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Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 18:31
von Allie1982
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zu folgendem Fall:

Wir haben Person A und Person B, Geschwister. Der eine Elternteil ist Ende 2014 verstorben, der andere Elternteil im Februar 2019. Die Eltern waren getrennt lebend, nicht geschieden. Aus dem Nachlass des erstverstorbenen Elternteils existiert antikes Mobiliar. Der noch lebende Elternteil lehnte ein Interesse am Mobiliar ab. Person A lehnte den Besitz ebenfalls von vornherein ab und überließ Person B die Entscheidung über den weiteren Verbleib. Da Person A und Person B nach dem Tod vom ersten Elternteil keine direkte Verwendung hatten wurde sich dazu entschieden die Möbel vorerst einzulagern. Im Sommer 2018 fand Person B Verwendung für das Mobiliar. Es gab mehrfache Nachfragen ob Person A etwas vom Mobiliar möchte, doch lehnte Person A ,auch eine finanzielle Entschädigung, wiederholt ab. Somit ging der Besitz des Mobiliars im Sommer 2018 in beidseitigem Einverständnis in Besitz von Person B über. Nach dem Tod des zweiten Elternteils ist ein Streit zwischen den Geschwistern entbrand und Person A fordert eine finanzielle Aufwandsentschädigung ein.

Auf welche Verjährungsfrist kann sich im vorliegenden Fall bezogen werden?

Vielen Dank für etwaige Antworten und mit freundlichen Grüßen.

Re: Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 19:02
von SusanneBerlin
Hallo,

man muss nicht nach der Verjährungsfrist fragen, sondern nach der Anfechtungsfrist, denn es existiert eine Vereinbarung zwischen A und B mit dem Inhalt, dass B die Möbel ohne finanziellen Ausgleich bekommt.

Der Zeitraum für den Widerruf der Willenserklärung ist jedoch längst vorbei, denn die Anfechtung hätte unverzüglich erklärt werden müssen (§§ 119, 121 BGB)

Re: Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 19:13
von karli
Falls alles nur mündlich vereinbart wurde, wäre es von Vorteil, wenn B die entsprechenden Abmachungen belegen könnte.

Re: Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 19:34
von khmlev
Es scheint mir um eine Teilerbauseindersetzung hinsichtlich der antiken Möbel zu handeln. Dass A zu dem Zeitpunkt keine "Entschädigung" verlangt, bedeutet nicht, dass A darauf verzichtet.

Im Rahmen der Schluss-Erbauseinandersetzung steht A noch seine gesamte Erbquote zu, während B einen um die antiken Möbel gekürzte Erbquote zusteht. Übersteigen die antiken Möbel Bs Erbquote, muss an A ein entsprechender Ausgleich gezahlt werden.

Re: Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 19:35
von SusanneBerlin
Die andere Frage ist, ob das Möbiliar wirklich so einen hohen Wert hat. Das wird gerne überschätzt.

Re: Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 22:37
von Froggel
khmlev hat geschrieben:
02.06.19, 19:34
Dass A zu dem Zeitpunkt keine "Entschädigung" verlangt, bedeutet nicht, dass A darauf verzichtet.
A hat doch darauf verzichtet:
Allie1982 hat geschrieben:
02.06.19, 18:31
Es gab mehrfache Nachfragen ob Person A etwas vom Mobiliar möchte, doch lehnte Person A ,auch eine finanzielle Entschädigung, wiederholt ab.

Re: Verjährungsfrist 3 oder 30 Jahre?

Verfasst: 02.06.19, 22:47
von khmlev
A hat bei der Teilerbauseindersetzung darauf verzichtet, dass ihm hier bereits im Verhältnis seiner Erbquote ein Ausgleich gezahlt wird. Die Endabrechnhng erfolgt aber bei der (Schluß-)Erbauseinandersetzung.

Im Übrigen kennt das Gesetz gar keine Teilauseinandersetzungen.