Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

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Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 12:41

dr-oetker hat geschrieben:...
Aber ich nehme auch hier zu Ihren Gunsten an, daß das nicht Ihre eigentliche Absicht war, sondern Sie nur ein kleines Späßle gemacht haben.
:kopfstreichel: Annehmen dürfen Sie vieles. ;-)

Nur wie Sie sicher festgestellt haben, diskutiere ich hier über Schlaftabletten. Dass es andere Suchtmittel gibt, ist mir bekannt.

Die Wohnung gehört den Eltern und daher können sie auch die Regeln (Hausordnung) aufstellen. Wenn es dem volljährigen Kind nicht passt, dann muss das volljährige Kind ja nicht bei den Rabeneltern bleiben.

jayb
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von jayb » 15.09.14, 12:51

Ich muss sagen, dass ich ehrlich entsetzt darüber bin, dass man als Diplom Sozialarbeiter der Threaderstellerin mit "Was ist dir wichtiger? Das Medikament oder deine Mutter?" dem 18 Jährigen Mädel so einen Druck aufbaut, der völlig unnötig ist. Ihre Beiträge sind ja gelegentlich mal "grenzwertig", aber das ist wirklich eine Sauerei.

Wir wissen weder, ob die TE süchtig ist, noch wissen wir, wie das grundsätzliche Verhältnis zur Mutter ist. Ich bin persönlich auch kein Freund von Medikamenten, erst recht nicht, wenn sie starkes Suchtpotential bieten. Aber es kann doch nicht sein, dass die TE hier als Abhängige in den Raum gestellt wird und die Mutter, die deutlich ihre Grenzen überschreitet, dann als fürsorgliche Mutter hingestellt ist.

Es ist ja nicht so, dass das Mädel die Medikamente heimlich nimmt ... es steht unter ärztlicher Beobachtung.
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von dr-oetker » 15.09.14, 13:44

Ich kann mich jaybs Meinung nur anschließen und werfe noch einmal in den Raum, daß die Tochter bei einem Auszug je nach persönlicher Situation Unterhaltszahlungen verlangen und einklagen kann.

Als Sofortmaßnahme ist der jungen Frau dringend anzuraten, ihre Medikamente außerhalb des Zugriffs ihrer Mutter aufzubewahren. Irgendetwas abschließbares im Haus oder auch außerhalb (Schließfach...) wird es ja geben.

Und ich möchte auch Newbie2007 beipflichten: Es ist nicht ausgeschlossen, daß Dipl.-Sozialarbeiters Interpretation stimmen könnte - wofür ich aber keine Anhaltspunkte sehe. Wenn sich die Situation aber anders als von diesem vermutet darstellt, kommt der zitierte § 1618a BGB nämlich gerade entgegengesetzt ins Spiel: Die Sabotage der medizinisch notwendigen Behandlung durch die Mutter ist nämlich das krasse Gegenteil davon, "Beistand" zu leisten...
Korrigiert mich einfach, wenn ich falsch liege ;)

Roni
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 15.09.14, 14:28

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
Roni hat geschrieben:...
wieso sollte der Fall fiktiv sein, es liest sich nicht so. 8)
Weil auf recht.de nur die rechtlichen Aspekte von fiktiven Fällen diskutiert werden. :devil:
dann solltes du mal die Forenregeln nachlesen, aus denen klar hervorgeht dass nicht nur fiktive Fälle beschrieben werden

http://www.recht.de/phpbb/viewtopic.php?f=2&t=106428

sollte man Als Moderator eig. wissen :shock:

Roni
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 15.09.14, 14:30

zu den letzen Posts,

auc ich bin der Meinung dass man ohne nährers zu wissen nicht von einem Suchtverhalten ausgehen kann, dazu sind die Informationen einfach z rar.

Genauso könnte ich behaupten dass die Mutter nicht rixhtig tickt weil sie der Tochter Medikamente wegnimmt die diese benötigt, das tue ich aber nicht, weil ich es nicht weiß.

Und keiner hier weiß ob die Tochter abhängig ist .

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von flokon » 15.09.14, 14:35

Wir lernen hier ja meist nur eine Seite mit beschränkten Infos kennen.
Deswegen hoffe ich einfach mal, dass es ein bemühter Arzt ist, der tatsächlich aktuell keinen anderen Ausweg sieht, als in die begleitete Abhängigkeit zu führen und der 18jährigen bewusst ist welche Medis sie nimmt und sie sich zeitgleich um eine Therapie bemüht.
Denn die Tabletten lindern ja nur ein Symptom und lösen nicht das eigentliche Problem.

flokon
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von flokon » 15.09.14, 14:37

@ Roni: Benzodiazepine machen bei längere Anwendung immer abhängig.

jayb
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von jayb » 15.09.14, 15:22

Im Idealfall würde die Mutter mit der Tochter beim Arzt sitzen, Ihre Bedenken äussern und gemeinsam mit dem Arzt eine für alle tragbare Lösung finden. Benzodiazepine sind sicherlich ne harte Nummer und sollten keine längere Zeit (siehe 14 Tage) eingenommen werden.

Das ursächliche Problem wird damit natürlich nicht gelöst, wenn man Schlafmittel nimmt, aber die Mutter potenziert ja das Problem, in dem sie so rigoros vorgeht und auch nicht mit der Tochter sprechen möchte. Die Schlafstörungen (und das Problem dahinter) werden dadurch ja nicht besser, sondern bedeutend schlimmer. Womöglich würden einige tiefer gehende Gespräche zusammen mit der Mutter (die ja anscheinend überhaupt nicht gesprächsbereit ist) dazu führen, dass die Tochter von sich aus auf die Einnahme verzichtet.

Ich wollte mit meinem 1. Beitrag auch nicht ausdrücken "nimm fleissig die Medis, is nich so schlimm". Aber der Hinweis von Dipl. Sozialarbeiter "was ist dir wichtiger?" ist genauso zielführend, wie der Umgang der Mutter mit der Situation, nämlich gar nicht und potentiell verschlimmernd.

Der TE kann ich nur den Rat geben, mit einem guten Freund über das ursächliche Problem zu reden. Wer hat eigentlich die Medikamente verschreiben? Ein Hausarzt oder ein Facharzt?
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 15:28

flokon hat geschrieben:Wir lernen hier ja meist nur eine Seite mit beschränkten Infos kennen.
Deswegen hoffe ich einfach mal, dass es ein bemühter Arzt ist, der tatsächlich aktuell keinen anderen Ausweg sieht, als in die begleitete Abhängigkeit zu führen und der 18jährigen bewusst ist welche Medis sie nimmt und sie sich zeitgleich um eine Therapie bemüht.
Denn die Tabletten lindern ja nur ein Symptom und lösen nicht das eigentliche Problem.
und
flokon hat geschrieben:@ Roni: Benzodiazepine machen bei längere Anwendung immer abhängig.
Danke für diesen Hinweis.

Vielleicht sollte die Tochter die Mutter verklagen, damit dann ein Richter ein medizinisches Gutachten in Auftrag geben kann, welches dann die Mutter entlastet.

@ jayb, dr-oetker und Roni,

Wege in die Sucht gibt es viele, aber aus der Sucht heraus nur wenige. Wenn eine Mutter zu den von den TE aufgezeigten Mitteln greift, dann hat sie sicherlich ihre Gründe dafür. Ein TE hat zudem auch kein Recht, nur ihm genehme Antworten zu erhalten, sondern eben auch Gegenpositionen zu hören.

Am Verhalten der Mutter sehe ich nichts verwerfliches. Ihr darf schon unterstellt werden, dass sie ihre Tochter vor einer Sucht bewahren will. Unter Umständen macht die Frau dies aus einer Mutterliebe heraus. Und genau diese Mutterliebe ist nicht strafbar. Denn schließlich ist die Mutter zum Beistand für ihre Tochter verpflichtet.

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 15:36

jayb hat geschrieben:...
Ich wollte mit meinem 1. Beitrag auch nicht ausdrücken "nimm fleissig die Medis, is nich so schlimm". Aber der Hinweis von Dipl. Sozialarbeiter "was ist dir wichtiger?" ist genauso zielführend, wie der Umgang der Mutter mit der Situation, nämlich gar nicht und potentiell verschlimmernd.

Der TE kann ich nur den Rat geben, mit einem guten Freund über das ursächliche Problem zu reden. Wer hat eigentlich die Medikamente verschreiben? Ein Hausarzt oder ein Facharzt?
Leider kann ich diesen Thread nicht in das medizin-forum.de verschieben. Denn da gehört er m.E. eher hin.

Medizinische Probleme lassen sich m.E. nicht mit juristischen Mitteln lösen. Über die Suchtgefahr bei Schlaftabletten brauchen wir uns hier nicht wirklich zu streiten, oder?

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 15.09.14, 15:45

@ Diplomsozialarbeiter


Aus welchen Gründen die Mutter das macht wissen wir nicht, was du schreibst sind deine Annahmen die aber nicht stimmen müssen.
Genauso könnte es ja sein dass die Mutter Wahnideen hat, aber wie schon geschrieben wäre das auch nur eine Annahme.

Tatsache ist, dass die Tochter erwaschen ist und nicht unter Betreuung steht. Tatsache ist ,dass sie die Tabletten verschrieben bekommt und von ihrem Geld bezahlt. Tatsache ist dass die Mutter ihr die Tabletten einfach wegnimmt, was nunmal rechtlich nicht in Ordnung ist. Wir sind hier in einem Rechtsforum und nicht in einem Medizin- oder Moralforum.

Außerdem darf sich in unserem Land jeder Erwachsene ( sofern nicht unter Betreuung ) mit Tabletten Alkohol und sonstigen erlaubten Drogen so lange zuschütten und kiffen wie er Lust hat und kann.

Und nachdem das ja kein viktiver Fall ist, hören wir viellt. auch mal wieder was von der TE was uns viellt. weitere Erkenntnisse gibt.

jayb
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von jayb » 15.09.14, 15:58

Über die Suchtgefahr bei Schlaftabletten brauchen wir uns hier nicht wirklich zu streiten, oder?
Die potentielle Suchtgefahr war nie Diskussionsgegenstand, sondern Ihre "Einschätzung" des Sachverhalts. Ich halte weder Ihre völlig daneben liegende Prioritätsfrage "was ist dir wichtiger?", noch die Einnahme von Schlaftabletten über einen längeren Zeitraum, geschweige denn der Umgang der Mutter mit der Problematik, für zielführend.

Die TE scheint ja an Gesprächen mit der Mutter interessiert zu sein. Die grundsätzliche Verweigerung der Mutter ist mehr als falsch. Dabei stelle ich nicht mal grundsätzlich in Frage, dass sie die Medikamente weg nimmt, nur der fehlende Austausch mit der Tochter ist völlig daneben. Wenn die Mutter bei allen Problemen ein solches Verhalten an den Tag legt und der Vater sich immer brav raushält, muss man sich über Schlafstörungen bei der TE nicht wundern.

Ich sehe das allerdings ebenfalls nicht als rechtliches Problem. Die grundsätzliche rechtliche Ansicht, dass die Tochter volljährig ist und über die selbst bezahlten Medikamente und deren Einnahme selbst verfügen kann, führt uns in der Praxis nämlich nicht weiter.
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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Roni » 15.09.14, 16:07

Die grundsätzliche rechtliche Ansicht, dass die Tochter volljährig ist und über die selbst bezahlten Medikamente und deren Einnahme selbst verfügen kann, führt uns in der Praxis nämlich nicht weiter.
ist aber in einem Rechtsforum die richtige Antwort.

Und was soll man in einem Medizinforum dazu schreiben wenn die Mutter der Tochter die vom Arzt verschriebenen Tabletten wegnimmt ?
Ihr könnt das ja mal im anderen Forum einstellen 8)

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von flokon » 15.09.14, 16:20

Roni hat geschrieben:
Die grundsätzliche rechtliche Ansicht, dass die Tochter volljährig ist und über die selbst bezahlten Medikamente und deren Einnahme selbst verfügen kann, führt uns in der Praxis nämlich nicht weiter.
ist aber in einem Rechtsforum die richtige Antwort.
Ich biete als rein rechtliche Antwort:

-Anzeige wegen Diebstahl
-Körperverletzung (?) wichtige ( :shock: ) Medikamente werden schließlich vorenthalten
-Unterlassungklage, um das Durchsuchen des Zimmers zu verhindern

Wer bietet mehr?

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Re: Arzneimittel-Verweigerung der Mutter !?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.09.14, 17:18

jayb hat geschrieben:...
Die potentielle Suchtgefahr war nie Diskussionsgegenstand, sondern Ihre "Einschätzung" des Sachverhalts. Ich halte weder Ihre völlig daneben liegende Prioritätsfrage "was ist dir wichtiger?", noch die Einnahme von Schlaftabletten über einen längeren Zeitraum, geschweige denn der Umgang der Mutter mit der Problematik, für zielführend.
...
Ich kann den SV so einschätzen, wie ich will. Diese Freiheit nehme ich mir. Hier führe ich allerdings auch kein therapeutisches Gespräch. Dies darf gerne im Medizinform geführt werden. Aus diesem Grund stelle ich mir auch nicht die Frage, was zielführend ist.

Aus der Arbeit mit süchtigen Menschen weiß ich aber, dass bei Süchtigen das Suchtmittel wichtiger ist, als Menschen aus der näheren Umgebung. Insbesondere wenn sich die Menschen aus der näheren Umgebung nicht co-abhängig verhalten, sind Konflikte um das Suchtmittel (hier Schlaftabletten) vorprogrammiert. Aber auch dies ist keine rechtliche, sondern eine suchttherapeutische/medizinsche Fragestellung.
jayb hat geschrieben:...
Die TE scheint ja an Gesprächen mit der Mutter interessiert zu sein. Die grundsätzliche Verweigerung der Mutter ist mehr als falsch. Dabei stelle ich nicht mal grundsätzlich in Frage, dass sie die Medikamente weg nimmt, nur der fehlende Austausch mit der Tochter ist völlig daneben. Wenn die Mutter bei allen Problemen ein solches Verhalten an den Tag legt und der Vater sich immer brav raushält, muss man sich über Schlafstörungen bei der TE nicht wundern.
...
Dieses Problem ist ebenfalls nicht mit rechtlichen, sondern familientherapeutschen Mitteln zu lösen. Allerdings mache ich hier keine virtuelle Therapie.
jayb hat geschrieben:...
Ich sehe das allerdings ebenfalls nicht als rechtliches Problem. Die grundsätzliche rechtliche Ansicht, dass die Tochter volljährig ist und über die selbst bezahlten Medikamente und deren Einnahme selbst verfügen kann, führt uns in der Praxis nämlich nicht weiter.
Schön, dass wir uns in diesem Punkt einig sein. ;-)

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