Abhebung nach Tod des Ehemannes

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Niedersax
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Abhebung nach Tod des Ehemannes

Beitrag von Niedersax » 25.05.19, 18:50

Nehmen wir an, ein Mann verstirbt im Alter von 75 Jahren.
Da er im Umgang mit Geld nicht der Gerissenste war, war sein Konto zu dem Zeitpunkt stark im Minus, Überziehungskredit war aber entsprechend eingeräumt.
Da seine Frau nun aber nicht auf den Schulden sitzenbleiben wollte und sonst auch nichts von Wert zu erben war (lediglich Hausrat), hat sie das Erbe letztendlich ausgeschlagen.
Etwas später fiel der Frau ein, dass sie ja niemals seit dem Tod ihres Mannes Geld von seinem Konto abgehoben hat. Immerhin war dort ja noch seine Rente für den Sterbemonat und den Monat davor, den er grösstenteils im Krankenhaus verbracht hat, eingegangen. Die Frau hätte dann ab dem NÄCHSTEN Monat die Rente noch drei Monate lang weiterbekommen, als Witwenrente. Die Frau selbst hätte nur eine kleine Rente von ca. 700 EUR.
Sie war nun der Meinung, die beiden vorherigen Renten bzw. was davon übrig war, stünden ihr zu, da es ja im Normalfalle auch für das tägliche Leben genutzt worden wäre.
Nehmen wir also an, sie hätte dann ausgerechnet, was von den beiden Rentenzahlungen noch übrig war, d.h. abzüglich der Beträge, die noch von dem Konto des Mannes abgegangen waren, wie z.B. die Miete sowie Beträge wie Zeitungsabo, Anbieter X, Versicherungen etc. Den verbliebenen Betrag hätte sie dann per EC Karte abgehoben.
Theoretisch meldete sich dann Monate später eine Dame, die sagte, sie sei vom Nachlassgericht. Sie habe zu prüfen, ob in der Wohnung noch Wertgegenstände vorhanden seien die dem Verstorbenen gehört hätten. Desweiteren habe sie die Abbuchungen zu prüfen und bat die Frau um eine Aufstellung, wie sie das Geld verwendet hat und es werde dann geprüft, ob das Ausgaben seien, die der Mann im Erlebensfalle auch gemacht hätte. Bei entsprechender Prüfung müsste sie dann evtl. nur die Differenz zurückbezahlen. Nehmen wir an, die Frau habe daraufhin eine solche Aufstellung geschickt.
Nehmen wir an , Wochen später kam ein Brief von dieser Rechstpflegerin (wohlgemerkt, nicht vom Gericht) dass die Frau alles zurückzuzahlen hätte.
Meine Frage nun, kann das wirklich so richtig sein?
Kennt jemand entsprechende Gerichtsurteile?
Vielen Dank

SusanneBerlin
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Re: Abhebung nach Tod des Ehemannes

Beitrag von SusanneBerlin » 25.05.19, 19:01

Der ganze Beitrag von wegen die Witwe sollte sich nach dem Tod des Ehemannes von dessen Konto entnehmen dürfen was in den beiden vorhergehenden Monaten als Rente eingegangen ist und nicht verbraucht wurde, trotz Erbausschlagung weil sie es vorher nur vergessen hatte und da hätte sie es ja auch gedurft, scheint auf dem Irrtum zu beruhen, dass ihr wegen der Erbausschlagung (wegen der Schulden des verstorbenen Ehemannes) nun auch die Witwenrente entgeht.

Dies ist aber nicht der Fall. Die Witwenrente ist ein sozialversicherungsrechtlicher Rentenanspruch, der mit der Erbannahme oder -ausschlagung überhaupt nichts zu tun hat. Witwenrente gibt es auch nicht nur 3 Monate lang, sondern bis zum Tod der Witwe. Allerdings ist die Witwenrente auch nicht genauso hoch wie vorher die Rente des Ehemanns sondern irgendwo zwischen 50 und 60 % (genaue Prozentzahl hab ich vergessen).

Die Witwe sollte also zurückzahlen was sie unberechtigt vom Konto des Verstorbenen entnommen hat und sich bei der Rentenkasse zwecks ihrem Anspruch auf Witwenrente melden. Die Witwenrente wird rückwirkend ab dem Tod des Ehemannes bezahlt.
Grüße, Susanne

FM
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Re: Abhebung nach Tod des Ehemannes

Beitrag von FM » 25.05.19, 19:11

Niedersax hat geschrieben:
25.05.19, 18:50
Nehmen wir an , Wochen später kam ein Brief von dieser Rechstpflegerin (wohlgemerkt, nicht vom Gericht) dass die Frau alles zurückzuzahlen hätte.
Rechtspfleger werden, ebenso wie Richter, ausschließlich an Gerichten beschäftigt. Sie treffen dort "als Gericht" die Entscheidungen, für die sie zuständig sind.

Jdepp
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Re: Abhebung nach Tod des Ehemannes

Beitrag von Jdepp » 25.05.19, 21:14

FM hat geschrieben:
25.05.19, 19:11
Niedersax hat geschrieben:
25.05.19, 18:50
Nehmen wir an , Wochen später kam ein Brief von dieser Rechstpflegerin (wohlgemerkt, nicht vom Gericht) dass die Frau alles zurückzuzahlen hätte.
Rechtspfleger werden, ebenso wie Richter, ausschließlich an Gerichten beschäftigt. Sie treffen dort "als Gericht" die Entscheidungen, für die sie zuständig sind.
Wobei hier wahrscheinlich aber Rechtspfleger mit Nachlasspfleger verwechselt wurde. Der Rechtspfleger ist wie richtig gesagt wurde das Gericht. Dieser beauftragt als Gericht, falls nötig, einen Nachlasspfleger mit der Abwicklung.

Evariste
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Re: Abhebung nach Tod des Ehemannes

Beitrag von Evariste » 25.05.19, 23:27

SusanneBerlin hat geschrieben:
25.05.19, 19:01
Witwenrente gibt es auch nicht nur 3 Monate lang, sondern bis zum Tod der Witwe. Allerdings ist die Witwenrente auch nicht genauso hoch wie vorher die Rente des Ehemanns sondern irgendwo zwischen 50 und 60 % (genaue Prozentzahl hab ich vergessen).
Tatsächlich bekommt die Witwe in den ersten 3 Monaten nach dem Tod des Mannes 100% der Rente ihres Mannes, möglicherweise ist das gemeint.

SusanneBerlin
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Re: Abhebung nach Tod des Ehemannes

Beitrag von SusanneBerlin » 25.05.19, 23:39

Könnte sein. Aber es ist eben ein eigener Anspruch der Witwe, d.h. nach der Mitteilung über das Versterben des Rentners und Übermittlung ihrer Bankverbindung, bekommt die Witwe die Witwenrente auf ihr eigenes Konto.
Grüße, Susanne

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