Unterhalt bei Auszug 18J. auf eigenen Wunsch

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Megazicklein
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Unterhalt bei Auszug 18J. auf eigenen Wunsch

Beitrag von Megazicklein »

Hallo Forumsteilnehmer,

folgender Sachverhalt.

Tochter von Frau XY wird im März 18 und zieht dann zu einer Freundin. Dort kann sie angeblich kostenfrei wohnen etc. Die Tochter hat sich nun zum Gym. angemeldet, die Unterschrift der Mutter dazu hat sie gefälscht.
Die Tochter fälscht nicht nur Unterschriften, sondern beklaut die Eltern permanent, ob es Geld ist, oder persönliche Dinge der Mutter (Unterwäsche, Schuhe etc).
Tochter weiß, das sie von der Mutter keinen Unterhalt bekommt, da sie nur ausziehen möchte, weil sie sich zu Hause nicht an Regeln halten kann und Stehlen ist eben verboten, sieht die Mutter nicht ein, das zu finanzieren.
Ist alles sehr schlimm, das hier alles einzeln aufzuführen wäre zu lang. Sind aber echt krasse Verhältnisse.

Wie sieht es nun bei folgendem Sachverhalt aus.
Die Tochter fliegt bei der Freundin raus, weil sie dort eventuell den selben Mist macht wie hier und steht dann wieder bei der Mutter vor der Türe.
Die Mutter geht momentan davon aus, das sie die Tochter wieder aufnehmen muss, wobei es aber doch nicht sein kann, das sie sich dann wieder beklauen lassen muss etc. Die Familie muss komplett alle Zimmer abschließen, weil die Tochter sonst überall dran geht, wenn sie allein zu Hause ist und es gibt eben Dinge von denen die Tochter die Finger zu lassen hat. Wie verhält es sich da, wenn sich das Kind so daneben benimmt, müssen die Eltern sich das gefallen lassen?

Ich hoffe es wird einer schlau draus, ist ein bisschen wirr geschrieben.
Grüße
Claudia

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Unterhalt bei Auszug 18J. auf eigenen Wunsch

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Megazicklein hat geschrieben:....
Die Mutter geht momentan davon aus, das sie die Tochter wieder aufnehmen muss,
...
Nö, muß sie nicht. Wenn die Tochter raus ist, Schloß austauschen und gut ist.

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Danke,

aber wie sieht es da mit Unterhalt aus? Die Tochter besucht ja nun erst mal das Gym. auf deren Anmeldung sie die Unterschrift der Mutter gefälscht hat. Sie hat ja gar kein Einkommen, wie soll das gehen. Mutter will aber auch nicht zahlen, weil die Tochter eben so ist, wie sie ist.
Lt. Jugendamt müsste die Mutter der Tochter nicht mal das Kindergeld ausbezahlen, aber naja.

Der Mann der Mutter (nicht der Vater der Tochter) hat klipp und klar gesagt, wenn die Tochter wieder kommt, geht er mit dem gemeinsamen Sohn, toll oder? Also es ist wirklich krass und die Mutter kann nur zuschauen und hoffen das bald der 17.3. ist, das ist der 18. Geburtstag.

Grüße
Claudia

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs »

Wer volljährig ist, muss durch eigene Erwerbstätigkeit für seinen Lebenbedarf sorgen. Einen Anspruch auf Unterhalt gegen seine Eltern hätte er ausnahmweise nur, solange er sich nachweislich in Schul- oder Berufsausbildung befindet, vorausgesetzt, er absolviert die Ausbildung zielstrebig und mit Fleiß.

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Hallo,

danke. Es ist ja mal so, das die Tochter meint nun das Gymnasium besuchen zu müssen und andere kommen für ihre Kosten auf. Sie kann wie gesagt, kostenfrei bei der Mutter der Freundin wohnen, so die Aussage der Tochter.

Grob fahrlässig kommt hin: Stiehlt Geld, geht an Dinge die sie nichts angehen. Entwendet der Mutter Unterwäsche, Schuhe, CDs etc. und legt es nicht wieder zurück, erst wenn die Mutter bemerkt, das es fehlt. Schreit hier rum, lebt im Dreck, die juckt einfach gar nichts.

Nachdem sie die Anmeldungen für 3 verschiedene Gym noch selbst unterschrieben hat (an der Stelle des Erziehungsberechtigten) platze der Mutter der Kragen und diese rief bei einem Gym. an und teilte dort mit, das sie grundsätzlich nichts dagegen hat, da die Tochter nächsten Monat 18 wird und dann eh macht was sie will, aber die Unterschrift auf der Anmeldung sei eben nicht die ihre.
Von der Mitarbeiterin im Gym erhielt sie die Auskunft, das sie die Anmeldung nun eingeben würde, ganz normal, sie sollte es einfach so stehen lassen, das Gym würde die Unterschrift der Mutter ja nicht kennen und dies somit nicht wissen.
Die Mutter fragt sich nun, ob man sowas einfach so durchgehen lassen kann, es handelt sich dabei wohl um Urkundenfälschung.

Liebe Grüße
Claudia

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Es hat sich nochmal was gravierendes in der Sache getan.

Also, die Mutter hat der Tochter frei gestellt, schon diese Woche auszuziehen, da um dem Geburtstag rum der kleine Sohn noch eine OP hat und die Mutter dann möchte das hier Ruhe ist.
Die Tochter meinte, sie klärt das mit der Mutter der Freundin ab, das sollte gestern passieren.
Angeblich kamen sie zu keinem Ergebnis, als die Mutter ihre Tochter drauf angesprochen hat.
Tatsächlich aber, ist die Tochter heute morgen auf das Jugendamt und bat um in Obhut nahme, da die Mutter sie angeblich vor die Türe setzen würde.
Nochmal, die Tochter wird am 17.3. Volljährig und wollte von allein ausziehen. Sie könnte angeblich zur Freundin ziehen, die Mutter der Freundin ist damit einverstanden. So der Kenntnisstand der Mutter. Natürlich fiel die Mutter heute aus allen Wolken als das Jugendamt angerufen hat und hat sich auch quer gestellt, keine Inobhutnahme, kein Gespräch nichts, Mutter wollte das erst mal allein mit der Tochter klären. Nun ist es so, das die Tochter bei der besagten Freundin nicht einziehen kann, weil es finanziell nicht gehen würde.
Das hat sich die Mutter gedacht und auch immer zur Tochter geagt, wie sie sich das finanziell vorstellt etc.
Nun bleibt die Tochter bei der Mutter wohnen und die Mutter hat Angst, das es nun so weiter geht, mit dem Klauen, Lügen etc.
Muss man sich denn heute von den Teenies alles gefallen lassen und ist dagegen machtlos?
Was unternimmt das Jugendamt noch für Volljährige?

Danke,
Grüße
Claudia

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Ein Auszug mit Unterhaltsverpflichtungen an die Tochter kommt finanziell nicht in Frage, deswegen wollte die Mutter heute auch nicht, das die Tochter irgendwo unter gebracht wird.
Wie verhält sich das, wenn sie 18 ist und meint, ich renne heute mal auf Jugendamt, die sollen mich unterbringen. Muss dann die Mutter zahlen?
Das kann es wohl nicht sein, nur weil der Tochter was quer steckt, oder?

Grüße

Redfox

Beitrag von Redfox »

Megazicklein hat geschrieben:Muss man sich denn heute von den Teenies alles gefallen lassen und ist dagegen machtlos?
Soweit die Mutter annimmt, dass eine strafbare Handlung vorliegt, kann sie eine Strafanzeige erstatten. --> http://de.wikipedia.org/wiki/Strafanzeige
Megazicklein hat geschrieben:Was unternimmt das Jugendamt noch für Volljährige?
Auch jungen Volljährigen steht gem. § 41 SGB VIII ( --> http://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/41.html ) Hilfe durch die Jugendhilfeträger zu, wenn diese Hilfe notwendig ist.

Infos dazu kann man z.B. hier finden --> http://www.enzkreis.de/index.phtml?La=1 ... 62.1&sub=0

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Danke!
Das heißt die Mutter muss sich immer und immer wieder beklauen lassen, oder alles abschließen.
Nach der ganzen Aktion von heute, geht die Tochter eben hin und klaut der Mutter Zigaretten. Die Mutter kann nur machtlos zuschauen, oder immer auf die Polizei rennen, wobei die Mutter sonst nichts zu tun hat?!

Chavah
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Beitrag von Chavah »

Was mir auffällt: einerseits will die Mutter die Tochter nicht mehr da haben. Andererseits will sie aber auch nicht für den Fall des Auszugs ihren Möglichkeiten entsprechend für die Tochter aufkommen. Wer zahlt denn bisher für die Tochter?

Chavah

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Redfox hat geschrieben:...
Auch jungen Volljährigen steht gem. § 41 SGB VIII ( --> http://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/41.html ) Hilfe durch die Jugendhilfeträger zu, wenn diese Hilfe notwendig ist.
...
Allerdings ist das Jugendamt nicht für die Beseitigung von Wohnungs-/Obdachlosigkeit bei jungen Volljährigen zuständig. ;-)

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Die Mutter zahlt für die Tochter, da die Tochter aber noch zu Hause wohnt.

Es möchte glaube ich kein Mensch, das er permanent beklaut wird etc.
Warum soll die Mutter zahlen, wenn die Tochter sich derart daneben benimmt, das der Mutter und dem Rest der Familie es nicht mehr zumutbar ist, das die Tochter dort lebt, weil alle unter dem Verhalten der Tochter leiden. Soll man solches Verhalten dann noch finanzieren? Würde sich die Tochter normal verhalten, wäre das wohl alles kein Problem, aber so geht es eben nicht.

Tochter bekam heute die Aussage vom Jugendamt, das sie bei Volljährigkeit einen Antrag auf in Obhutname stellen könnte. Tja, wer soll da für die Kosten aufkommen.

Es ist wie überall im Leben, wer sich nicht benimmt fliegt raus.

Grüße
Claudia

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Megazicklein hat geschrieben:...
Tochter bekam heute die Aussage vom Jugendamt, das sie bei Volljährigkeit einen Antrag auf in Obhutname stellen könnte. Tja, wer soll da für die Kosten aufkommen.
...
Dies ist rechtlich nicht möglich - siehe § 42 SGB VIII (vertiefend: Inobhutnahme).

Gemeint war wohl die Hilfe für Junge Volljährige nach § 41 SGB VIII . ;-)

Chavah
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Beitrag von Chavah »

Also, irgendwie versteh ich das alles nicht. Getiltelt ist das als "Auszug auf eigenen Wunsch", also gegen den Wunsch der Mutter. Das war offensichtlich nur solange okay, wie es gratis sein sollte. Jetzt, wo diese "Gratislösung" nicht mehr klappt, wird fieberhaft nach einer anderen Gratislösung gesucht. Also, doch nicht Auszug auf eigenen Wunsch, sondern was? Ausbildung sollte wohl auch so preiswert wie möglich sein. Denn wenn das Gymnasium sie angenommen hat, können die Noten ja nicht so furchtbar schlecht sein. Und dann wird der Tochter noch rübergebracht, sie solle so schnell wie möglich verschwinden, weil das andere Kind operiert wird?

Nun ja, ich wünsch dem Mädel von ganzem Herzen, dass sie eine neue, für sie gute Wohnlösung findet, und zwar unabhängig von den Sparlösungen der Mutter. Vielleicht mal drauf gekommen, dass auch Diebstähle Protestaktionen sein können, vielleicht mal, als das anfing, professionelle Hilfe gesucht?

Chavah

Megazicklein
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Beitrag von Megazicklein »

Chavah,

die Tochter ist von allein und ohne das Wissen der Mutter auf der Jugendamt gefahren, weil es bei der Freundin eben nicht klappt.
Die Tochter ist immer gekommen und zählte die Tage bis sie ausziehen darf.
Die Mutter sagte dem Jugendamt, für eine anderweitige Unterbringung besteht kein Grund, die Tochter KANN, wenn sie WILL hier wohnen.
Der Tochter wurde frei gestellt, eine Woche vor ihrem Geburtstag ausziehen, oder dann halt erst eine Woche danach, aber nicht direkt am Geburtstag, weil dann ein frisch operiertes Kind in der Wohnung ist. Immer mit dem Gedanken der Mutter, die Tochter WILL an ihrem 18. Geb ausziehen, obwohl die Mutter mehrfach sagte, sie soll es lassen, das geht nicht gut.

Weiter hatte die Familie mehrfach professionelle Hilfe, hat nichts gebracht, weil die Tochter nicht mitgearbeitet hat. Erst kürzlich rief die Mutter beim Jugendamt an und bekam ein Adresse, wo die Tochter hin sollte, dies verweigerte die Tochter aber, die Tochter kann das selbst entscheiden.
Weiter leidet die Tochter an ADS, soll Tabletten nehmen, auch dies verweigert sie, weil sie kein ADS haben will.

Die Tochter hat gegenüber der Mutter zugegeben, das sie klaut, weil sie weiß, es passiert ihr eh nichts und die Mutter kann sie vor ihrem 18. Geburtstag nicht raus werfen.
Es gibt auch Mensch die einfach einen schlechtem Umgang und somit einen schlechten Charakter haben.
Es war schon alles dabei, EC-Karte der Schwiegermutter, Spardose des Sohnes, Kellnerbörse der Mutter, Unterwäsche der Mutter, Schminke etc.pp.
Dem kann man nicht einfach tatenlos zusehen müssen.
Die Mutter will ja gar nicht, das die Tochter auszieht, sie will aber halt auch normal leben können, ohne alles abschließen zu müssen, bevor sie geht.
Hat die Mutter nicht das Recht? Hat nur die Tochter Rechte und wenn sie solche Dinge macht, dann sind auch wieder die Eltern Schuld, weil das ja nicht normal ist?
Lt. Jugendamt kennt die Tochter keine Grenzen, bzw. will diese nicht akzeptieren. Lt. Psychologin ist die Tochter ein großer Egoist.
Die Familie hat mehr als genug Hilfe geholt, wenn die Tochter aber nicht mitarbeitet ist sie machtlos, dies bekam sie von mehreren Stellen gesagt.

Grüße
Claudia

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