Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

Gerd aus Berlin
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Chavah hat geschrieben:Woraus ergibt sich die Verpflichtung, Taschengeld zu zahlen? Aus dem Gesetz zumindest nicht.
Aus der D-dorfer Tabelle: Alles ist "Taschengeld" (deshalb in "" :D ), was bar ist und keine Naturalie.

Schuldet man also laut Einkommen und Selbstbehalt 400,- Unterhalt, dann kann man das verrechnen mit z. B. 200,- Miete und 120,- Vollverpflegung, so dass noch 80,- "Taschengeld", also Bar-Unterhalt übrig bleibt.

Klar gibt es kein obligatorisches "Taschengeld", wenn gar nichts mehr übrig bleibt nach Kost und Logis.

Gruß aus Berlin, Gerd
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Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Wie hoch ist denn der Selbstbehalt?
Verheiratet, nicht mit dem Vater der Tochter und ein gemeinsames Kind, 6 Jahre alt.

Gerd aus Berlin
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Gerd aus Berlin »

Die grobe Faustformel laut Düsseldorfer Tabelle 2010 lautet:
  • 5. Der notwendige Eigenbedarf (Selbstbehalt)
    - gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern,
    - gegenüber volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die im Haushalt
    der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden,
    beträgt beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 770 EUR, beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen
    monatlich 900 EUR. Hierin sind bis 360 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger
    Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten. Der Selbstbehalt kann angemessen erhöht werden,
    wenn dieser Betrag im Einzelfall erheblich überschritten wird und dies nicht vermeidbar ist.
    Der angemessene Eigenbedarf, insbesondere gegenüber anderen volljährigen Kindern, beträgt in der Regel
    mindestens monatlich 1.100 EUR. Darin ist eine Warmmiete bis 450 EUR enthalten.
Gruß aus Berlin, Gerd
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Chavah
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Chavah »

Wenn sie auswärts lebt, dann ist das Kindergeld mit dem zu zahlenden Unterhalt zu verrechnen. Aus diesem Grunde würde ich ihr das überweisen. Bzw. das direkt mit der Kindergeldkasse klären. Und darauf achten, dass die Voraussetzungen auch erfüllt sind. Also, Töchterchen muss regelmässig Schulnachweise bzw. Ausbildungsnachweise vorlegen. Nicht, dass Du irgendwann eine dicke Rückzahlung an die Kindergeldkasse leisten musst. Geh da mal vorbei, die haben doch Erfahrung mit sowas.

Dein Selbstbehalt dürfte bei 1100 € liegen (bereinigtes Einkommen). Achtung, da das Kind nicht mehr priviligiert ist, trifft Dich keine erhöhte Erwerbsobliegenheit. Wenn Du die Tochter wieder aufnehmen solltest, aus was für Gründen auch immer, steht Dir das Kindergeld zu, nicht ihr!

So, ich hoffe, das hilft. Du musst noch aufpassen, dass die ARGE, falls sie ALG II beantragt, sie Dir nicht wieder zu Hause "reinsetzt" bzw. das versucht. Du musst sie nicht wieder aufnehmen, wenn sie denn mal ausgezogen ist, nur weil sie unter 25 Jahren alt ist. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube.

Chavah

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Hallo ihr Lieben,

danke.

Also alles nicht so einfach. :-)
Sie fordert ja Kindergeld plus Unterhalt, das finde ich schon sehr dreist.

Unser Sohn ist 5 Tage in der Woche bei der Oma, auch Nachts, damit wir
arbeiten gehen können. Bei den Kindergartenzeiten wäre einem von uns
arbeiten überhaupt nicht möglich.
Nun kommt sie und hält die Hand auf, das kann es nicht sein.

Als Mutter sieht man es natürlich auch von der moralischen Seite.
Entweder beklauen und belügen lassen, auf der Nase rum tanzen,
alle Regeln werden ignoriert oder Unterhalt zahlen.
Findet man als Mutter natürlich äußerst ungerecht und fragt sich, gibt
es da nicht auch ein Schutz für die Eltern.

Habe nun Kontakt mit dem Jugendamt aufgenommen, dort war sie wohl
letzte Woche und wollte mal wieder das diese tätig werden. Haben sie aber
nicht gemacht.
Die SB sagte mir, ich soll ihr einfach einen Brief schreiben in dem ich sie
auffordere zur Erziehungsberatungsstelle zu gehen und auf den Rest soll
ich gar nicht eingehen.
Sie war ja schon mal ausgezogen und dann sagte ich ihr, wir gehen dahin,
weil es so nicht mehr weiter gehen kann, nichts ist passiert.
Die SB meinte, wir warten nun einfach ab, ob sie tätig wird, bezüglich
der Beratungsstelle.

So ist der aktuelle Stand momentan.

Man hat mich blöd angemacht, weil ich das Zimmer abgebaut habe von ihr.
Hat man heute Anspruch auf ein eigenes Zimmer???
Also ich habe bei meiner Mutter im Wohnzimmer geschlafen.

Grüße
Claudia

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Was ist denn bereinigtes Einkommen?
Erklärung für Laien bitte :-)

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Stimmt, das mit dem Aufnehmen sagte mir die SB gestern.
Eine Haushaltsrückführung von der Gemeinde aus.
Da sagte ich nur, das ich wohl selbst entscheide, wer hier rein
kommt und wer nicht.
Es kommt mir kein Mensch mehr rein, der mich belügt, beklaut etc.
Dann kam, sie hätte wohl noch eine Chance verdient.
Als ich sagte, diese hatte sie und einen Tag nachdem sie wieder hier
eingezogen ist, hat sie mir 6 Euro geklaut, kam nur, ach ja,
6 Euro.

Was ist denn das für eine Einstellung???

Franz Königs
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Franz Königs »

Megazicklein hat geschrieben:Was ist denn bereinigtes Einkommen? Erklärung für Laien bitte :-)
Erläuterungen über das unterhaltsrelevante (bereinigte) Einkommen kann man hier und hier nachlesen. Einfacher (für Laien noch verständlicher) geht es wohl nicht :roll:.

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Danke, das hätte ich geschnallt. :-)

Was passiert nun mit ihr, wo sie hier nicht mehr her kann?
Ich lasse ihr das Kindergeld anweisen, aber damit kommt sie
ja nicht klar.
Obdachlosenheim, eigene Wohnung, was ist in so einem Fall
der erste Weg?

Grüße
Claudia

hws
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von hws »

Megazicklein hat geschrieben:Ich lasse ihr das Kindergeld anweisen, aber damit kommt sie
ja nicht klar.
Obdachlosenheim, eigene Wohnung, was ist in so einem Fall
der erste Weg?
Was zum Teufel interessiert dich das?
Sie kriegt das, was ihr zusteht. Und hat gefälligst selbst zuzusehen, wie sie damit auskommt.

Ok ok, du bist die Mutter. Wenn du dich weiterhin erweichen lässt, dann zahl ihr zusätzlich Unterhalt, bis sie mit 65 Rente bekommt (falls du dann noch lebst und das Geld dazu hast).
Wenn du nicht endlich Nägel mit Köpfen machst, ist das ein Fass ohne Boden, an dem du noch zugrunde gehen wirst.

Warum fragst du, wieviel du ihr geben musst, wenn du ihr doch wieder alles in den Ar... schiebst?

Warum reissen wir uns für dich ein Bein aus, wenn du die Ratschläge dann doch nicht annimmst?

Sozialamt, Jugendamt, ARGE u.ä werden nicht mehr rausrücken als sie unbedingt müssen. Wenn du das nicht ebenso handhabst - warum fragst du immer wieder im Forum nach? :devil: :twisted:

hws

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Danke. Du hast Recht. Stimmt.
Ich muss das ablegen, weil ich sonst wirklich kaputt gehe.
Sollte mir egal sein. Recht hast.
Eben kam noch ein Anruf von der Polizei, ich bin total
erschrocken. Nun hat man ihr das Fahrrad geklaut.
Habe ich nichts mit zu tun.

Werde ihr bezüglich dieser Erziehungsberatungsstelle
die Frist bis zum 1.6. setzen. Danach soll sie mich einfach
in Ruhe lassen und das Kindergeld soll an sie überwiesen
werden. Denke ist das Beste.

Nicht so schimpfen :-)

Grüße
Claudia

Franz Königs
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Franz Königs »

Obdachlosenheim, eigene Wohnung, was ist in so einem Fall der erste Weg?
Der erste Weg eines unfreiwillig Obdachlosen sollte ihn zum Ordnungsamt führen. Dieses ist verpflichtet, Obdachlose unterzubringen.
Werde ihr bezüglich dieser Erziehungsberatungsstelle die Frist bis zum 1.6. setzen.
Wieso Erziehungsberatung? Die Tochter ist volljährig. Einer Erziehung bedarf sie nicht mehr.

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Hier gibt es eine kostenfreie Erziehungsberatungsstelle, die wohl irgendwie von der
Gemeinde getragen wird. Keine Ahnung. Diese hat mit dem Jugendamt nichts zu tun
und das Jugendamt meinte, da sollte sie nun hingehen.
Wir waren mit unserem Sohn dort, da ging es aber um die Einschulung, da er
ein Jahr zurück gestellt wurde.

Grüße
Claudia

Franz Königs
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Franz Königs »

Eine Erziehungsberatung hat doch nur Sinn für jemanden, der erziehen oder erzogen werden soll. Volljährige brauchen aber nicht mehr erzogen zu werden.

Megazicklein
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Re: Nochmal freiwilliger Auszug der Tochter, nun Forderungen

Beitrag von Megazicklein »

Da gebe ich Dir Recht. :lachen:
oder wer will, aber sie will ja nicht, deswegen
ist sie in dieser Situation momentan.

Es gibt ja gar keine Rechtschutzversicherung die
sowas abdeckt. Unterhaltsforderungen.
Ich dachte, ich schließe zur Sicherheit mal eine
ab, aber Pustekuchen. :x

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