Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Megazicklein
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Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Hallo,

ihr habt mir ja schon geholfen bei einem leidigen Problem.
Nun ist folgendes.
Tochter 18 J. ist mal wieder ausgezogen, zum 2. Mal am 16.4.10
Die Tochter stellte die Forderung an die Mutter, Kindergeld und Unterhalt
an die Tochter zu zahlen, die Mutter stellte auf stur und sagte, hier
kannst Du wohnen, willst Du das nicht, dann sieh zu wie die klar kommst.
Dies geschah über ein Internetportal, wo die Mutter sich nun gelöscht hat
und der Tochter mitteilte, wenn was ist, soll sie die Mutter bitte anrufen
und nicht immer nur schreiben.

So, heute wurde der Mutter ein Brief von der Tochter eingeworfen, mit
folgendem Text.

Hallo ..........., (nicht Mama, sondern der Vorname der Mutter)

Du hast mir ja in ........... geschrieben, das ich noch mein Zimmer bei Dir habe.
Das Angebot werde ich annehmen unter folgenden Auflagen

1. Ich bin 18 Jahre alt und kann selbst entscheiden wann ich nach Hause komme,
natürlich dann leise.
(Im Haushalt wohnt noch ein 6 Jähriges Kind, die Mutter stellt Regeln auf, wenn Schule
dann 23 Uhr zu Hause)

2. Ich benötige im Rahmen meiner Prüfungen mehr Zeit für Hausaufgaben.
(Die Mutter forderte die Tochter mehrfach auf, mal wieder was für die Schule zu tun)

3. Ich benötige ebenfalls mehr Zeit für mich selbst, auch zum Fortgehen.
(Die Mutter hat nichts dagegen, aber vorher wird im Haushalt geholfen)

4. Mir steht Taschengeld zu, wenn ich bei Dir wohne.
(Hat sie bekommen, solange sie hier gewohnt hat, die Mutter weiß nun nicht, wo die Tochter sich aufhält)

5. Das Kindergeld vom 16.4.10 bis zum heutigen Datum steht mir auf jeden Fall zu.
Ich muss mit diesem Geld einen großen Teil an Leute zurück zahlen, (essen, Arztgebühren, Pille Fahrkarte und sonstiges)

( Sie ist von allein gegangen, Aussage Jugendamt, Taschengeld ja, Kindergeld nein)

6. Ich bestehe auf meine Privatsphäre in "meinem Zimmer".

(Das Zimmer hat die Mutter mittlerweile abgebaut, da sich die Tochter nicht mehr gemeldet hat und innerhalb von einem Monat 2 Mal ausgezogen ist und die Mutter sich nicht auf der Nase rum tanzen lassen will)

7. Ebenfalls erwarte ich anständiges Essen. :lachen:
(es ist immer alles da, aber kochen wird sie wohl selbst können, die Mutter ist nicht zu Hause)

Sollte ich wieder bei Dir einziehen, ist das Kindergeld trotzdem an mich auszuzahlen.

Ich erwarte deine Zusage betr. des Zimmers und der oben genannten Punkte bis spätestens 21.5.10!!!
Sollte keine positive Nachricht bis zum 21.05.2010 erfolgt sein, werde ich mein Kindergeld sowie den Unterhalt einklagen.

Hmmm, was macht die Mutter nun mit diesem Brief??? Abgesehen davon, das sie ihn total frech findet und der Meinung ist, das sie in ihrer Wohnung die Regeln aufstellt und nicht die Tochter.
Von ihrer Klauerei kein Wort, das die Eltern alles abschließen mussten, weil nichts vor ihr sicher war, nicht mal die Spardose des Bruders, oder die EC Karte der Schwiegermutter, keine Wort.

Wie soll man sich nun am besten verhalten? Den Brief ignorieren und schauen was kommt? Immerhin ist sie von allein gegangen.

Grüße
Claudia

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Kann man von der Tochter eigentlich nicht verlangen, das sie zu ihrem
Vater zieht? Warum soll nur die Mutter gerade stehen, der Vater hat sich
15 Jahre nicht gekümmert und nun kommt er aufeinmal an, Hallo, hier ist
dein Papa und die beiden verstehen sich doch so toll. Also......

Geht das nicht?

Chavah
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

In vielen Sachen hab ich Dir nicht zugestimmt. Das weisst Du, aber jetzt bekommen wir vielleicht doch eine Linie rein. Du willst sie nicht mehr haben, sie ist ausgezogen. Eltern müssen nicht immer einen Raum bereit halten für den Fall der Fälle. Das teilst Du ihr mit, wenn sie denn einen Brief an Dich geschrieben hat. Einen irgendwie gearteten Internetkontakt musst Du nicht akzeptieren. Allerdings, reagiere da auch nicht drauf!

Wenn sie denn auswärts lebt, würde ich ihr das Kindergeld überweisen. Ausserdem das, was Du einsparst. Was Du also sonst tragen müsstest. Ist natürlich so eine Sache. Wenn Du einerseits immer gesagt hast, sie hat ja ein Zimmer zu Hause, andererseits sie aber nicht mehr haben willst, dann musst Du diese Grätsche aufgeben.

Und Du kannst ihr ja zusätzlich anbieten, Naturalien abzuholen, bei Dir. Der Vorteil: Du siehst, wie es ihr geht.

Nochmals, ich würde ein Mix aus allem machen.

Chavah

Huch, ich sehe grade, dass sie den Brief bei Dir eingeschmissen hat. Dann bitte zurückschreiben mit obigen Bedingungen.

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Hallo Chavah,

klar kann ich ihr anbieten, das Kindergeld zu geben, allerdings ist es so, das ich ihr
schon vor einer Weile geschrieben habe, das sie hier ihr Zimmer hat, sie hat sich dann
nicht mehr gemeldet. Hatte ihr die Telefonnummer nochmals mitgeteilt. Sie hat
den Brief auch persönlich eingeworfen, da hätte sie auch mal klingeln können.

Es geht einfach darum, das sie hier gar keine Regeln aufstellen kann, immerhin
ist es unsere Wohnung.
Wenn sie das möchte muss sie die Schule abbrechen und arbeiten gehen, oder seh
ich da was falsch.

Ich mache mich völlig zum Hampelmann, wenn ich auf diese Forderungen nun eingehen
werde.
Sie will ja das Kindergeld und noch Unterhalt dazu, bin ich nun nur noch die Kuh, die man
melken kann.
Sie will eine Zusage unter den o.g. Punkten, ansonsten will sie mich verklagen.
Das geht doch gar nicht, oder muss ich das akzeptieren, was sie da schreibt?
Ich denke nicht???
Sorry, das ich euch nochmal belästige mit dem Thema, aber es geht mir echt auf
den Zeiger und vom Kindergeld kann sie sich auch keine Wohnung leisten d.h. sie
wird trotzdem hier vor der Türe stehen irgendwann.

Grüße
Claudia

hws
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von hws »

Chavah hat geschrieben:.. zusätzlich anbieten, Naturalien abzuholen..
Ab 18 hat sie doch Anspruch auf Barunterhalt (von Mutter und Vater) oder war das durch Ausbildungsabbruch .. usw aus dem vorherigen Thread schon abgehakt ?

hws

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Da sie allein gegangen ist, hat sie grundsätzlich erst mal gar keinen Anspruch auf Unterhalt.
Das Jugendamt teilte mir mit, das ich meiner Unterhaltspflicht nachkomme, wenn ich sie hier wohnen
lassen würde.
Da sie vor einem Jahr schon tönte, sie zieht aus mit 18, sagte ich ihr das auch, das sie keinen Unterhalt
bekommt, weil ich mir das auch gar nicht leisten kann. Sie wollte keinen, sie meinte, sucht sich
arbeit, sie braucht mich nicht. Die vom Jugendamt meinte, ich solle ihr 50 oder 100 Euro
Taschengeld im Monat geben, hauptsache sie bleibt weg.

Chavah
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

Himmel noch mal, gib ihr das Kindergeld. Das würde ab 18 ohnehin in einen Unterhaltsanspruch verrechnet werden. Gib ihr ausserdem das, was sie zu Hause kosten würde. Und gut ist.

Chavah

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Zumal sie hier wohnen will und das Kindergeld ausgezahlt bekommen will
und Taschengeld darf es auch noch sein.

Sie schreibt original:

Sollte ich wieder bei Dir einziehen, ist das Kindergeld trotzdem an mich auszuzahlen.

Sie muss net einziehen, hab ich von ihr nicht verlangt, sie will anscheindend aus
irgendeinem Grund.

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Chavah,

nun schimpf doch nicht so.
Das bekommt sie ja, ist doch schon gut. :-)

Wie hoch ist der Unterhaltsanspruch denn überhaupt? Was steht ihr monatlich mindestens zu?
Den Betrag muss ich dann durch 2 teilen, oder? Der Vater ist ja auch noch da.
Ich spare sonst nichts ein, also Schulsachen etc. das hat sich gut vom Kindergeld tragen
lassen, einen Monat war es mehr, den anderen dann wieder weniger, gleichte sich immer aus.

Chavah
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

Kindergeld geben war für den Fall gemeint, dass sie nicht bei Euch einzieht!

Chavah

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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

Dann müsste man sauber rechnen. Können wir so nicht sagen. Aber, um erst einmal Ruhe rein zu bringen würde ich ihr das Kindergeld anbieten, zuzüglich das, was Du ersparst. Gleichzeitig darauf hinweisen, dass ein Anspruch auf Taschengeld nicht besteht.

Und dann sieht man weiter. Wie leistungsfähig ist denn der Vater?


Chavah

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Weiß ich nicht, das Jugendamt hat es in 15 Jahre nicht geschafft von ihm was zu holen.
Er ist im November auch nochmal Vater geworden.
Ich habe einen Verdienst von knappen 1200 Euro netto.
Also geh ich soweit auf das Schreiben nicht groß ein, sondern teile ihr mit, das ihr
Zimmer ausgeräumt wurde und sie soll mir die Bankverbindung geben, damit ich ihr
das Kindergeld direkt von der Familienkasse überweisen lassen kann.

Habe in der Tabelle was gefunden von 488 Euro, bei einem Verdienst bis 1500 Euro netto.

Meine Rechnung ist von mir bekommt sie 244 Euro, also Kindergeld, plus nochmal 40 Euro
dazu. Richtig? Oder falsch?

Chavah
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

Ich bin kein Rechner. Aber, sie ist nicht mehr priviligiert, weil sie eben nicht mehr zu Hause lebt. Und wenn Du von Deinem Gehalt noch berufsbedingte Aufwendungen abziehst, wird nicht so furchtbar viel übrig bleiben. Auch, wenn die ARGE das anders sehen wird. Bis man sich wehrt.

Weise die Süsse darauf hin, biete ihr neben Kindergeld das an, was für Dich okay ist. Und dann sieht man weiter.

Chavah

Gerd aus Berlin
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Laut dieser These spart man eigentlich gar nichts, wenn man seinem Kind ab 18 Naturalunterhalt gewährt anstelle von Bar-:
  • "(...) mit Eintritt der Volljährigkeit haben grundsätzlich beide Eltern Unterhalt in Geld zu zahlen. Das gilt auch für denjenigen Elternteil, bei dem das Kind lebt. Dieser Elternteil kann dem nicht entgegenhalten, er leiste (weiterhin) Naturalunterhalt. Der Naturalunterhalt kann aber mit dem Barunterhalt verrechnet werden."
Außer durch geschicktes Verhandeln :lol: . Denn diese Quelle rechnet so:
  • "Wohnt das Kind z.B. noch bei der Mutter und müsste die Mutter nach der weiter unten dargestellten Berechnungsmethode 200,- EURO zahlen, und haben die Leistungen der Mutter wie z.B. Wohnungsgewährung und Verpflegung bereits einen Gegenwert von z.B. 120,- EURO, so schuldet die Mutter nur noch 80,- EURO Barunterhalt ("Taschengeld")."
Und soweit man dem Kind Kindergeld zukommen lässt (oder es sich das selber abzweigen lässt als Außerhäusiges), schmälert das wiederum den Barunterhalt.

Gruß aus Berlin, Gerd
Recht beratungsresistant
ist und bleibt der Querulant.

"I’m a poet, and I know it,
hope I don’t blow it." Bob Dylan

Chavah
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

Woraus ergibt sich die Verpflichtung, Taschengeld zu zahlen? Aus dem Gesetz zumindest nicht.

Chavah

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