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recht.de • Thema anzeigen - Mieteinnahmen > Zugewinn, Miete vs Kredit
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BeitragVerfasst: 04.02.18, 15:22 
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Hallo zusammen,
ich beabsichtige eine kleine Wohnung zu kaufen, deren Einnahmen mir dann im Rentenalter meine Renten-Versorgungslücke schließen soll. Ich bin verheiratet ohne Ehevertrag.

Die Finanzierung soll nur auf mich laufen (alleiniger Grundbucheintrag). Die Kreditrate soll grossteils von den Mieteinnahmen gedeckt werden. Den Rest wie Reparaturen, Verwaltung, Rücklagen und 10% Eigenkapital zahle ich aus meinem Einkommen (getrennte Gehaltskonten).

Frage: Der Kredit ist erst in 20 Jahren komplett abbezahlt, sprich bis dahin ist ja kein realer Gewinn erfolgt oder sehe ich das falsch ? Hätte mein Mann bei einer Scheidung Anrecht auf 50% der bis dahin erzielten Mieteinnahmen (bzw Anrechnung derer beim Zugewinnausgleich) , obwohl noch Schulden darauf sind ?

Wie ist die Rechtslage?

viele Grüße
S.


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BeitragVerfasst: 04.02.18, 16:07 
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Zitat:
Frage: Der Kredit ist erst in 20 Jahren komplett abbezahlt, sprich bis dahin ist ja kein realer Gewinn erfolgt oder sehe ich das falsch ?

Sie haben erst dann einen Zugewinn erzielt, wenn Ihr Vermögen höher ist als am Tag der Eheschließung.

Zitat:
Hätte mein Mann bei einer Scheidung Anrecht auf 50% der bis dahin erzielten Mieteinnahmen (bzw Anrechnung derer beim Zugewinnausgleich) , obwohl noch Schulden darauf sind ?
Während des Trennungsjahrs hat Ihr Ehemann dann einen Unterhaltsanspruch an Sie, wenn Sie höhere Einkünfte haben als er. Dienen die Mieteunnahmen der Abzahlung des Darlehens, zählen sie nicht als Einkünfte.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 09.02.18, 16:33 
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Hallo!
SusanneBerlin hat geschrieben:
Dienen die Mieteunnahmen der Abzahlung des Darlehens, zählen sie nicht als Einkünfte.


Das ist so pauschal nicht richtig.
Es zählen die Anteile der Mieteiinahmen nicht als Einkünfte welche ...
- zur Zahlung der Darlehenszinsen verwendet werden
- sich im Rahmen der 4% Altersvorsorge befinden (und es natürlich keine weitere private Altersvorsorge gibt).

Oder anders herum:
Die Tilgung des Darlehens ist nur im Rahmen der Anrechnung auf die 4% Altersvorsorge vom Einkommen abziehbar.


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BeitragVerfasst: 09.02.18, 18:08 
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Zitat:
Hätte mein Mann bei einer Scheidung Anrecht auf 50% der bis dahin erzielten Mieteinnahmen (bzw Anrechnung derer beim Zugewinnausgleich) , obwohl noch Schulden darauf sind ?


Da werden jetzt zwei Sachen durcheinander geworfen. Mieteinnahmen sind Einkünfte, während es beim Zugewinn um Vermögen geht.

In Bezug auf die Wohnung ist das Vermögen der Verkehrswert der Wohnung abzüglich der noch vorhandenen Schulden. Als Zugewinn wird die Steigerung des Vermögens bezeichnet. Letztlich wirst Du daher im Fall der Scheidung nicht die Mieteinnahmen, wohl aber die Tilgung mit Deinem Mann teilen müssen.


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 14:35 
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hambre hat geschrieben:
Zitat:
Hätte mein Mann bei einer Scheidung Anrecht auf 50% der bis dahin erzielten Mieteinnahmen (bzw Anrechnung derer beim Zugewinnausgleich) , obwohl noch Schulden darauf sind ?


Da werden jetzt zwei Sachen durcheinander geworfen. Mieteinnahmen sind Einkünfte, während es beim Zugewinn um Vermögen geht.

In Bezug auf die Wohnung ist das Vermögen der Verkehrswert der Wohnung abzüglich der noch vorhandenen Schulden. Als Zugewinn wird die Steigerung des Vermögens bezeichnet. Letztlich wirst Du daher im Fall der Scheidung nicht die Mieteinnahmen, wohl aber die Tilgung mit Deinem Mann teilen müssen.



D.h. solange die Mieteinnahmen komplett zur Abzahlung genutzt werden fallen diese nicht unter die Zugewinnsberechnung, sondern nur die bis dahin erfolgte Tilgung+ggf Wertsteigerung ? Im Umkehrschluss, sobald der Kredit abbezahlt ist, sind die Mieteinnahmen dann Zugewinn (und das auch nur, wenn noch monitär vorhanden) ?

Angenommen, die Wohnung ist dann abbezahlt:
Würden die Mieteinnahmen dann doppelt angerechnet, einmal im Zuge des Zugewinnausgleiches und nochmal bei Unterhaltsforderungen (Netto-Gesamteinkommen nach D.Tabelle) für Ehepartner und Kinder ? Wenn nein, was hat vorrang ?

Gruß
S.


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 14:39 
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saver18 hat geschrieben:
und das auch nur, wenn noch monitär vorhanden
Was soll das heißen? Mieteinahmen sind Mieteinnahmen. Ob es nun 100 oder 1.000 EUR sind.

_________________
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.
Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 14:40 
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@saver18

Die Zugewinnberechnung ist eine Momentaufnahme. Es gibt 2 Stichtage: der Tag der Eheschließung und der Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wird.

Für beide Stichtage macht man jeweils eine Vermögensaufstellung für jeden der beiden Ehepartner.

Man hat dann also 4 Vermögensbeträge.

Wieviel man zwischen Heirat und Scheidung im einzelnen verdient hat und wieviel Mieteinbahmen man hatte, ist uninteressant. Es kommt nur auf das Vermögen zum Stichtag an.


Beim Unterhalt dagegen, kommt es auf die monatlichen Einnahmen an, und das Vermögen ist i.d.R. uninteressant. Außer selbstbewohntes Eigentum, das zählt als fiktives Einkommen, da man sich die Miete spart, die man ansonsten zahlen müsste.

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 14:46 
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Themenstarter
ktown hat geschrieben:
saver18 hat geschrieben:
und das auch nur, wenn noch monitär vorhanden
Was soll das heißen? Mieteinahmen sind Mieteinnahmen. Ob es nun 100 oder 1.000 EUR sind.


Wenn die Einnahmen für das tägliche Leben ausgeben wurden (Kleider/Urlaub...), also nicht mehr auf einem Konto liegen


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 14:48 
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saver18 hat geschrieben:
Wenn die Einnahmen für das tägliche Leben ausgeben wurden (Kleider/Urlaub...), also nicht mehr auf einem Konto liegen
das ist unerheblich. Relevant ist, was an Mieteinnahmen gebucht sind.

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BeitragVerfasst: 19.02.18, 15:23 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
@saver18

Die Zugewinnberechnung ist eine Momentaufnahme. Es gibt 2 Stichtage: der Tag der Eheschließung und der Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wird.

Für beide Stichtage macht man jeweils eine Vermögensaufstellung für jeden der beiden Ehepartner.

Man hat dann also 4 Vermögensbeträge.

Wieviel man zwischen Heirat und Scheidung im einzelnen verdient hat und wieviel Mieteinbahmen man hatte, ist uninteressant. Es kommt nur auf das Vermögen zum Stichtag an.


Beim Unterhalt dagegen, kommt es auf die monatlichen Einnahmen an, und das Vermögen ist i.d.R. uninteressant. Außer selbstbewohntes Eigentum, das zählt als fiktives Einkommen, da man sich die Miete spart, die man ansonsten zahlen müsste.


Verständnisbeispiel Zugewinn: Anfangsvermögen Mann 10.0000, Endvermögen 10.000. Zugewinn 0
Ich Anfangsvermögen 10.000, Endvermögen 40.000 (inkl. 30.000 Tilgungsanteil der Wohnung) bis zum Scheidungsantrag. Zugewinn 30.000, Ausgleich an Mann: 15.000.

Da soviel Geld monetär nicht vorhanden im worst case dann Zwangsversteigerung oder Verkauf mit Verlust wegen Kaufnebenkosten/Spekulationssteuer... ?


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 15:30 
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ktown hat geschrieben:
saver18 hat geschrieben:
Wenn die Einnahmen für das tägliche Leben ausgeben wurden (Kleider/Urlaub...), also nicht mehr auf einem Konto liegen
das ist unerheblich. Relevant ist, was an Mieteinnahmen gebucht sind.


Da gibt es in anderen Treads oder Foren andere Ansichten. Und zwar dass nur noch vorhandenes Vermögen in den Zugewinn fällt (außer bei absichtlicher/offensichtlicher Verschwendung/Verschenkung)


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 16:15 
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Zitat:
Verständnisbeispiel Zugewinn: Anfangsvermögen Mann 10.0000, Endvermögen 10.000. Zugewinn 0
Ich Anfangsvermögen 10.000, Endvermögen 40.000 (inkl. 30.000 Tilgungsanteil der Wohnung) bis zum Scheidungsantrag. Zugewinn 30.000, Ausgleich an Mann: 15.000.
Richtig gerechnet.

Zitat:
Ausgleich an Mann: 15.000.

Da soviel Geld monetär nicht vorhanden im worst case dann Zwangsversteigerung oder Verkauf mit Verlust wegen Kaufnebenkosten/Spekulationssteuer... ?

Man kann vereinbaren, den Ausgleich auf später zu verschieben, z.B. jedes Jahr 3.000 5 Jahre lang.

Apropos: Verlust durch Spekulationssteuer ist nicht möglich. Die Steuer zahlt man nur auf den Gewinn. Wenn man mit dem Verkauf keinen Gewinn macht, entfällt auch die Steuer.

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 19.02.18, 18:21 
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saver18 hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:
saver18 hat geschrieben:
Wenn die Einnahmen für das tägliche Leben ausgeben wurden (Kleider/Urlaub...), also nicht mehr auf einem Konto liegen
das ist unerheblich. Relevant ist, was an Mieteinnahmen gebucht sind.


Da gibt es in anderen Treads oder Foren andere Ansichten. Und zwar dass nur noch vorhandenes Vermögen in den Zugewinn fällt (außer bei absichtlicher/offensichtlicher Verschwendung/Verschenkung)
Ich muss mich korrigieren. Ich ging davon aus, dass die Mieteinnahmen nicht die einzigsten Einkünfte sind.

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BeitragVerfasst: 20.02.18, 15:02 
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Zitat:
Ich muss mich korrigieren. Ich ging davon aus, dass die Mieteinnahmen nicht die einzigsten Einkünfte sind.


Sind Sie auch nicht, ich bin berufstätig und beziehe Gehalt. Trotzdem könnten die Mieteinnahmen ja weg sein (neues Auto, teure Urlaube....)


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BeitragVerfasst: 20.02.18, 15:11 
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ktown hat geschrieben:
das ist unerheblich. Relevant ist, was an Mieteinnahmen gebucht sind.

ktown" hat geschrieben:
Ich muss mich korrigieren. Ich ging davon aus, dass die Mieteinnahmen nicht die einzigsten Einkünfte sind.


Was meinen Sie damit?

Der Zugewinnausgleich basiert doch nicht auf der Addition der Einnahmen, die jeder Ehepartner während der Ehezeit hatte. Sondern entscheidend ist, welcher Geldbetrag am Stichtag auf dem Konto ist.

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Grüße, Susanne


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