Nach Scheidung ins Ausland

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

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Kenny-1980
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Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Kenny-1980 »

Hallo zusammen,
angenommen Person A und B haben sich nach ein paar Jahren Scheiden lassen und 2 Kinder sind der vorhergehenden Beziehung entstanden. Bisher wurden die Kinder wöchentlich zwischen den Eltern getauscht. Beide Arbeiten voll und wohnen nahe der Schweizer Grenze. Nun plant Person A (Mann) in die Schweiz zu ziehen und dort auch zu Arbeiten.

Es wurde nicht viel besprochen, nur er stellt sich vor, das während des Kindergartens die Kinder bei Ihr bleiben sollen und sobald das Schulalter erreicht sei sollten Sie in das vermeintlich bessere Schulsystem wechseln.

Welche Rechte hat hier die Person B (Mutter).

Wenn Person A wirklich weg ziehen sollte, dann sind ca. 40 KM zwischen den Parteien.

Ebenso erwägt Person B in wenigen Jahren etwas weiter nach Norden zu ziehen (ca. 60KM). Wie verhält sich das mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht und kann er Ihren Umzug behindern?

SusanneBerlin
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,

wenn die Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben, dann müssen sie sich entweder einigen oder ein Elternteil klagt vor dem Familiengericht und dann gilt wie das Gericht entscheidet.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts, das haben also auch beide. Solange nicht ein Elterntei das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht einklagt.
Grüße, Susanne

ExDevil67
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von ExDevil67 »

Kenny-1980 hat geschrieben:
Wenn Person A wirklich weg ziehen sollte, dann sind ca. 40 KM zwischen den Parteien.

Ebenso erwägt Person B in wenigen Jahren etwas weiter nach Norden zu ziehen (ca. 60KM). ...und kann er Ihren Umzug behindern?
Jeder für sich kann allein kann umziehen wie er lustig ist, Probleme gibt es nur wenn einer eigenmächtig die Kinder dabei mitnimmt.
Und was man bei eigenen Umzugsplänen im Hinterkopf behalten sollte. Zumindest in der Theorie ist der der die Entfernung durch den Umzug schafft, auch für die daraus resultierenden Fahrtkosten beim Umgang der Kinder mit dem anderen Elternteil verantwortlich. Sprich wenn er jetzt 40 km in den Süden in die Schweiz zieht, müsste er auch für die Kosten aufkommen damit die Kinder zu ihm und zurück kommen.

kaktusbluete
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von kaktusbluete »

Kenny-1980 hat geschrieben:Wenn Person A wirklich weg ziehen sollte, dann sind ca. 40 KM zwischen den Parteien.

ernsthaft?
40 km?

Da kenne ich Familien die überbrücken regelmäßig 300 km bei den Papawochenenden
(ein Junge den ich kenne pendelt sogar per Flugzeug)
«Ich rate, lieber mehr zu können als man macht, als mehr zu machen als man kann.«
Bertolt Brecht (*1898 – †1956)

Kenny-1980
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Kenny-1980 »

Vielen Dank für Eure Antworten,

die 40 KM sollten hier nicht das Problem sein. Eher das Person A einfach plant, das die Schweizer Schule besser sei und somit die Person B gar nicht mehr wie bisher das Sorgerecht teilen kann.

Ich denke, das jede Mutter würde hier für Ihre Kinder entscheiden.... jedoch dem Ex hinterher scheidet von vornerein aus.

SusanneBerlin
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von SusanneBerlin »

Kenny-1980 hat geschrieben: und somit die Person B gar nicht mehr wie bisher das Sorgerecht teilen kann.
Das Sorgerecht bleibt bei beiden Eltern, solange keiner eine gerichtliche Abänderung anstrebt.

Was Sie meinen ist wohl, das die hälftige Teilung der Betreuungszeit (Wechselmodell) nicht mehr praktiziert werden kann bei zu großer Entfernung der Wohnungen.
Bisher wurden die Kinder wöchentlich zwischen den Eltern getauscht.
(Man sollte schon die richtigen Begriffe verwenden, wenn man verstanden werden will.)
Grüße, Susanne

Kenny-1980
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Kenny-1980 »

Genau Wechselmodell. Die Bezeichnung war mir entfallen.

Es wird ja dadurch eine Person immer benachteiligt... gibt es beim Jugendamt die Möglichkeit auf Beratung was einen solchen Fall betrifft?

ExDevil67
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von ExDevil67 »

Kenny-1980 hat geschrieben: Eher das Person A einfach plant, das die Schweizer Schule besser sei und somit die Person B gar nicht mehr wie bisher das Sorgerecht teilen kann.
Naja, nur weil der eine etwas plant heißt das ja nicht zwingend das das auch so 1zu1 in die Praxis umgesetzt wird. Im Zweifel wird man dann wohl das Familiengericht bemühen müssen.
Wobei das spannend werden könnte wenn jedes Elternteil das Kind einfach an der Schule seiner Wahl anmeldet und die auch noch in 2 verschiedenen Ländern liegen.

Kenny-1980
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Kenny-1980 »

Rechtlich gesehen sicher sehr spannend, bedauerlich das unter dem Strich immer die Kinder die Leidtragenden sind...

ExDevil67
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von ExDevil67 »

Kenny-1980 hat geschrieben:bedauerlich das unter dem Strich immer die Kinder die Leidtragenden sind...
Was allerdings im Regelfall zu vermeiden wäre, wenn die Eltern in der Lage wären sich auf Elternebene vernünftig miteinander auszutauschen.

Holzschuher
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Holzschuher »

Hallo,
Kenny-1980 hat geschrieben:Genau Wechselmodell. Die Bezeichnung war mir entfallen.

Es wird ja dadurch eine Person immer benachteiligt... gibt es beim Jugendamt die Möglichkeit auf Beratung was einen solchen Fall betrifft?
Das Jugendamt kann und wird in der Regel nur vermitteln können.

Allgemein wird in solchen Fällen der Umzug immer zu Lasten des Umgangsrechtes des anderen gehen. Von daher müssen vernünftige Gründe für einen solchen Umzug gegeben sein. Vgl. z.B. hier eine Entscheidung eines Gerichtes; ist aber sicher immer eher eine Einzelfallprüfung und -entscheidung.
Gruß
Peter H.

Kenny-1980
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Kenny-1980 »

Vielen Dank. Werde das mal lesen.

Grüße

Holzschuher
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Re: Nach Scheidung ins Ausland

Beitrag von Holzschuher »

...hier noch eine Entscheidung, die den Umzug nicht billigte.
Gruß
Peter H.

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