Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

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badb
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Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von badb » 20.08.19, 17:37

Guten Tag,

gibt es irgendwelche rechtlichen Vorgaben, auf wen die Rechnung für Bestattung ausgestellt werden müssen?

Folgender fiktiver Fall könnte Hintergrund der Frage sein:

M zu Hause verstorben, nur 1 Kind hat sich gekümmert. Nach Ausstellung des Totenscheins durch den Arzt hat das Kind (K) telefonisch Kontakt mit einem Bestattungsunternehmen aufgenommen und 1 Tag später dort im Büro die Bestattung beauftragt.

Rechnung wurde ausgestellt auf den Namen und Anschrift von K,diese hat dann auch die Rechnung bezahlt.

Erbe wurde K nicht, von den 3 Erben haben 2 jeweils 1/3 an K rückgezahlt. Der 3. Erbe stellt sich stur - will nicht bezahlen, verlangt Änderung der Rechnung, also Ausstellung an die Erbengemeinschaft, alle 3 haben andere Wohnorte. Alternativ die Herausgabe der Originalrechnung.

Korrekt so?

ktown
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von ktown » 20.08.19, 18:34

Wer bestellt, muss auch bezahlen und steht damit auch auf der Rechnung.
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badb
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von badb » 20.08.19, 18:37

Der "Besteller" hat ja bezahlt - aber bleibt er damit als Nicht-Erbe auf den Kosten sitzen?

FM
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von FM » 20.08.19, 18:53

badb hat geschrieben:
20.08.19, 18:37
Der "Besteller" hat ja bezahlt - aber bleibt er damit als Nicht-Erbe auf den Kosten sitzen?
Das hat nichts mit der Frage im Ausgangsartikel zu tun. Der Unternehmer wendet sich natürlich an denjenigen, mit dem er einen Vertrag hat.

Der Streit zwischen dem einen Miterben und dem Besteller muss (und kann) den Unternehmer nicht interessieren. Dieser kann auch nicht entscheiden, wer letztlich welche Kosten wem erstatten muss. Hier hat der Besteller vermutlich im Rahmen der "Geschäftsführung ohne Auftrag" für die drei Erben gehandelt. Er hat dann Anspruch auf Erstattung der Kosten, "die er den Umständen nach für erforderlich halten darf". Wenn er Kosten für 10.000 Euro verursacht obwohl er nur 5.000 für erforderlich halten hätte dürfen, bekommt er nur die Hälfte. Deshalb ist es sinnvoll, das vorher mit den Erben zu klären. Der Bestattungsunternehmer bekommt vom Besteller natürlich trotzdem den vollen Betrag.

badb
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von badb » 20.08.19, 19:57

Der Bestatter ist ja vom Besteller bezahlt worden.

Fragestellung ist eigentlich die:

einer der Erben will keine anteiligen Bestattungskosten zahlen, er will stattdessen, dass der Bestatter die Rechnung auf die 3 Erben ausstellt, alternativ will er das Original der Rechnung, die die Auftraggeberin erhalten und bezahlt hat.

Selbstverständlich war der Preis angemessen - nur eine Sozialbestattung wäre vermutlich günstiger gewesen.

Und ja: ausgerechnet der Erbe, der jede Erstattung ablehnt, hat geschrieben: mach du mal, ich habe keine Zeit.

Einer der 3 Miterben hat ebenso die Kosten der Friedshofsverwaltung gezahlt, eben auch....mach du mal.....

Der Miterbe hat vor ein paar Wochen zwar behauptet, eine Beerdigung könne ja nicht mehr als 400 Euro kosten, aber dem ist nicht so.

Er will nichts anderes, als zu kassieren, nichts zahlen, nichts tun..immer nur macht ihr mal.

FM
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von FM » 20.08.19, 20:15

badb hat geschrieben:
20.08.19, 19:57
einer der Erben will keine anteiligen Bestattungskosten zahlen, er will stattdessen, dass der Bestatter die Rechnung auf die 3 Erben ausstellt, alternativ will er das Original der Rechnung, die die Auftraggeberin erhalten und bezahlt hat.
Dass er einen Beweis für die entstandenen Kosten haben will, ist verständlich. Der Bestatter muss aber deshalb keine neue geänderte Rechnung ausstellen. Man kann ja das Original (plus Zahlungsbeleg) vorlegen, oder wenn es zum Verbleib sein soll auch eine beglaubigte Kopie (Notar), das sollte als Beweis ausreichen.

Eine selbst angefertigte unbeglaubigte Fotokopie hat keinen Beweiswert, ebensowenig ein Scan oder Digitalfoto.

matthias.
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von matthias. » 21.08.19, 07:30

badb hat geschrieben:
20.08.19, 19:57

einer der Erben will keine anteiligen Bestattungskosten zahlen, er will stattdessen, dass der Bestatter die Rechnung auf die 3 Erben ausstellt, alternativ will er das Original der Rechnung, die die Auftraggeberin erhalten und bezahlt hat.
Das ist Unfug, dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.

Die Kosten sind entstanden, eindeutig nachgewiesen, wer auf der Rechnung steht ist völlig wurscht,

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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von Altbauer » 21.08.19, 07:59

Was evtl. noch Probleme bereiten könnte, ist die Frage, mit welchem finanziellen Aufwand die Bestattung bestellt und durchgeführt wurde.

Im Prinzip haben die Erben die Kosten zu bestreiten.
Wenn es 3 Erben sind, und der Nachlass werthaltig genug ist, dann eben entsprechend der Erbenquoten.
(Es müssen ja nicht zwingend alle 3 zu gleichen Anteilen erben).

Wenn Erbe Nr. 3 sich weiter stur stellt, kann Kind K ihn verklagen.
Dabei wird es eine Rolle spielen, ob Kind K eine Bestattung mit angemessenem Aufwand bestellt hat.

War der Aufwand zu hoch, wird Kind K nur einen angemessene Aufwand einklagen können.

FM
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von FM » 21.08.19, 09:21

matthias. hat geschrieben:
21.08.19, 07:30
Die Kosten sind entstanden, eindeutig nachgewiesen, wer auf der Rechnung steht ist völlig wurscht,
Der Nachweis ist eben die Frage, wenn der Erbe das Original der Rechnung noch verlangt. Das deutet darauf hin, dass es ihm noch nicht vorgelegt wurde.

Wenn er einen Beleg für sich selbst haben will, kann er natürlich zusätzlich eine Quittung vom Zahlungsempfänger verlangen.

badb
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von badb » 21.08.19, 09:27

Nein wie beschrieben waren die Kosten mehr als angemessen.

Kopien der Rechnungen und auch der Kontoauszug, mit dem die Rechnungsbegleichung gezahlt an den Bestatter nachgewiesen wurde, habe allen 3 Erben erhalten, 2 haben ja auch ihren Anteil (je 1/3) gezahlt.

Der 3. stellt sich halt stur mit der Begründung, die Rechnung sei auf alle 3 Erben auszustellen, alternativ will er das Original zum Absetzten von der Steuer......

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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von ktown » 21.08.19, 12:01

Heißt also, dass das Erbe so gering ist, dass die Kosten dadurch nicht gedeckt waren.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von SusanneBerlin » 21.08.19, 12:42

badb hat geschrieben:
21.08.19, 09:27

Der 3. stellt sich halt stur mit der Begründung, die Rechnung sei auf alle 3 Erben auszustellen, alternativ will er das Original zum Absetzten von der Steuer......
Hallo,

dass diesem Anliegen von Nr. 3 nicht entsprochen werden muss , haben die Vorschreiber ja schon geschrieben.
Was wollen Sie jetzt noch hören/lesen?
Grüße, Susanne

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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von khmlev » 21.08.19, 14:02

badb hat geschrieben:
20.08.19, 17:37
Erbe wurde K nicht, von den 3 Erben haben 2 jeweils 1/3 an K rückgezahlt. Der 3. Erbe stellt sich stur - will nicht bezahlen, verlangt Änderung der Rechnung, also Ausstellung an die Erbengemeinschaft, alle 3 haben andere Wohnorte. Alternativ die Herausgabe der Originalrechnung.
Die drei Erben haften als Gesamtschuldner gegenüber K für die Erstattung der Beerdigungskosten. demzufolge kann sich K hinsichtlich des noch offenen Anteils des 3. Erben auch bei den anderen Erben schadlos halten.
Gruß
khmlev
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von lottchen » 21.08.19, 14:24

Wenn das Erbe höher war als die Bestattungskosten (und hier schient es ja ein Erbe in gewissem Umfang gegeben zu haben) kann man die eh nicht von der Steuer absetzen soweit ich gelesen habe. Was soll also der Streß mit der Rechnungsadresse?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

SusanneBerlin
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Re: Rechnungsempfänger für Bestattungskosten

Beitrag von SusanneBerlin » 21.08.19, 14:57

lottchen hat geschrieben:
21.08.19, 14:24
Wenn das Erbe höher war als die Bestattungskosten (und hier schient es ja ein Erbe in gewissem Umfang gegeben zu haben) kann man die eh nicht von der Steuer absetzen soweit ich gelesen habe. Was soll also der Streß mit der Rechnungsadresse?
Es gibt 2 Fälle, bei denen die Bestattungskosten steuerlich relevant sind:

1.: Die Erbschaft höher ist als der Erbschaftssteuer-Freibetrag, durch die Berücksichtigung der Bestattungskosten verringert sich die Erbschaftssteuer.

oder 2.: Die Erbschaft wird durch die Kosten der Bestattung zm "Verlustgeschäft", dann kann man die den Nachlass übersteigenden Bestattungskosten bei der Einkommensteuererklärung als "außergewönliche Belastung" geltend machen.

Über die Höhe des Nachlasses hat die TE noch nichts verlauten lassen. Aus der Aussage, dass Person Nr. 3 lieber kassiert als etwas zu bezahlen (wer tut das übrigens nicht?), kann nicht unbedingt geschlossen werden, dass der Nachlass werthaltig ist.
Grüße, Susanne

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