Nur Name vom Erben bekannt.

Moderator: FDR-Team

Nox
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Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von Nox »

Hallo zusammen.

Nehmen wir einmal folgenden Fall an: Eine ältere Person ohne Verwandte vererbt ihren Besitz an einen Bekannten, von dem nur Vor- und Nachname und vielleicht noch die Arbeitsadresse bekannt sind. Wie kontaktiert das Nachlassgericht den Erben und muss der Erbe, wenn er vermutet, dass er als Erbe berücksichtigt wurde, vielleicht selbst aktiv werden?

Freue mich über eine Antwort.
Altbauer
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von Altbauer »

Ich setze mal voraus, dass dem Nachlassgericht ein Testament vorliegt.

Wenn jemand vermutet, im Testament bedacht worden zu sein, kann er dies dem Nachlassgericht mitteilen.
Sollte er wirklich bedacht worden sein, so wird das Nachlassgericht die Idendität prüfen und danach entspr. dem Testament verfahren.
Im Übrigen kann man mal unter dem Begriff "Erbenermittlung" googeln.
matthias.
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von matthias. »

War das Testament denn beim Gericht hinterlegt?

Oder wurde es in der Schublade gefunden? Und ist mittlerweile beim Gericht?


Ansonsten Infos z.b. da:

https://www.anwalt.org/erbenermittlung/

Falls man vermutet, dass man Erbe geworden ist, kann man natürlich selbst tätig werden. Man kann sich beim Gericht melden, man kann gleich einen Erbschein beantragen (insbesondere wenn man recht sicher ist, da man z.b. das Testament gesehen hat).
Nox
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von Nox »

Vielen Dank für die Antworten.

Ja, ein Testament liegt vor. Wie wäre denn die richtige Vorgehensweise? Beim Gericht anrufen oder sich schriftlich vorstellen?
lottchen
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von lottchen »

Anruf bei Gericht: "Huhu, ich bin der Erwin Müller. Die Hedwig Meier hat mich soweit ich weiß als Erben eingesetzt. Bitte schreiben Sie mal meine Adresse auf und schicken mir den Erbschein zu...." So in etwa?

EIn Anruf bringt überhaupt nichts. Falls man Informationen haben will wird man die schon aus Datenschutzgründen nicht bekommen (woher soll denn die Person beim Gericht wissen, dass auch tatsächlich der Erwin Müller anruft?).
Nox hat geschrieben: 02.04.24, 12:52 Ja, ein Testament liegt vor.
Wo? Bei Gericht?
Nox
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von Nox »

lottchen hat geschrieben: 02.04.24, 13:02 Anruf bei Gericht: "Huhu, ich bin der Erwin Müller. Die Hedwig Meier hat mich soweit ich weiß als Erben eingesetzt. Bitte schreiben Sie mal meine Adresse auf und schicken mir den Erbschein zu...." So in etwa?

EIn Anruf bringt überhaupt nichts. Falls man Informationen haben will wird man die schon aus Datenschutzgründen nicht bekommen (woher soll denn die Person beim Gericht wissen, dass auch tatsächlich der Erwin Müller anruft?).
Nox hat geschrieben: 02.04.24, 12:52 Ja, ein Testament liegt vor.
Wo? Bei Gericht?
Naja, mit einem Anruf könnte man ja auch die ersten Schritte einleiten und bekommt dann vielleicht als Antwort: "Melden Sie sich doch bitte schriftlich bei dem oder dem Sachbearbeiter." Oder "Rufen Sie doch bitte bei folgender Durchwahl an und machen einen Termin. Und bringen Sie zum Termin Ihren Ausweis mit."

Das heißt also einen Brief schreiben und die Situation schildern?

Was mich aber noch interessiert, wie würde das Nachlassgericht von sich aus vorgehen, wenn eben nur der Name bekannt wäre? Das Testament wird, wenn ich richtig informiert bin, bei einem Notar hinterlegt? Und der leitet nach dem Tode der Person dieses selbstständig an das Gericht weiter?
FM
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von FM »

In Bayern ermittelt das Nachlassgericht die Erben
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... ayAGGVG-37
und ist natürlich froh, wenn das durch entsprechende Hinweise erleichtert wird. In allen oder den meisten anderen Ländern gibt es keine solche Vorschrift.
Nox
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von Nox »

FM hat geschrieben: 02.04.24, 14:46In allen oder den meisten anderen Ländern gibt es keine solche Vorschrift.

Was bedeutet das in der Praxis?
lottchen
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von lottchen »

Nox hat geschrieben: 02.04.24, 14:14 Das Testament wird, wenn ich richtig informiert bin, bei einem Notar hinterlegt?
Woher sollen wir denn hier wissen, ob der Erblasser ein Testament gemacht hat, ob er es mal geändert hat, ob er es beim Notar gemacht hat, ob er es selber geschrieben und beim Amtsgericht hinterlegt hat oder es in seiner Sockenschublade in seiner Wohnung liegt? Und je nachdem, wann/wie/wo der Erblasser sein Testament gemacht hat hängt ab es nach seinem Tod nur eröffnet werden muss oder ob es erst gefunden und vom Finder zum Gericht gebracht werden muss. Das sollte doch der mögliche Erbe doch am Besten wissen.

Ich hatte mal ein Testament geschrieben (nicht beim Notar), welches ich meinen Eltern zur Verwahrung gegeben habe. Ja, die hätten das nach meinem Tod beim Nachlassgericht abgeben müssen.
Nox
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von Nox »

lottchen hat geschrieben: 02.04.24, 15:00 Das sollte doch der mögliche Erbe doch am Besten wissen.

Nicht unbedingt. Woher soll denn ein Nicht-Verwandter, der lediglich ein guter Freund ist, denn wissen, dass er im Testament berücksichtigt wurde? Darum geht es mir ja auch nicht. Interessant ist für mich in erster Linie die Frage, wie ein Gericht vorgeht, wenn in einem Testament nur der Vor- und Nachname drin steht.
lottchen
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von lottchen »

Nox hat geschrieben: 02.04.24, 15:33Interessant ist für mich in erster Linie die Frage, wie ein Gericht vorgeht, wenn in einem Testament nur der Vor- und Nachname drin steht.
So nach dem Motto "Max Müller erbt meine Millionen?" Wer so ein Testament schreibt ohne Adresse oder andere Kontaktdaten, ohne Angabe, in welchem Verhältnis er/sie zu dieser Person steht (z.B.: mein Kumpel Max Müller aus dem Ruderverein "paddelnde Weicheier") muss sich nicht wundern wenn sein letzter Wille nicht erfüllt wird. Was macht man z.B. wenn 5 verschiedene Max Müller gefunden werden, die den Verblichenen nachweislich kannten? Gibt es keine gesetzlichen Erben und liegt dem Gericht ein Testament vor wird in diesem Fall vermutlich ein Nachlaßpfleger eingesetzt. Der wird entweder selber (oder jemanden beauftragen) die Nachbarn und Freunde befragen, schaltet Suchannoncen usw. Alles auf Kosten des Erbes.
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von CruNCC »

FM hat geschrieben: 02.04.24, 14:46 In Bayern ermittelt das Nachlassgericht die Erben
https://www.gesetze-bayern.de/Content/D ... ayAGGVG-37
und ist natürlich froh, wenn das durch entsprechende Hinweise erleichtert wird. In allen oder den meisten anderen Ländern gibt es keine solche Vorschrift.
Das gilt nur für die gesetzliche Erbfolge.

Wenn ein Testament vorhanden ist, muss das Nachlassgericht von Amts wegen tätig werden.
CruNCC
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von CruNCC »

Nox hat geschrieben: 02.04.24, 14:14 Das Testament wird, wenn ich richtig informiert bin, bei einem Notar hinterlegt?
Da bist du falsch informiert. Der Notar muss das Testament in die amtliche Verwahrung beim Amtsgericht geben.

https://www.gesetze-im-internet.de/beurkg/__34.html
Und der leitet nach dem Tode der Person dieses selbstständig an das Gericht weiter?
Durch die amtliche Verwahrung ist sichergestellt, dass das Testament dem zuständigen Nachlassgericht übersandt und dort eröffnet wird.
CruNCC
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von CruNCC »

Nox hat geschrieben: 02.04.24, 15:33 Nicht unbedingt. Woher soll denn ein Nicht-Verwandter, der lediglich ein guter Freund ist, denn wissen, dass er im Testament berücksichtigt wurde? Darum geht es mir ja auch nicht. Interessant ist für mich in erster Linie die Frage, wie ein Gericht vorgeht, wenn in einem Testament nur der Vor- und Nachname drin steht.
Dann könnte es schwierig werden. Wie soll denn das NG (oder wer auch immer) herausfinden, wer genau gemeint ist? Im schlimmsten Fall ist der Erbe nicht zu ermitteln.
FM
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Re: Nur Name vom Erben bekannt.

Beitrag von FM »

Wenn "vielleicht noch die Arbeitsadresse bekannt" ist, wäre er für das Gericht schon erreichbar, kann also von der Testamentseröffnung unterrichtet werden.

Wenn da aber wirklich nur steht "Max Müller" wird ein außerbayerisches Amtsgericht nicht fürchterlich viel machen, vielleicht noch eine Aufforderung nach https://www.gesetze-im-internet.de/famfg/__352d.html
oder eben einen Nachlasspfleger einsetzen.
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