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recht.de • Thema anzeigen - Misshandlung von Eltern?
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 Betreff des Beitrags: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 02.05.13, 21:55 
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Hallo,

meine Mutter hat mich jahrelang seelisch und teilweise körperlich misshandelt. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, hier ein paar Beispiele dafür:
- tägliche Schläge
- sie hat mich vor jedem ,,Schlampe" genannt
- mich im Zimmer eingesperrt bis ich mir in die Hose gemacht hab und hat mich deswegen anschließend verprügelt
- mich vor der Haustür 5-6 Stunden weinend warten lassen, weil sie keine Lust auf mich hatte (da war ich ca 5 Jahre alt)
- Stundenlanges Bügeln und Putzen, ab meinem 11. Lebensjahr
- ist zu meinen damaligen Schulkameraden gegangen und hat erzählt, dass ich eine Schlampe sei und sie sollen mit mir nicht befreundet sein
- hat mich Jahrelang nicht raus gelassen, nur zur Schule und wenn ich 15 min zu spät gekommen bin, gab es Prügel
- ist extra vor mir Heim gekommen um die Küchenschränke unordentlich zu machen, damit es einen Grund für Prügel gab
- hat mich jeden Freitag Großputz machen lassen (war ihre persönliche Putze)
- durfte mit niemandem Kontakt haben und wurde abgeschirmt
- hat generell immer gelogen und hat Dinge über mich erzählt, die nicht gestimmt haben (sie konnte die weinende Mitleidsnummer sehr gut, daher hat das Jugendamt mir nicht geglaubt)
- hat mich fertig gemacht indem sie die Intimsphäre zwischen meinem Vater und ihr erzählt hat (bis ins kleinste Detail)

Jedesmal wenn sie mich schlug, benutzte sie dazu einen Hausschuh oder einen Besenstiel. Sobald ich damit an die Öffentlichkeit bin, hat sie auf Opfer gemacht und geweint. Mein Vater hat sie verlassen und will quasi mit seinem alten Leben nichts zu tun haben. Im Ernstfall würde er also nichts sagen oder bestätigen. Das gleiche gilt auch für meinen Bruder, er will sich komplett aus der Sache raushalten und unterstützt mich nicht. Kurz gesagt, meine ganze Familie ist zu feige!! Ich könnte evtl. Bekannte finden die sich trauen auszusagen. Ich bin mittlerweile 25 Jahre alt und das letzte mal wo sie versucht hat mir was schlechtes anzutun, war ich 22 Jahre alt. Wie stehen meine Chancen diesen schrecklichen Menschen vor Gericht zu ziehen?? Trotz weniger Zeugen und Beweise. Ich leide extrem darunter und kriege sogar Angstzustände wenn ich meine Küche aufräumen muss.

DANKE, an alle die sich Zeit nehmen um mir zu antworten.

FidPal


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 02.05.13, 22:20 
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fidpal hat geschrieben:
.. diesen schrecklichen Menschen vor Gericht zu ziehen??
Und auf was wollen sie ihre Mutter evtl verklagen? Was wollen sie erreichen?
Besorgen sie sich psychologische Hilfe und führen sie ihr eigenes Leben.
Ich sehe da keine rechtliche Frage.
Strafrechtlich dürften die Sachen verjährt sein.

hws


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 02.05.13, 22:44 
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Themenstarter
<< Und auf was wollen sie ihre Mutter evtl verklagen? Was wollen sie erreichen?
Besorgen sie sich psychologische Hilfe und führen sie ihr eigenes Leben.
Ich sehe da keine rechtliche Frage. >>


na klar :) solche Antworten sind sehr hilfreich. Wohne seit meinem 15. Lebensjahr alleine, führe durchaus mein eigenes Leben, mache auch eine Therapie! Verjährung von Misshandlungen tritt erst nach 10 Jahren ein! Die Frage wegen WAS ich sie verklagen will, verstehe ich nicht! Entweder können Sie nicht lesen oder Sie haben kein Mitgefühl mit Kindern die zuhause geschlagen, gemobbt etc. werden. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum Kinder erst Tod aufgefunden werden müssen, bis einer etwas unternimmt. Tut mir wirklich leid aber bei solchen Antworten kann man nur unfreundlich werden. Wegen WAS ich sie verklagen will?! Also wirklich...sehr herzlos. Was ich erreichen will? Was denken Sie denn, was eine mittlerweile erwachsene, verheiratete Frau erreichen will, die immer noch Angstzustände bekommt wegen ihrer ,,Mutter" ?? Bestimmt keine Rache...


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 02.05.13, 23:42 
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Beiträge: 1025
fidpal hat geschrieben:
Bestimmt keine Rache...


Aber was dann?

Gruss fool1

_________________
Nichts ist engherziger als Chauvinismus oder Rassenhaß. Mir sind alle Menschen gleich, überall gibt's Schafsköpfe und für alle habe ich die gleiche Verachtung. Nur keine kleinlichen Vorurteile!
Karl Kraus (1874 - 1936)

A...loch bleibt A...loch


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 02.05.13, 23:59 
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das ist doch echt der Wahnsinn :) ich weiß nicht ob ich darüber lachen soll, oder ärgern :) ICH MÖCHTE SIE ZUR RECHENSCHAFT ZIEHEN!!! IST ES DENN SO UNGEWÖHNLICH BZW UNGLAUBLICH???? Kein einziger der es schafft auf meine Frage zu antworten...unfassbar wie die Gesellschaft drauf ist. Statt einfach auf meine Frage zu antworten, kriegt man überall solche unnütze Gegenfragen oder sonst noch iwas... Verschließt eure Augen und jegliches Mitgefühl...Macht ihr alle richtig ;) ich wünsche euch wirklich von ganzen Herzen, dass ihr in Notlagen nicht solchen Menschen begegnet wie ihr es seid...Da schreibt man in ein Forum weil man etwas wissen möchte und bekommt überall die gleichen beschissenen Antworten. Was juckt dich das, was ich erreichen will?? Wer sich nicht in diese Lage versetzten kann, sollte es lassen mir zu antworten...könnt ihr euch echt sparen -.-


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 03.05.13, 00:14 
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Wohnort: Unna
fidpal hat geschrieben:
..Die Frage wegen WAS ich sie verklagen will, verstehe ich nicht!
Da ich das nicht selbst erlebt habe (und die meisten hier auch nicht) versteh ich ihre Gegenfrage nicht.
"Vor Gericht zerren" kann man nur jemanden, wenn man ihn wegen etwas Bestimmten verklagt und nicht allgemein wegen "schwerer Kindheit".
Und was wollen sie? Schadensersatz, Schmerzensgeld im Zivilprozeß?
Oder im Strafprozeß "in den Knast bringen"? (wäre das keine Rache?)
fidpal hat geschrieben:
.. Wegen WAS ich sie verklagen will?! Also wirklich...sehr herzlos.
Wenn das so offensichtlich ist, erklären sie es uns. Als nicht-Betroffener kann ich es nicht nachvollziehen.
fidpal hat geschrieben:
Was ich erreichen will? Was denken Sie denn, was eine mittlerweile erwachsene, verheiratete Frau erreichen will
Ja, bitte was? Mangels eigener Erfahrung kann ich das leider nicht beurteilen. Auch bei einem Gerichtsprozeß muß man genau angeben, was man will. "Herr Richter, können sie sich doch denken was ich in meiner Situation will..." dann ist der Prozeß schneller verloren als er begonnen hat.
fidpal hat geschrieben:
Bestimmt keine Rache...
Was dann? Welchen Vorteil haben sie sonst,wenn die Mutter in den Knast geht? OK:
Wenn sie Streicheleinheiten wollen, müssen sie in ein Selbsthilfeforum gehen.
Hier müssen sie schon detailliert angeben, wegen welcher Straftat sie klagen wollen. Z.B.: "mit 5 Jahren wurde ich mit dem Pantoffel verprügelt. Dafür will ich sie wegen Körperverletzung verklagen."

Individuelle Rechtsberatung dürfen wir hier eh nicht geben. Klären sie erst mit ihrer psychologischen Beratung und anschließend mit einem Rechtsanwalt, wegen was sie ihre Mutter (halbwegs erfolgreich) verklagen können.

hws


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 03.05.13, 01:07 
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Beiträge: 2672
Wohnort: Niedersachsen
Das, was Sie durchgemacht haben, ist sehr schlimm, insbesondere, da Sie versucht haben, sich Hilfe zu holen und diese nicht erhalten haben.

Natürlich könnten Sie ihre Mutter wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen (§ 225 StGB) verklagen, nur würden Sie Vergangenes nur neu aufwärmen - und wie die Sache ausgeht, ist auch ungewiss. Was könnte ihr passieren? Geldstrafe, Haftstrafe? Was davon würde Sie zufriedenstellen? Letztendlich würde vielleicht eine Strafe verhängt werden, was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass Ihre Mutter ihr Verhalten bereut. Das ist aber sicherlich nicht das, was Sie Sich wünschen. Sie können sie nicht ändern, ebenso wenig ihre Gefühle Ihnen oder sich selbst gegenüber, auch wenn sie sie verklagen.

Die Vergangenheit können Sie nicht ändern. Auch mit einem Prozess werden Sie keine Antwort auf die Frage "Warum?" erhalten. Sie können lediglich versuchen, die Vergangenheit als Teil von Sich anzunehmen und daraus für die Zukunft zu lernen. Das bringt Sie erheblich weiter, als wenn Sie versuchen, Ihre Mutter zur Rechenschaft zu ziehen, die dann nur einen weiteren Grund hat, ihren Hass (worauf auch immer) zu vertiefen. Sie haben Ihr Leben jetzt in der Hand. Erschweren Sie es sich nicht, indem Sie auf etwas Hoffnung setzen, was nicht passieren wird.
Ich wünsche Ihnen alles Gute :kopfstreichel:

_________________
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 03.05.13, 08:09 
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Beiträge: 15
Ich kann das schon verstehen. Es mag nicht vorrangig um Rache gehen, sondern darum, mit der Angelegenheit abzuschließen. Hier wurde ja nicht nur ein Kind misshandelt, es wurde gegenüber Dritten als Lügnerin dargstellt. Natürlich prägt so etwas einen Menschen und ein Prozess würde vielleicht beweisen, dass nicht gelogen wurde und die Mutter tatsächlich schuldig ist.

So ein Schuss kann natürlich auch nach hinten losgehen, denn die Beweislage ist nach so langer Zeit natürlich problematisch. Eventuell wird "die arme Mutter" ja noch bedauert, dass das "böse Kind" sie vor Gericht gezerrt hat.
Ich empfehle daher, einen Anwalt aufzusuchen und ihm den Sachverhalt zu schildern. Er wird sicher raten können, ob ein Prozess Aussicht auf Erfolg hat. Sollte er abraten, hoffe ich, dass es ihnen gelingt, ihr Leben zu meistern und ihrer Mutter so zu beweisen, dass sie Sie nicht brechen konnte. Viel Erfolg!


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 03.05.13, 08:56 
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Beiträge: 5344
@alle

Bitte die juristischen Fragen beantworten, was die Threaderöffnerin will, ist klar:


fidpal hat geschrieben:
Wie stehen meine Chancen diesen schrecklichen Menschen vor Gericht zu ziehen?

Mama soll in den Knast oder Geld zahlen. Ob das psychologisch für die TE Sinn macht, ist vollkommen irrelevant für die Frage, ob die Mutter strafrechtlich oder zivilrechtlich belangt werden kann oder nicht. Und zwar unter der Annahme, dass die von der TE behaupteten Tatsachen so zu treffen.

fidpal hat geschrieben:
- tägliche Schläge
- sie hat mich vor jedem ,,Schlampe" genannt
- mich im Zimmer eingesperrt bis ich mir in die Hose gemacht hab und hat mich deswegen anschließend verprügelt
- mich vor der Haustür 5-6 Stunden weinend warten lassen, weil sie keine Lust auf mich hatte (da war ich ca 5 Jahre alt)
- Stundenlanges Bügeln und Putzen, ab meinem 11. Lebensjahr
- ist zu meinen damaligen Schulkameraden gegangen und hat erzählt, dass ich eine Schlampe sei und sie sollen mit mir nicht befreundet sein
- hat mich Jahrelang nicht raus gelassen, nur zur Schule und wenn ich 15 min zu spät gekommen bin, gab es Prügel
- ist extra vor mir Heim gekommen um die Küchenschränke unordentlich zu machen, damit es einen Grund für Prügel gab
- hat mich jeden Freitag Großputz machen lassen (war ihre persönliche Putze)
- durfte mit niemandem Kontakt haben und wurde abgeschirmt
- hat generell immer gelogen und hat Dinge über mich erzählt, die nicht gestimmt haben (sie konnte die weinende Mitleidsnummer sehr gut, daher hat das Jugendamt mir nicht geglaubt)
- hat mich fertig gemacht indem sie die Intimsphäre zwischen meinem Vater und ihr erzählt hat (bis ins kleinste Detail)

Jedesmal wenn sie mich schlug, benutzte sie dazu einen Hausschuh oder einen Besenstiel.


Ich leide extrem darunter und kriege sogar Angstzustände wenn ich meine Küche aufräumen muss.


Passend ist hier Misshandlung von Schutzbefohlenen:
http://dejure.org/gesetze/StGB/225.html
,wobei Absatz 3 in Frage kommt und es eher kein minder schwerer Fall nach Absatz 4 ist (Küche nicht aufräumen können könnte man als Indiz der Schädigung der seelischen Entwicklung sehen, täglich Schläge schließen einen minder schweren Fall aus)
In Frage käme auch Körperverletzung:
http://dejure.org/gesetze/StGB/223.html

aber:


fidpal hat geschrieben:
Ich bin mittlerweile 25 Jahre alt und das letzte mal wo sie versucht hat mir was schlechtes anzutun, war ich 22 Jahre alt.

Wohne seit meinem 15. Lebensjahr alleine, führe durchaus mein eigenes Leben, mache auch eine Therapie! Verjährung von Misshandlungen tritt erst nach 10 Jahren ein!

Die KV verjährt bereits nach 5 Jahren, ist also verjährt.

Allerdings ist http://dejure.org/gesetze/StGB/78b.html
zu beachten:
"Die Verjährung ruht
1. bis zur Vollendung des achtzehnten Lebensjahres des Opfers bei Straftaten nach den §§ 174 bis 174c, 176 bis 179 und 225 sowie nach den §§ 224 und 226, wenn mindestens ein Beteiligter durch dieselbe Tat § 225 verletzt,"
Die Verjährung läuft somit erst seit dem 18. Lebensjahr, sie beträgt
http://dejure.org/gesetze/StGB/78.html
wie TE richtig sagte 10 Jahre und endet damit mit 28. Somit würde eine Anzeige im Laufe der nächsten ca. 2.5 Jahre noch eine Staatsanwaltschaft dazu bewegen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zu prüfen.

Zivilrechtlich kann sich ein Anspruch aus http://dejure.org/gesetze/BGB/823.html ergeben. Dieser verjährt, wenn ich das richtig sehe, gemäß http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__210.html und http://dejure.org/gesetze/BGB/199.html , davon Absatz 2 mit 48.




fidpal hat geschrieben:
Trotz weniger Zeugen und Beweise.


Das ist natürlich ein Problem.
Problematisch ist auch "(sie konnte die weinende Mitleidsnummer sehr gut, daher hat das Jugendamt mir nicht geglaubt)", die Mutter hat also Übung im glaubwürdig lügen.

Praktisch läuft das ganze darauf hinaus, wem mehr geglaubt wird. Das hängt davon ab, wessen Geschichte anhand der belegbaren Tatsachen schlüssiger erscheint.

Deshalb wärees entscheidend erstmal festzustellen, was durch dritte zu belegen ist. Z.b. das 5 Stunden weinend vor der Tür stehen, könnten ehemalige Nachbarn mitbekommen haben, den Schulkameraden erzählen dass man Schlampe sei könnten die Schulkameraden mitbekommen haben, aber bei vielen anderen Sachen gibts wohl keine Zeugen (z.b. vermutlich Schläge). Wenn man dann belegen kann, Mutter hat mich 5 Stunden weinend vor Tür stehen gelassen und hat mich vor meinen Schulkameraden gedemütigt, dann klingt auch die Behauptung sie hätte geschlagen glaubwürdiger. Hingegen ist ein "Ich hab mein Kind zwar 5 Stunden weinend vor der Tür stehen gelassen und vor anderen Kindern zur Sau gemacht, aber ich war ansonsten eine tadellose liebe Mutter" klingt erstmal nicht glaubwürdig.

Die tatsächliche Einschätzung, ob man genug Material hat, um was daraus zu machen oder nicht, sollte man mit einem Anwalt besprechen.

Anzumerken ist noch, dass man in dieser Situation der eigenen Errinerung im gewissen Maße misstrauen sollte,bei langjährigen Familienstreitigkeiten ist davon auszugehen, dass man die Vergehen der anderen Seite grundsätzlich schwerer in Errinerung hat als sie tatsächlich waren.

Z.b. vermute ich, dass
fidpal hat geschrieben:
- tägliche Schläge

nicht zutreffend ist, denn um ein Kind tatsächlich jeden Tag zwischen meinetwegen den 5. und 15. Geburtstag zu hauen, muss man schon ziemlich geplant vorgehen. Plausibler ist, dass es beispielsweise nur an etwa der älfte der Tage zu Schllägen kam. Dies ist deshalb wichtig, da wenn man sagt, sie hat mich täglich geschlagen und dann kann die Gegenseite belegen, dass man mal für ein paar Tage Bekannte da hatte, die sich an keine Schläge errinern (Mutter hat wahrscheinlich nicht geschlagen, wenns andere mitbekommen konnten), dann ist die Behauptung erstmal widerlegt und die eigene Glaubwürdigkeit ist beschädigt.

Deswegen eher vorsichtig sein mit der eigenen Errinerung, wenn auch nur die Hälfte der genannten Sachverhalte zutrifft, kann das bereits reichen, um juristisch vorzugehen, je näher man an belegbaren und nicht widerlegbaren bleibt, um so besser.

Ein Zivilverfahren kann übrigens parallel und unabhängig von einer Strafanzeige geführt werden, es können beide Verfahren auch verschiedene Ergebnisse haben.

edit:
sehe grad in BGB 199 Absatz3, dass selbst wenns ein anderer Schadensersatzanspruch ist,verjährt er nach 10 Jahren, also mit 28, da wieder ruhen bis 18 greift. Zivilklage sollte also auch auf jeden fall noch möglich sein.


Zuletzt geändert von carn am 03.05.13, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 03.05.13, 09:11 
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hws hat geschrieben:
Ja, bitte was? Mangels eigener Erfahrung kann ich das leider nicht beurteilen. Auch bei einem Gerichtsprozeß muß man genau angeben, was man will. "Herr Richter, können sie sich doch denken was ich in meiner Situation will..." dann ist der Prozeß schneller verloren als er begonnen hat.


Aber juristisch Inteeressierte sollten genau sowas verkraften, insbesondere juristisch gebildete, dass nennt sich inder Klausur "Prüfen sie die Rechtslage.".

Ferner kann man sowohl zu Staatsanwaltschaft und zu einem Gericht gehen, mitteilen was passiert ist und im Falle vom Gericht sagen was man haben will. Wie es ein Vortragender mal sagte, deutschen Richtern wird zugemutet, dass sie das deutsche Recht kennen, und ja der Vortragende sagte explizit, dass es im Zivilrecht völlig ausreichen würde, den SV zu schildern und zu sagen, was man haben willund es demgericht zu überlassen zu prüfen, ob und welche Gesetze aufgrund des SVs einem zu demgewünschten verhelfen können. edit: Ok, im Falle von Antragsdelikten muss man der Sta vielleicht sagen, dass man wegen diesem Delikt anzeige erhebt, aber ein "Ich erheb Anzeige gegen meine Mutter,weil sie mich täglich geschalgen hat" lässt sich eindeutig dahingehend auslegen, dass Anzeige wegen 225 erhoben wird, weshalb der Sta sich nicht damit rausreden kann, dass er nicht weis was der andere will.

Dass das nicht klug ist, da der Richter sich vielleicht verarscht vorkommt, wenn er keine vernünftige Klageschrift bekommt, und deshalb unwilliger ist, ist ein praktisches Problem.


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 03.05.13, 13:35 
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Herzloses Pack, aber für Mitgefühl ist das das falsche Forum - Hier geht es einzig u. alleine um die Rechtslage... u. die sieht folgender maßen aus.:
Schadensersatz, Schmerzensgeld od. strafrechtliche Verfolgung?
Was kann man beweisen u. was kann nicht bewiesen werden?

Wer etwas haben will der muss es beweisen u. wer nichts beweisen kann, der bekommt nichts u. muss vorsichtig sein nachher nicht selbst einen auf den Deckel zu bekommen, z.B. wegen http://dejure.org/gesetze/StGB/186.html

Ps.: Wenn sie die Beiträge hier schon "herzlos" finden, dann machen sie sich beim Schriftwechsel od. der Verhandlung mal auf etwas richtig derbes gefasst!


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 05.05.13, 12:41 
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Beiträge: 4087
pOtH hat geschrieben:
Herzloses Pack, aber für Mitgefühl ist das das falsche Forum - Hier geht es einzig u. alleine um die Rechtslage


Naja, die herzlosesten Antworten waren gerade die, die sich nicht weiter für die Rechtslage interessiert haben...

Das wesentliche wurde schon gesagt, aber vielleicht noch eine Anmerkung - im Strafverfahren muss die Schuld des Übeltäters eindeutig bewiesen werden, in einem zivilrechtlichen Verfahren (z. B. Schmerzensgeld, oder Schadenersatz wegen der Kosten der Therapie) sind die Beweisanforderungen nicht ganz so hoch. Es kann also eine Überlegung wert sein, sich auf das Zivilrechtliche zu konzentrieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 06.05.13, 08:44 
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Newbie2007 hat geschrieben:
in einem zivilrechtlichen Verfahren (z. B. Schmerzensgeld, oder Schadenersatz wegen der Kosten der Therapie) sind die Beweisanforderungen nicht ganz so hoch. Es kann also eine Überlegung wert sein, sich auf das Zivilrechtliche zu konzentrieren.
Die im Zivilrecht zutreffende schuldrechtliche Verjährung ist aber nur drei Jahre :(

_________________
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 06.05.13, 09:27 
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Beiträge: 5344
PurpleRain hat geschrieben:
Die im Zivilrecht zutreffende schuldrechtliche Verjährung ist aber nur drei Jahre :(


Stimmt, ich haben oben quatsch erzählt und mich durch die Verjährungshöchstfristen verwirren lassen.

Zivilrechtlich dürfte nichts mehr möglich sein, da die übliche 3-jährige Verjährung zu gelten scheint, womit dann mit 21 Schluss war. Das Herumnerven der Mutter im Alter von 22 könnte noch nicht verjährt sein, aber dürfte vermutlich keine Ansprüche auslösen, da man mit 22 die Mutter einfach rauswerfen kann.

Strafrechtlich ist es aber noch nicht verjährt,bzw. hängt davon ab, wie schwer die Delikte nachweislich waren. (Kann man nur minderschwere Misshandlung nachweisen, könnte es bereits verjährt sein.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Misshandlung von Eltern?
BeitragVerfasst: 18.07.17, 12:44 
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Registriert: 18.07.17, 12:37
Beiträge: 1
carn hat geschrieben:
PurpleRain hat geschrieben:
Die im Zivilrecht zutreffende schuldrechtliche Verjährung ist aber nur drei Jahre :(


Stimmt, ich haben oben quatsch erzählt und mich durch die Verjährungshöchstfristen verwirren lassen.

Zivilrechtlich dürfte nichts mehr möglich sein, da die übliche 3-jährige Verjährung zu gelten scheint, womit dann mit 21 Schluss war. Das Herumnerven der Mutter im Alter von 22 könnte noch nicht verjährt sein, aber dürfte vermutlich keine Ansprüche auslösen, da man mit 22 die Mutter einfach rauswerfen kann.

Strafrechtlich ist es aber noch nicht verjährt,bzw. hängt davon ab, wie schwer die Delikte nachweislich waren. (Kann man nur minderschwere Misshandlung nachweisen, könnte es bereits verjährt sein.)


BGB §199
(2) Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit beruhen, verjähren ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.


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