Grundbuchänderung

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marlis77
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Grundbuchänderung

Beitrag von marlis77 »

Wie ist bei folgendem Sachverhalt eine Grundbuchänderung korrekt?

Ein Ehepaar ist im Grundbuch mit je 50% Besitztum eingetragen

Die Ehefrau verstirbt, hinterläßt neben ihrem Ehemann einen volljährigen Sohn aus 1. Ehe ; der Ehemann hat 2 Kinder aus 1. Ehe (die hierbei aber keine Rolle spielen, oder?)

Der Sohn der Verstorbenen Ehefrau räumt dem Ehemann ein lebenslanges mietfreies Wohnrecht ein und will bis zu einem eventuellen Verkauf auf die Auszahlung seines Erbanteils vom Grundstück verzichten.

Der Ehemann will daraufhin die Grundbucheintragung ändern lassen.

Was wäre hier korrekt: 50 % hinterbliebener Ehemann und 50 % hinterbliebener Sohn der Verstorbenen?

oder 75 % hinterbliebener Ehemann und 25 % hinterbliebener Sohn der Verstorbenen?
diese letzte Überlegung deshalb, weil dem Sohn ja eigentlich aus der gesamten Erbmasse nur 1/ 4 zusteht.

was ist rechtlich und auch im Interesse Beider richtig?
ktown
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Re: Grundbuchänderung

Beitrag von ktown »

marlis77 hat geschrieben: 10.01.21, 10:34was ist rechtlich und auch im Interesse Beider richtig?
Dies und alle anderen Fragen beantwortet der Anwalt ihres Vertrauens. Gerade unter dem Aspekt, dass der Ehemann auch noch Kinder hat sollte man sowas nie im privaten regeln. Das kann nur schief gehen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
hambre
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Re: Grundbuchänderung

Beitrag von hambre »

Kostenfrei innerhalb von 2 Jahren nach dem Tod der Ehefrau nur durch Vorlage des Erbscheins ist folgende Eintragung möglich:

1/2 Ehemann
1/2 Ehemann und Sohn in Erbengemeinschaft

Wenn man die sich daraus ergebenden Eigentumsverhältnisse, also

3/4 Ehemann
1/4 Sohn

eintragen lassen möchte, dann ist dafür ein notarieller Vertrag erforderlich, der Kosten für Notar und Grundbuchamt nach sich zieht ohne dass sich daraus in diesem Fall erkennbare Vorteile für Ehemann oder Sohn ergeben.

Natürlich ist es zulässig, dass der Ehemann dem Sohn den kompletten 1/2-Anteil der Ehefrau als Gegenleistung für das Wohnrecht überlässt. Das wäre eine Verdopplung des Eigentumsanteils des Sohnes, auf der anderen Seite ist der Ehemann sicher, dass er nicht vor seinem Tod ausziehen muss, z.B. weil der Sohn eine Teilungsversteigerung beantragt.
matthias.
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Re: Grundbuchänderung

Beitrag von matthias. »

Was ist denn überhaupt im Testament gergelt? Oder gibt es gar keines?

Die Kinder des hinterbliebenen Mannes, sind in der Tat hier nicht von Belang.
marlis77
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Re: Grundbuchänderung

Beitrag von marlis77 »

Es gibt kein Testament. Die wenigsten Menschen rechnen wohl in einem relativ jungen Alter mit dem Tod und damit an ein Testament, leider....
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