Antrag auf Wohnungszuweisung??

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

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Masal
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Antrag auf Wohnungszuweisung??

Beitrag von Masal »

Folgender Fall:

Eheleute seit Mai getrennt lebend. Keine Kinder. Das Haus gehörte der Ehefrau bereits lange vor der Hochzeit. Jegliches Inventar und Zubehör gehört der Ehefrau. Ehemann will nicht ausziehen. Zahlt keine Miete, keine Nebenkosten auf Basis, dass er während der Trennung das Recht hat in der ehel. Wohnung zu leben. Er beteiligt sich weder and irgendwelchen Kosten noch an Gartenarbeit oder an Hausarbeit.

Der Ehemann macht eine Ausbildung. Wurde vom Ausländeramt bereits ausgewiesen. Eine Klage des Ehemannes gegen die Ausweisung ist anhängig.

Der Anwalt des Ehemannes im Scheidungsfall hat sein Mandat zurückgezogen. Die Unterhaltsforderung des Ehemannes gegen die Ehefrau konnte nicht durchgesetzt werden.

Der Ehemann beschimpft und terrorisiert seine Noch-Ehefrau täglich. Licht wird in der Nacht angelassen im ganzen Haus um Stromverbrauch zu erhöhen. Heizung ständig ebenfalls an. Wasser wird laufen gelassen. ER zahlt ja keine Nebenkosten. Die Ehefrau war 3 Monate krank geschrieben wg. der psychischen Belastung. Sie muss sich nachts in Schlafzimmer einschließen wg. Drohungen. Schlafen seit Monaten nur noch mit Schlaftabletten möglich. In ärtzlicher Behandlung. Die Ehefrau würde auch ausziehen, kann sich aber keine zweite Wohnung leisten, da sie das Haus ja auch bezahlt.

Wie funktioniert ein Antrag auf Wohnungszuweisung?
Was genau wird damit geregelt?
Hätte dieser in dem o.g. Fall Aussicht auf Erfolg??

Für Hilfe wäre ich sehr dankbar....
Ein weiteres Zusammenleben ist einfach unmöglich...

Holzschuher
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Beitrag von Holzschuher »

Hallo,

ggf. wäre eine Wohnungszuweisung nach § 2 GewSchG möglich. Hierzu stellt man einen Antrag ans Gericht.

In solchen Fällen ist es ratsam, sich fachkundig beraten zu lassen.
Gruß
Peter H.

Masal
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Wohnungszuweisung

Beitrag von Masal »

Was genau benötigt die Ehefrau dafür?
Ein Attest vom Arzt?? Drohungen und Angst kann man ja schlecht beweisen...:-((

PurpleRain
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Beitrag von PurpleRain »

Holzschuher hat geschrieben:ggf. wäre eine Wohnungszuweisung nach § 2 GewSchG möglich.
Die schweren Kaliber braucht man nicht einmal, es genügt sogar § 1361b BGB.

--> Vom Anwalt einen Antrag beim Familiengericht einreichen lassen. Ohne Anwalt bekommt die Ehefrau kaum eine wirksame Beschreibung der besonderen Härte für Sie zusammen - Die Hürden liegen hoch und der Ehemann ist offensichtlich auch schon gerichtserfahren.

Falls die Frau ein bisschen schauspielerisches Talent besitzt, kann sie auch das schnellere Verfahren "Hinausweisung durch die Polizei" + "Alleinige Zuweisung im Eilverfahren" versuchen. :twisted:

Masal
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Wohnungszuweisung

Beitrag von Masal »

*Hinausweisung durch Polizei* würde dann im akuten Umstand beantragt oder auch im Zuge des Eilverfahrens...??

was bedeutet: *unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten, um eine unbillige Härte zu vermeiden* ??
kann er gezwungen werden, evtl. bei Freunden unter zu kommen?
was wäre, wenn er sich keine eigene Wohnung leisten kann?
ist das *unbillige Härte* und würde der Antrag somit abgelehnt???

Chavah
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Beitrag von Chavah »

Masa, ich glaube nicht, dass Du dasohne Anwalt stemmen kannst. Vielleicht so viel. Nach dem Gewaltschutzgesetz kann die Polizei einen Angreifer für einen kurzen Zeitraum aus der ehelichen Wohnung verweisen. Hinterher darf er wieder rein. Du brauchst aber was dauerhaftes. Und das ist Sache des Familiengerichts.

Schleunigst Anwalt aufsuchen. Den wirst Du ohnehin benötigen.

Chavah

Masal
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Masal

Beitrag von Masal »

Danke. Das scheint ein Weg zu sein, wieder sicher leben zu können....:-( Bis zur Scheidung ist das einfach kein Zustand.
Aber wäre es tatsächlich auch unbillige Härte für den Ehemann, wenn er raus muss??? Ich verstehe die Bedeutung nicht so ganz, wie weit die Definition geht...:-((

Vielen Dank für die Antworten

Chavah
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Beitrag von Chavah »

Das kommt auf den Einzelfall an. Auch auf die Art der Bewertung durch das Gericht. Und der Anwalt kennt doch "seine" Richter. Also, Termin für nächste Woche vereinbaren. Und hier berichten.

Chavah

Holzschuher
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Beitrag von Holzschuher »

Hallo,
PurpleRain hat geschrieben:
Holzschuher hat geschrieben:ggf. wäre eine Wohnungszuweisung nach § 2 GewSchG möglich.
Die schweren Kaliber braucht man nicht einmal, es genügt sogar § 1361b BGB.
PurpleRain hat geschrieben:Falls die Frau ein bisschen schauspielerisches Talent besitzt, kann sie auch das schnellere Verfahren "Hinausweisung durch die Polizei" + "Alleinige Zuweisung im Eilverfahren" versuchen. :twisted:
...was jetzt Polizei und GewSchG oder § 1361b BGB?!
Die Hürden liegen hoch und der Ehemann ist offensichtlich auch schon gerichtserfahren.
...natürlich liegen - in beiden Fällen - die Hürden hoch. Das auch zu recht, weil es um weit in die Grundrechte einzelner hinreichender Fragen/Entscheidungen geht.

Das hat aber nichts mit schauspielerischem Talent zu tun. Es wäre tunlich, andere nicht auch noch auf dumme Gedanken zu bringen, wenn offensichtlich auch ungewollt.
Gruß
Peter H.

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