spätes Auffinden des Testaments

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lottchen
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von lottchen » 20.08.19, 10:54

Chavah hat geschrieben:
17.08.19, 19:51
Es existieren etwa 160 laufende Meter Archiv und Unterlagen, die nach Klärung der Angelegenheit und etwas mehr Abstand einer Hochschule zur Verfügung gestellt werden sollen.
Wenn der Bruder Erbe ist entscheidet er, was mit dem Nachlaß passiert. Er kann die Unterlagen auch vernichten lassen. Da dürfte die Lebensgefährtin nicht mal drinnen "rumwühlen" und das Testament suchen.

Befinden sich die Unterlagen in der Wohnung / dem Haus, was die beiden bewohnt haben? Wem gehört das Haus/Wohnung oder auf wen läuft der Mietvertrag?
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Chavah
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von Chavah » 20.08.19, 13:27

Es handelt sich um einen Mietvertrag, nur auf die Lebensgefährtin ausgestellt. Die Lebensgefährtin hat eine Vollmacht über den Tod hinaus. Der Bruder hat das Erbe noch nicht angenommen, es besteht kein Streit zwischen den Betroffenen. Die Stiftung, die einmal alles bekommen soll, da sind sich alle einig, die Stiftung wurde noch zu Lebzeiten vom Verstorbenen informiert. Nur, jetzt haben wir da einen Widerspruch. Susanne schreibt, die Lebensgefährtin müsse Tag und Nacht suchen, um das Testament zu finden, Lottchen meint, sie dürfe in seinen Unterlagen nicht mal suchen. Watt denn nu?

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moro
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von moro » 20.08.19, 14:39

Wenn die Lebensgefährtin testamentarisch zur Alleinerbin eingesetzt wurde, ist sie im Moment des Todes des Testators automatisch - ohne dass sie etwas Bestimmtes unternehmen muss - Alleinerbin: § 1922 Abs. 1 BGB. Sie kann dann mit dem Nachlass nach Belieben verfahren. Unabhängig davon besteht aber die Pflicht zur Ablieferung des Testaments gemäß § 2259 BGB.

Gruß,
moro

lottchen
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von lottchen » 20.08.19, 15:36

moro hat geschrieben:
20.08.19, 14:39
Wenn die Lebensgefährtin testamentarisch zur Alleinerbin eingesetzt wurde, ist sie im Moment des Todes des Testators automatisch - ohne dass sie etwas Bestimmtes unternehmen muss
Das ist ja alles richtig, aber momentan behauptet die Lebensgefährtin nur, Alleinerbin zu sein. Das Testament kann sie nicht vorlegen.
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winterspaziergang
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von winterspaziergang » 20.08.19, 16:05

Chavah hat geschrieben:
20.08.19, 13:27
Susanne schreibt, die Lebensgefährtin müsse Tag und Nacht suchen, um das Testament zu finden, Lottchen meint, sie dürfe in seinen Unterlagen nicht mal suchen. Watt denn nu?
Ja, watt woll: Lesen und nichts nach Wunsch verdrehen.
Susanne schrieb nichts von Tag und Nacht suchen, sondern, dass sich ein Testament 4 Tage vor dem nahenden Tod erstellt wohl kaum in den Tiefen eines Jahrzehnte bestehenden Archivs finden wird.

Die Frage ist scheinheilig.

Die Lebensgefährtin sollte ein Interesse daran haben, dass das Testament umgehend „gefunden“ wird.

Chavah
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von Chavah » 20.08.19, 18:01

Das Archiv stand ja nicht über Jahrzehnte an der selben Stelle. Die Wohnung in den Ausmaßen wurde ja gerade gemietet, um da gerade mal Ordnung rein zu bringen. Was eben noch nicht der Fall war. Dann kam der Hirntumor dazwischen. Und ein ganz langer Leidensweg, er voller Hoffnung, unter dem Motto "das machen wir zusammen, das mach ich" wenn es mir wieder besser geht. Es gibt zwar einen tollen Plan, schriflich, aber eben noch keine Umsetzung. Allerdings hat er bis 3 Tage vor seinem Tod pingelig Ordnung gehalten, also alles irgendwo einsortiert. Nur wo?

Kann aber alles dahingestellt bleiben. Die einzige Frage, die offen ist, ist, in welchem Umfang die Lebensgefährtin suchen muss. Da fehlt mir nach wie vor eine Antwort, und ich bin ratlos.

Chavah

winterspaziergang
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von winterspaziergang » 21.08.19, 06:25

Chavah hat geschrieben:
20.08.19, 18:01
Das Archiv stand ja nicht über Jahrzehnte an der selben Stelle. Die Wohnung in den Ausmaßen wurde ja gerade gemietet, um da gerade mal Ordnung rein zu bringen. Was eben noch nicht der Fall war. Dann kam der Hirntumor dazwischen. Und ein ganz langer Leidensweg, er voller Hoffnung, unter dem Motto "das machen wir zusammen, das mach ich" wenn es mir wieder besser geht. Es gibt zwar einen tollen Plan, schriflich, aber eben noch keine Umsetzung. Allerdings hat er bis 3 Tage vor seinem Tod pingelig Ordnung gehalten, also alles irgendwo einsortiert. Nur wo?
Mit Sicherheit nicht im Archiv, egal welche Story jetzt noch nachgeschoben wird.

Man mietet also eine neue Wohnung, das „Archiv“ ist noch nicht geordnet und in Kisten verpackt (oder wie?) und dann kommt der Hirntumor. Kann schnell gehen. 4 Tage vor seinem Tod verfasst er ein Testament und das soll jetzt irgendwo im noch nicht geordneten Archiv verschüttet sein... nee is klar :christmas

Offenbar ist der Inhalt des Testaments bekannt, wurde es ja von irgendwem bereits gesichtet.
Nach der Eingangsstory kennt die Hinterbliebene auch durchaus den Ort und findet nur nach Monaten nicht „die Kraft“ außer Haus zu gehen und die Angelegenheit zu regeln, holt sich auch keine Unterstützung.

Wenn das so ist, sollten Personen ihres Umfelds ihr medizinische Hilfe zukommen lassen. Das ist OT und dennoch für den „fiktiven“ Fall ernst gemeint.

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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von Chavah » 21.08.19, 07:18

Da ist keine Story nachgeschoben. Die Ordner stehen unsortiert in Regalen, hatte ich doch geschrieben. Ein Teil ist noch nicht abgeheftet, wurde in den letzten Jahren eben erst einmal unsertiert auf Ordnern und Büchern gelagert, teileise auch in Hängeregistraturen. Das Testament ist bekannt, weil die Lebensgefährtin dabei war, als er sowohl die Vollmacht unterschrieb als auch das Testament verfaßte. Beides geschah, da er nochmals zum "Aufpäppeln" ins Krankenhaus eingewiesen werden sollte. Weder der Hausarzt noch dann die Paliativstation haben den Tod zu diesem Zeitpunkt vorausgesehen. Klar, es war Sterbebegleitung, aber man ging noch von einer Stabilisierung des Zustandes aus. Seine letzte wissenschaftliche Veröffentlichung erfolgte übrigens nach seinem Tod, abgeschlossen in den letzten Tagen seines Lebens. Er war also durchaus in der Lage, zumindest stundenweise, am Schreibtisch zu arbeiten und empfand einen Großteil der Unterstützung, die ihm angeboten wurde, als Bevormundung. Deshalb hat die Lebensgefährtin das Testament auch nicht an sich genommen.

Nach dem Gezuchte hier im Forum haben wir nochmal nachgedacht. Was ändert das Auffinden des Testaments faktisch? Gar nichts. Vermögen ist nicht da, Beerdigung u.s.w. ist bezahlt, Bank und Versicherungen wissen, dass er verstorben ist, Finanzamt hat die Akte geschlossen, Bruder und Lebensgefährtin sind sich einig, was das Archiv angeht, beim Sortieren und Zuordnen der Unterlagen wird ein Student helfen, der Archivwesen studiert, das ist soweit geklärt, und der wird dann wohl auch das Testament finden. Dann kann es immer noch eingereicht werden. Mit null Folgen.

Bleibt noch der Grabstein, den wird die Lebensgefährtin ohnehin bezahlen, weil sie später auch mal in das Grab kommt, und das unabhängig davon, ob sie im nächsten Jahr schon Erbin ist oder nicht. Der übrige Nachlass, da sind sich die Betroffenen einig. Was soll also passieren?

Chavah

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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von CruNCC » 21.08.19, 11:48

Wenn die Lebensgefährtin testamentarisch zur Alleinerbin eingesetzt wurde, ist sie im Moment des Todes des Testators automatisch - ohne dass sie etwas Bestimmtes unternehmen muss - Alleinerbin
Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge.

Alleinerbin ist diese erst, wenn das Testament aufgefunden und abgeliefert wird.
Immer noch die Frage: muss man danach suchen?
Nein.
Welchen Schaden sollte der Bruder haben? Beerdigung ist bezahlt, Lebensgefährtin ist alleinige Mieterin der Wohnung, Bruder und Lebensgefährtin sind auch nicht im Streit.
Den "Schaden" hätte der Bruder, wenn noch Forderungen auftauchen. Wenn sich er Bruder und die LG einig sind, dann ist doch alles in Butter. :wink:

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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von Chavah » 21.08.19, 14:53

Endlich eine klare Antwort. Danke dir.

Nee, da wird nichts auftauchen. Es wurden ja schon einige Nachlasserschleicher abgewimmelt. Die, die meinten man können doch das Archiv herausgeben, man glaubt es wirklich nicht, was da so alles passiert. Wie viele Ratten da so aus den Löchern gekrochen kommen. Unglaublich.

Dann kann der Rest jetzt ganz entspannt abgewickelt werden. Das hilft dem Umfeld sehr.

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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von SusanneBerlin » 21.08.19, 15:23

Chavah hat geschrieben:Welchen Schaden sollte der Bruder haben? Beerdigung ist bezahlt, Lebensgefährtin ist alleinige Mieterin der Wohnung, Bruder und Lebensgefährtin sind auch nicht im Streit.
Eventuelle Rückforderungen des jobcenters, falls die Bedarfsgemeinschaft/finanzielle Unterstützung durch die Lebensgefährtin nicht angemeldet war.
Grüße, Susanne

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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von Chavah » 21.08.19, 15:53

Nö, war alles geregelt, auch da ist die Akte geschlossen.

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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von lottchen » 21.08.19, 16:00

Eigentlich ist doch der Bruder derjenige, der die Probleme bekommen könnte. Wenn noch irgendwelche Forderungen auftauchen muss er dafür gerade stehen (angefangen mit den Beerdigungskosten, die er ja wohl hätte tragen müssen). Wenn es eh nichts zu erben gibt (Geld) würde ich an seiner Stelle das Erbe ausschlagen und damit allen möglichen Überraschungen aus dem Weg gehen. Wenn es keine anderen (entfernteren) Verwandten gibt erbt dann aber der Staat und der entscheidet dann, was mit den Unterlagen passiert. In dem Fall könnte die Lebensgefährtin nur hoffen, dass der kein Interesse an der Hinterlassenschaft hat und wie gewünscht alles an die Stiftung gehen kann.
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Re: spätes Auffinden des Testaments

Beitrag von Chavah » 21.08.19, 16:27

Die Stiftung ist eine Stiftung, die vom Staat finanziert wird.

Noch in Ergänzung: sollte noch irgend etwas kommen, dann wäre es doch die Frage des Anstandes, dass die Lebensgefährtin das wie alles bisher regelt. Ich weiss auch nicht, wieso hier davon ausgegangen wird, dass der Verstorbene und die Lebensgefährtin das Job Center betrogen haben könnten. Bei Beantragung ist festgestellt worden, dass keine Bedarfsgemeinschaft vorliegt, die Wohnung wurde inspiziert, alles klar. Es ist nie betrogen worden, es liegt alles offen. Es ist auch nie versucht worden.

Chavah

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