allein ist, kann sie trotzdem an diesen Nachbarn verkaufen?
3
Wenn im Beispiel mit 10 Häusern und Pferd die Tochter hier den Thread gelesen hätte, dann hätte sie die 10 000 Euro behalten, warum sollm sie etwas verschenken? Ihr gehört ja das Pferd, wenn ich es richtig verstanden habe.
Der Vater wollte kein Kind benachteiligen, Pferd geht nicht teilen, und verhindern (Gnadenbrot), das sein ehemaliges Rennpferd zum Schlachter gebracht wird.

Ich hoffe, ich konnte meine Fragestellung verdeutlichen.

SusanneBerlin
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 22.05.19, 13:42

rechtfrage hat geschrieben:Der Thread ist "moralisch" gemeint.
Also wollen Sie gar nicht die Rechtlage wissen, sondern nur Meinungen aufgrund des Moralempfindens? Sorry, auf Moraldiskussionen habe ich keine Lust, aber vielleicht machen ja andere mit.
Grüße, Susanne

SusanneBerlin
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 22.05.19, 17:14

rechtfrage hat geschrieben:Der Vater wollte kein Kind benachteiligen, Pferd geht nicht teilen, und verhindern (Gnadenbrot), das sein ehemaliges Rennpferd zum Schlachter gebracht wird.
Wer ist so blöd und schlachtet ein Pferd, wenn er es für 10.000€ verkaufen kann?

Ein Pferd, das reif ist fürs Gnadenbrot, kauft niemand für 10.000€. Trotz Hinweis, dass ein Pferd entweder 10.000€ wert ist oder ein Gnadenbrotpferd (= ist nix wert) wiederholen Sie dieses saudumme Beispiel.

rechtfrage hat geschrieben:Wenn mein Ururenkel in 100 Jahren (Urheberrecht) gegen das Testament von Erich Blair oder C. Schulz (Peanuts) verstossen würde, wer wrde klagen?
Man kann nicht gegen ein 100 Jahre altes Testament "verstossen", weil man gar nicht Erbe von jemandem sein kann, der 100 Jahre tot ist.

Außerdem steht ihr Urenkel weder im Testament von E. Blair noch im Testament von C.Schulz, eben weil die Genannten weder Sie noch Ihren Urenkel kannten.
Grüße, Susanne

rechtfrage
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von rechtfrage » 23.05.19, 16:08

Wenn ich der Witwer wäre,
sollte ich dann das Pferd einem Verein vermachen? Das wäre möglich oder?
Danke für hilfreiche Antworten.

SusanneBerlin
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 23.05.19, 16:26

Man schreibt einfach in sein Testament, dass man das Pferd dem Verein "vermacht". Warum soll das nicht möglich sein, wer hindert einen daran?
Ob der Verein das Pferd dann annimmt, ist eine andere Frage. Der Verein muss das Pferd nicht annehmen.

Man kann als im Testament Bedachter das Vermächtnis ausschlagen, genauso wie man eine Erbschaft ausschlagen kann.

Und man muss nicht warten bis man tot ist. Man kann das Pferd einfach JETZT dem Verein oder sonstwem schenken. Dann ist das schon mal geklärt. Gegebenfalls mit notarieller Urkunde, dann kann das Pferd bis zum Tod des Erblassers noch bei ihm bleiben, und nach seinem Tod zeigt der Verein die Urkunde vor und holt das Pferd ab.
Grüße, Susanne

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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von SusanneBerlin » 23.05.19, 18:46

Ich weiß nicht, warum Sie sich bei dieser Sache mit dem Pferd darauf versteifen, dass das über ein Testament geregelt werden soll.
Manche Dinge regelt man besser persönlich, solange man lebt, das ist nicht sinnvoll das im Testament zu regeln. Vor allem wenn es um ein lebendes Tier geht. Da sind zuviele Unabwägbarkeiten. Das Pferd kann sich ein Bein brechen, dann ist es zum Reiten nicht mehr geeignet und wäre sofort reif für den Gnadenhof. Vielleicht geht es dem Pferd aber auch noch 5 oder 10 Jahre gut und erfreut sich bester Gesundheit. Vielleicht stirbt das Pferd vor dem Besitzer. Der müsste dann ständig sein Testament neu schreiben, weil irgendwas mit dem Pferd ist.
Grüße, Susanne

rechtfrage
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Re: Könnte man schuldenfreies Erbe auch teilweise ablehnen?

Beitrag von rechtfrage » 29.05.19, 15:36

Danke für Antworten.

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