Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Newbie2007
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Newbie2007 » 14.09.14, 16:42

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben: Wenn der Rauswurf an sich keine Straftat ist, dann kann die Drohung damit auch keine Straftat sein.
Das "empfindliche Übel" als Tatbestandsmerkmal der Nötigung kann auch eine rechtmäßige Handlung sein. Wenn ich z. B. weiß, dass mein Chef seine Frau betrügt, ist völlig legal, die Frau zu informieren. Wenn ich ihm aber mit dieser Möglichkeit drohe, um damit eine Gehaltserhöhung zu erzwingen...
Diebstahl setzt voraus, dass eine Aneignungsabsicht seitens der Mutter besteht.
Ja, richtig. Dann eben Sachbeschädigung, wenn sie die Tabletten in den Müll wirft. Alle diese Straftaten sind jedenfalls grundsätzlich auch innerhalb der Famile strafbar. Und wenn sie die Tabletten sorgsam aufhebt, bliebt die Mutter zwar straflos, die Tochter hat aber dann einen zivilrechtlichen Herausgabeanspruch.
Über die Tablettensucht und Schlaftabletten brauchen wir doch nicht wirklich zu diskutieren.
Sowas sagt die Impfgegnerin oder die Zeugin Jehovas sicher auch. Aber Sie und die Mutter haben natürlich, anders als die beiden Frauen in meinem Beispielen, wirklich Recht und wissen es besser als der Arzt ("Dealer"), der die Mittel verschrieben hat. Und weil Sie beide es besser wissen, sind damit auch Recht und Gesetz (so unwichtige Sachen wie "Eigentum" und "freier Wille") außer Kraft gesetzt.

Um das klar zu stellen, ich sage nicht, dass die Mutter nicht Recht (in der Sache) haben könnte. Ich kann es nicht beurteilen. Was ich aber beurteilen kann, ist, dass das Verhalten der Mutter nicht den geltenden Gesetzen entspricht.
Zuletzt geändert von Newbie2007 am 14.09.14, 16:59, insgesamt 2-mal geändert.

FM
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von FM » 14.09.14, 16:58

Ein neues Rezept ist nicht ganz so einfach, insbesondere auf Kosten der Krankenkasse darf der Arzt nicht mehr verschreiben als benötigt wird.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.09.14, 17:34

Newbie2007 hat geschrieben:...
Um das klar zu stellen, ich sage nicht, dass die Mutter nicht Recht (in der Sache) haben könnte. Ich kann es nicht beurteilen. Was ich aber beurteilen kann, ist, dass das Verhalten der Mutter nicht den geltenden Gesetzen entspricht.
Nun, "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates". Dies ist ein Grundrecht (vgl. Art. 6 GG).

Daher hält sich der Staat aus innerfamiliären Konflikten soweit wie es geht heraus. Das Verhalten der Mutter ist zudem sicher nicht verwerflich und im gewissen Sinne auch nachvollziehbar.

Zudem lässt sich auch ein medizinisches Problem nicht unbedingt rechtlich lösen.

Spielen wir aber mal das Spiel durch:
  • Tochter stellt einen Strafantrag. Soll jetzt allen ernstes die Mutter für Jahre in den Knast, nur damit die Tochter ihre Sucht befriedigen kann?

    Wer führt dann das Hotel Mama weiter? - ... etwa die antriebsarme Tochter?
Daher nochmal die durchaus ernsthafte Frage - die ich immer an süchtige Menschen stelle:
  • Was ist wichtiger?
    • a) Das Suchtmittel, oder

      b) die Mutter?
Nehmen Sie zudem bitte den § 1618a BGB zur Kenntnis. Die Mutter leistet hier m.E. der Tochter gegenüber Beistand.

Roni
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 14.09.14, 18:48

Wer hier als "Dealer" :ironie: auftritt, ist doch egal. Schlafmittel machen nunmal abhängig. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
es gibt auch andere Medikamente die unter Umständen abhängig machen können, und trotzdem genommen werden müssen. Und wenn der Arzt dieses Schlafmittel verordnet wird er das besser wissen als wir hier warum er das tut.
Daher nochmal die durchaus ernsthafte Frage - die ich immer an süchtige Menschen stelle:

Was ist wichtiger?

a) Das Suchtmittel, oder

b) die Mutter?
wir wissen nicht ob sie süchtig ist, auf jeden Fall sind die Medikamente ärztlich verorndet.

Ich finde aber deb Vorschlag gut die Mutter mit zum Arzt zu nehmen dsmit er ihr erkären könnte warum sie die Tabletten braucht.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 14.09.14, 19:35

Roni hat geschrieben:...
es gibt auch andere Medikamente die unter Umständen abhängig machen können, und trotzdem genommen werden müssen.
...
Dies ist bekannt. Hierzu gehört sicherlich der Medikamentcocktail bei Herzerkrankungen. Allerdings wird hier das Leben verlängert und ein Absetzen dieser Medikamente führt zum baldigen Tod.

Aber Schlaftabletten werden sicher nicht lebensrettend sein.

Roni hat geschrieben:...
wir wissen nicht ob sie süchtig ist, auf jeden Fall sind die Medikamente ärztlich verorndet.
...
Dass Schlaftabletten süchtig machen ist bekannt. Daher ist die Sorge der Mutter mehr als berechtigt und sicherlich nicht verwerflich.

Roni hat geschrieben:...
Ich finde aber deb Vorschlag gut die Mutter mit zum Arzt zu nehmen dsmit er ihr erkären könnte warum sie die Tabletten braucht.
Dem stimme ich allerdings zu. Vermutlich wird die Tochter dem aber nicht zustimmen.

Roni
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 14.09.14, 20:06

Dies ist bekannt. Hierzu gehört sicherlich der Medikamentcocktail bei Herzerkrankungen. Allerdings wird hier das Leben verlängert und ein Absetzen dieser Medikamente führt zum baldigen Tod.
dazu gehören auch Schmerzmittel die auch nicht lebensrettend sind, sondern das Leben von Schmerzpatienten erträglicher machen.

Aber Schlaftabletten werden sicher nicht lebensrettend sein.
es gibt mit Sicherheit Situationen in denen ein ärztlich verordnetes Schlafmittel sehr hilfreich sein kann, genau so wie oben wegen Schmerzmittel beschrieben.
Vermutlich wird die Tochter dem aber nicht zustimmen.
da würde ich lieber die Antwort der Tochter abwarten wollen, ehe ich dazu was schreibe.

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 07:34

Roni hat geschrieben:
Dies ist bekannt. Hierzu gehört sicherlich der Medikamentcocktail bei Herzerkrankungen. Allerdings wird hier das Leben verlängert und ein Absetzen dieser Medikamente führt zum baldigen Tod.
dazu gehören auch Schmerzmittel die auch nicht lebensrettend sind, sondern das Leben von Schmerzpatienten erträglicher machen.
...
Vergessen Sie bitte nicht die Tabletten, die schlank machen, schlau oder die Lust steigern. Allerdings geht es im Thread um Schlaftabletten, die ein Abhängigkeitspotential haben. Sicherlich kennen Sie Schlaftabletten, oder?
Roni hat geschrieben:...
Aber Schlaftabletten werden sicher nicht lebensrettend sein.
es gibt mit Sicherheit Situationen in denen ein ärztlich verordnetes Schlafmittel sehr hilfreich sein kann, genau so wie oben wegen Schmerzmittel beschrieben.
...
Hilfreich können suchtmachende Schlaftabletten schon sein, und zwar für die Pharmaindustrie. Dies kann aber gerne hier weiter diskutiert werden.
Roni hat geschrieben:...
Vermutlich wird die Tochter dem aber nicht zustimmen.
da würde ich lieber die Antwort der Tochter abwarten wollen, ehe ich dazu was schreibe.
Dazu brauchen Sie nichts zu schreiben, da der Fall fiktiv ist. ;-)

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 15.09.14, 08:54

Dazu brauchen Sie nichts zu schreiben, da der Fall fiktiv ist. ;-)
wieso sollte der Fall fiktiv sein, es liest sich nicht so. 8)
Vergessen Sie bitte nicht die Tabletten, die schlank machen, schlau oder die Lust steigern. Allerdings geht es im Thread um Schlaftabletten, die ein Abhängigkeitspotential haben. Sicherlich kennen Sie Schlaftabletten, oder?
ich kenne wie schon geschrieben auch Schmerzmittel die süchtig machen können, aber trotzdem genommen werden wegen unerträglicher Schmerzen. Und wir wissen ja nicht warun die TE die Schlafmittel nimmt, aber der Arzt der es verordnet sollte es wissen.
Zuletzt geändert von Roni am 15.09.14, 09:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 09:04

Roni hat geschrieben:...
wieso sollte der Fall fiktiv sein, es liest sich nicht so. 8)
Weil auf recht.de nur die rechtlichen Aspekte von fiktiven Fällen diskutiert werden. :devil:

Newbie2007
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Newbie2007 » 15.09.14, 09:05

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben: Daher hält sich der Staat aus innerfamiliären Konflikten soweit wie es geht heraus. Das Verhalten der Mutter ist zudem sicher nicht verwerflich und im gewissen Sinne auch nachvollziehbar.
"Sicher nicht verwerflich"? Grundsätzlich halte ich es für verwerflich, wenn eine Mutter ihre Machtposition missbraucht, um ihre eigenen Vorstellungen darüber durchzusetzen, wie ihre Tochter medizinisch zu behandeln bzw. nicht zu behandeln ist (siehe meine Beispiele). Es mag hier Grenzfälle geben, wo offensichtlich etwas schief läuft und man als Elternteil eingreifen muss, aber um zu beurteilen, ob hier so ein Fall ist, haben wir einfach zu wenig Fakten.
Zudem lässt sich auch ein medizinisches Problem nicht unbedingt rechtlich lösen.
Das Wegnehmen und Entsorgen von Medikamenten ist aber kein medizinisches Problem.
Spielen wir aber mal das Spiel durch:
  • Tochter stellt einen Strafantrag. Soll jetzt allen ernstes die Mutter für Jahre in den Knast, nur damit die Tochter ihre Sucht befriedigen kann?
1. Können wir bitte bei den Fakten bleiben, "Sucht befriedigen", das ist Ihre ganz spezielle Interpretation.
2. Kommt die Mutter wegen der Sache ganz bestimmt nicht ins Gefängnis, im besten Fall kommt ein §153a StPO dabei heraus. Es geht aber im vorliegenden Fall m. E. gar nicht um Bestrafung, sondern um die eindeutige Feststellung, dass das Verhalten der Mutter rechtswidrig ist. Für die betroffene Tochter ist diese Information vielleicht an und für sich schon eine wertvolle Hilfe.
....die ich immer an süchtige Menschen stelle ...
...
Nehmen Sie zudem bitte den § 1618a BGB zur Kenntnis. Die Mutter leistet hier m.E. der Tochter gegenüber Beistand.
Ich würde sagen, wir reden hier über 2 verschiedene Sachverhalte. Sie haben sich da auf der Basis des Sachverhalts und eigenen Vorurteilen und möglicherweise auch entsprechenden Erfahrungen etwas zusammenfantasiert, was aber so nicht im Sachverhalt steht.

Vielleicht noch ein anderes Beispiel zum Nachdenken: Würden Sie auch so argumentieren, wenn die Mutter der Tocher immer die Zigaretten stiehlt, um sie am Rauchen (unbestritten eine Sucht, unbestritten schädlich) zu hindern?

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von dr-oetker » 15.09.14, 09:59

Nachdem sich das Problem ja mit Reden nicht lösen ließ, scheint mir sinnvoll, wenn die Tochter auszieht. Und zwar nicht zu Bekannten, die der Mutter die Medikamente aushändigen.

Unter welchen Voraussetzungen kann die Tochter dann Unterhalt von ihrer Mutter verlangen?
Korrigiert mich einfach, wenn ich falsch liege ;)

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 11:13

Newbie2007 hat geschrieben:...
Vielleicht noch ein anderes Beispiel zum Nachdenken: Würden Sie auch so argumentieren, wenn die Mutter der Tocher immer die Zigaretten stiehlt, um sie am Rauchen (unbestritten eine Sucht, unbestritten schädlich) zu hindern?
Rauchen ist ein ganz schlechtes Beispiel. Passivrauchen gefährdet die Gesundheit der Eltern und vergilbt die Wohnung. Daher können Eltern den (auch volljährigen) Kindern das Rauchen in der Wohnung der Eltern verbieten.

Daher ist dies kein Beispiel zum Nachdenken, sondern ein volles Eigentor. :devil: :P

dr-oetker
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von dr-oetker » 15.09.14, 11:22

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:Daher können Eltern den (auch volljährigen) Kindern das Rauchen in der Wohnung der Eltern verbieten.
Aber dürfen Sie ihr dazu die Zigaretten wegnehmen und einbehalten?
Korrigiert mich einfach, wenn ich falsch liege ;)

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 11:30

dr-oetker hat geschrieben:
Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:Daher können Eltern den (auch volljährigen) Kindern das Rauchen in der Wohnung der Eltern verbieten.
Aber dürfen Sie ihr dazu die Zigaretten wegnehmen und einbehalten?
Wenn das Kind trotzdem in der Wohnung raucht? :devil:

Über die Mutter wissen wir folgendes:
Minchen014 hat geschrieben:Sie wolle nicht diskutieren, die Tabletten bleiben weg!
Dies wird sie dann wohl auch zu den Zigaretten sagen.

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von dr-oetker » 15.09.14, 12:09

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:Wenn das Kind trotzdem in der Wohnung raucht? :devil:
Ja, sehr lustig :roll:
Ich unterstelle Ihnen mal, daß Sie wissen, daß es in der Frage nicht ums Rauchen in der Wohnung, sondern ums Rauchen an sich geht, und Sie dahingehend bisher nichts geantwortet haben?
Ich mutmaße sogar, daß Sie anhand des Beispiels gemerkt haben, daß Ihre Interpretation des Sachverhalts ("engagierte besorgte Mutter muß versuchen, ihrer tablettensüchtigen Tochter zu helfen") nicht die einzig mögliche oder auch nur die wahrscheinlichere ist.

Als Eigentor würde ich übrigens den Versuch bezeichnen, durch die absichtliche Herausstellung eines irrelevanten Aspekts eines Vergleichs den Vergleich als solchen als unpassend/unzutreffend zu diskreditieren. Aber ich nehme auch hier zu Ihren Gunsten an, daß das nicht Ihre eigentliche Absicht war, sondern Sie nur ein kleines Späßle gemacht haben.
Korrigiert mich einfach, wenn ich falsch liege ;)

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