Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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jörg Alexander
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Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von jörg Alexander »

Ich zahle für eine Tochter (21 Jahre - September 1992) Volljährigenunterhalt.

Nun hat die Tochter zum Mietbeginn 15.Juli 2013 in Landshut, gemeinsam mit ihren Lebensgefährten, um den 1 Juli einen Mietvertrag unterschrieben.
Der Lebensgefährte (Berufstätig) hat die Kaution (1000,- €) für diese Wohnung bezahlt.
Der Lebensgefährte wohnt schon seit dem 15 in dieser Wohnung.
Die Tochter zieht heute am 26.7 dort hin.

Am 24.Juli läßt die Tochter aber ein Schreiben durch ihren Anwalt aufsetzen das sie sich angeblich um eine Wohnung in München beworben hat.
Um diese Wohnung nicht zu verlieren benötige sie angeblich sofort 1100,- €
Würde ich bis 31.7.2013 ihr das Geld nicht überweisen würde sie eine einsweilige Anordnung gerichtlich erwirken.
Wenn sie deswegen die Wohnung in München verliert müsse ich die Mehrkosten für eine andere Wohnung tragen.

Man muss ergänzend dazu erwähnen das bereits seit Jahren kein Kontakt zwischen mir und der Tochter besteht und die Tochter davon ausgeht das ich nicht weiß das sie bereits im Juli den Mietvertrag gemeinsam mit ihren Freund unterschrieben hat.

1.) Macht es Sinn wegen Betrug Strafanzeige zu erstellen?
2.) Wenn ja - mache ich das bei der Polizei oder soll ich das einen Anwalt machen lassen?
3.) Liegt hier ein Betrug und damit ein Verwirkungsgrund für die Unterhaltsansprüche vor?
4.) Wenn ja - schreibe ich das Amtsgericht an um den Titel gegen mich aufzuheben oder soll ich das einen Anwalt machen lassen?

Gleichzeitig mit diesem Anwaltsschreiben bezüglich der geforderten Mietkaution bekomme ich ein Schreiben von dem Anwalt bezüglich meiner vor zwei Jahren geschiedenen Frau.
Es besteht noch ein Restkredit aus der Ehezeit bei dem ich mich vor Gericht bereit erklärte ihn abzuzahlen und meine Ex-Frau davon freistellte.
Ich habe den Kredit nicht nur zuverlessig bedient sondern auch darüber hinaus schon mit 10.000 Euro zusätzlich abgetragen.
Nun fordert mich die Exfrau auf einen Neuen Kredit abzuschließen in dem sie nichtmehr als zweiter Kreditnehmer angegeben ist.
Die völlige Abzahlung des Kredites würde mich jetzt ca. 3000,- € zusätzlich kosten (Zinsausgleich) und für einen neuen Kredit entstehen natürlich dann erneut kosten.

1.) Kann die Frau fordern das ich einen neuen Kredit abschließen muss?

Für Rückfragen bitte einfach nachfragen.
edy
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von edy »

Hallo jörg Alexander,

Was hat eine zusätzliche Forderung ( Mietkaution) mit deinen Zahlungsverpflichtungen ( Unterhalt)

zu tun? Nichts!

Kommen beide Schreiben Tochter/Mutter vom gleichen Anwalt?

Zahlt die Mutter auch Barunterhalt an die Tochter?

Steht der Tochter überhaupt noch Unterhalt zu?

Ich würde dem RA mitteilen, das du deinen Verpflichtungen nachkommst ( Unterhalt) und

für weitere Verträge der Tochter nicht einstehst.

Hast du mal die Adresse des RA im I-Net recherchiert? ist das seriös ?

lg
edy
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SusanneBerlin
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von SusanneBerlin »

jörg Alexander hat geschrieben: 1.) Kann die Frau fordern das ich einen neuen Kredit abschließen muss?
Fordern kann man immer, man schreibe Buchstaben auf Papier. Damit es mehr Eindruck macht, läßt man über einen Anwalt fordern. Sie müssen aber nicht darauf eingehen, ich sehe keine Anspruchsgrundlage.


Grüße, Susanne
Grüße, Susanne
jörg Alexander
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von jörg Alexander »

edy hat geschrieben:
Was hat eine zusätzliche Forderung ( Mietkaution) mit deinen Zahlungsverpflichtungen ( Unterhalt)

zu tun? Nichts!
Dein Wort in des Richters Ohr.
edy hat geschrieben:
Kommen beide Schreiben Tochter/Mutter vom gleichen Anwalt?
Ja.

Zwei Schreiben die beide mit dem Satz – hiermit zeigen wir die anwaltliche Vertretung an - beginnen.
edy hat geschrieben:
Zahlt die Mutter auch Barunterhalt an die Tochter?
Nein.

Bis gerade eben wohnte die Tochter noch bei der Mutter.
Über das Einkommen der Mutter wurde ich bis jetzt nicht informiert.
Aber ich gehe davon aus das die Mutter Netto sicher keine 1000 €uro hat.
Aber wissen tue ich es nicht.
edy hat geschrieben:
Steht der Tochter überhaupt noch Unterhalt zu?
Das schon.
Sie hat gerade das Abitur bestanden und will jetzt Studieren.

Es gibt ein Amtsgerichtstitel für den Unterhalt.
edy hat geschrieben:
Ich würde dem RA mitteilen, das du deinen Verpflichtungen nachkommst ( Unterhalt) und
für weitere Verträge der Tochter nicht einstehst.
Ich hoffe dass du Recht hast.
Ich kann dir gar nicht sagen wie verzweifelt ich bin.
Die Scheidung hat mich schon so über 120.000 € gekostet ohne Kindesunterhalt und nie fragte jemand woher ich das Geld nehme.

Ich habe einen Anwaltstermin für Montag – aber das sind zuerst Mal wieder neue Kosten.
Ich suche jetzt nach dem entscheidenden Tipp um beim Anwalt das richtige in Auftrag zu geben.
edy hat geschrieben:
Hast du mal die Adresse des RA im I-Net recherchiert? ist das seriös ?
Mit diesem Anwalt habe ich seit April 2010 zu tun.
Er schreibt alles was sie ihm in den Block diktieren und setzt das auf höchst unseriöse weise durch.

Das mit der einstweiligen Anordnung hat er schon oft gemacht.
Dadurch gibt es zwei Verfahren – zwei Gerichtskosten – zwei Anwaltsrechnungen (ich musste bis jetzt auch immer den gegnerischen Anwalt zahlen, was besonders schmerzhaft ist) – und das Geld das mal gezahlt wurde seh ich nie wieder.

Was mich interessieren würde ob das Fordern einer Kaution für eine angebliche Münchner Wohnung nicht Betrug ist wenn man schon seit vier Wochen den Mietvertrag einer Landshuter Wohnung unterschrieben hat.

SusanneBerlin hat geschrieben:
Fordern kann man immer, man schreibe Buchstaben auf Papier. Damit es mehr Eindruck macht, läßt man über einen Anwalt fordern. Sie müssen aber nicht darauf eingehen, ich sehe keine Anspruchsgrundlage.
Ich hoffe dass du recht hast.
Mein Vertrauen auf irgendwelche Grundlagen habe ich schon lange verloren.
edy
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von edy »

Hallo jörg Alexander,
Ich habe den Kredit nicht nur zuverlessig bedient sondern auch darüber hinaus schon mit 10.000 Euro zusätzlich abgetragen.
Das musst du mal näher erklären!!!

Ein Kredit besteht aus einer Kreditsumme + Zinsen?

Das hast du alles zurückgezahlt und noch 10 Tsd. € draufgelegt? für die Bank?

lg
edy
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nasowas
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von nasowas »

Würde mal annehmen,dass damit eine Sondertilgung gemeint ist, also neben den regulären Raten hat er schonmal 10 000 sondergetilgt.
jörg Alexander
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von jörg Alexander »

edy hat geschrieben:Hallo jörg Alexander,
Ich habe den Kredit nicht nur zuverlessig bedient sondern auch darüber hinaus schon mit 10.000 Euro zusätzlich abgetragen.
Das musst du mal näher erklären!!!

Ein Kredit besteht aus einer Kreditsumme + Zinsen?

Das hast du alles zurückgezahlt und noch 10 Tsd. € draufgelegt? für die Bank?

lg
edy
Ja.

Eine Sondertilgung.
Dies hatte ich mit der Bank besprochen.

Sondertilgung bis zu den letzten sechs regulären Raten ist kostenlos.

Jetzt Beläuft sich der Kredit noch auf 24.000 Euro.
Würde ich jetzt gezwungen sein den gesamten Betrag abzulösen, müsste ich der Bank für den Zinsverlust einen Betrag bezahlen.
Ich hab es bis jetzt nicht ausrechnen lassen, aber ich schätze den Betrag auf etwa 3000,- € Zinsverlustausgleich, wenn ich heute knall auf Fall den Kredit umschulden müsste.
Würde ich aber den Betrag nur bis zu den letzten 6 regulären Raten Sondertilgen blieb es für mich kostenlos.

Die Frau hatte in der Zeit der Scheidung alles daran gesetzt mich zu ruinieren.
Aber ich habe nie jemanden bitten müssen ob ich eine Rechnung später zahlen müsste, hätte auch nur eine Rechnung verspätet bezahlt oder bin nie irgendwem auch nur eine Forderung schuldig geblieben.

Aber mal im Ernst.

Jede politische Maßnahme der Familienförderung läuft nutzlos ins Lehre solange wir solch ein Unterhaltsrecht haben.
marvy66
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von marvy66 »

hallo Jörg Alexander,

bitte deine Tochter,dir eine Kopie des Mietvertrages zu kommen zu lassen. Aus der Kopie soll ersichtlich sein: Anschrift; Name Vermieter (mit Telefon), Höhe der Kaution. Wenn es den Vermieter geben sollte, vereinbare mit ihm, dass du die Kaution zahlst , sie aber bei Beendigung der Mietzeit auch wieder an dich ausgezahlt wird.

Wenn die Tochter nix vorlegen kann, zahlst du nix.

den Betrugsvorwurf vergisst du besser, vielkleicht liebst du deine Tochter ja in einem Winkel deines Herzens noch :-)
marvy66
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von marvy66 »

2. Baustelle

"Nun fordert mich die Exfrau auf einen Neuen Kredit abzuschließen in dem sie nichtmehr als zweiter Kreditnehmer angegeben ist."

die Bank kennt dich als solventen und zuverlässigen Kunden. Ruf bei einem Sachbearbeiter, wahlweise Chef an und bitte darum, als alleiniger Kreditnehmer eingetragen zu werden. Nix neuer Kredit...
Wahrscheinl. muss deine Ex dann ebenfalls an die Bank heran treten mit der Bitte, aus dem Kredit entlassen zu werden.

was ich mihc allerdings frage, sind denn schon die Eigentumsansprüche geklärt für das "fast" abgezahlte
Obkekt? gehört es dir dann auch? falls es ein Haus ist, mache deine Zustimmung davon abhängig wer im Grundbuch eingetragen ist.
jörg Alexander
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von jörg Alexander »

Aktueller Stand:

1.) Ich habe gegen den Betrug Strafanzeige erstattet. Wir haben den Staat nun gebeten entsprechend zu ermitteln (Unterschrifftsdatum Mietvertrag, Wohnort der Tochter etc.)
2.) Ich habe durch meinen Anwalt auf das Schreiben der Tochter geantwortet, das die Mietkautionsforderung gegenstandslos ist, da die Tochter seit 1 ½ Monaten in einer anderen Wohnung, zusammen ihrem Lebensgefährten eingezogen ist und der (voll berufstätige) Lebensgefährte die Kaution (mit sich als begünstigten) schon hinterlegt hat. Darüber hinaus habe ich die Auskunft über das Einkommen der Mutter gefordert.
3.) Wegen diesem Betrug werde ich auf Verwirkung des Unterhaltsrechts klagen. Ich habe eine Unterhaltspflicht, aber die Tochter hat eine Informationspflicht. Heute wusste ich zufällig dass sie versuchen mich zu betrügen. Morgen fordern sie wieder irgendwas ohne dass ich weiß ob es rechtens ist oder nicht.

Das Ganze ist jetzt schon zwei Wochen an laufen.
Was ich mich frage ist „Wohin schickt der Anwalt der Tochter nun mein Antwortschreiben?“

• Aus der alten Adresse bei der Mutter ist die Tochter heimlich ausgezogen. Die Mutter soll die neue Adresse der Tochter nicht erfahren.
• Die Adresse der angeblichen Münchner Studentenwohnung war nur pure Erfindung.
• Die neue Landshuter Adresse, in der die Tochter nun seit 2 Monaten lebt, hatte sie ihrem eigenen Anwalt offensichtlich verschwiegen. Diese Adresse habe ich zwar in meinem Antwortschreiben dem gegnerischen Anwalt genannt und mit Fotos belegt – aber würde der generische Anwalt nun meiner Information folgen?

An welche Adresse schreibt in so einem Fall der Anwalt der Tochter?
edy
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von edy »

Hallo jörg Alexander,


Wenn der RA mit der Adresse nicht sicher ist, kann er per Einschreiben mit Rückschein schreiben.

Über eine erfolglose Zustellung, bekommt er m.E. bescheid.

Er wird schon an der richtigen Adresse interessiert sein, denn seine Rechnung muss ja auch

irgendwo hin.



lg
edy
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jörg Alexander
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von jörg Alexander »

tja - dann wird der generische Anwalt meiner Adressangabe folgen müssen.
...und damit der Tatsache, dass seine Mandantin mich Betrogen und ihn Angelogen hat.

Dieses geistige Lachsbrötchen werde ich mir mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen.

Das Einschreiben an die alte Adresse der Mutter ginge ins Leere.
Die Tochter hat mit der Mutter keinen Kontakt mehr.
Darüber hinaus kann die Mutter (selbst wenn sie wollte) der Tochter momentan keine Post weiterleiten, solange sie die neue Adresse der Tochter nicht kennt.
edy
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Re: Liegt hier ein Betrugsdelikt vor?

Beitrag von edy »

Hallo jörg Alexander,

Wenn dir der Vorgang zu lange dauert, kannst du den gegnerischen RA ja mal

anrufen, und fragen ob er die richtige Adresse hat.

lg
edy
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