Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Hertha1892
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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von Hertha1892 » 02.09.17, 14:50

Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es keine Unterhaltsberechtigten im 1. und 2. Rang. Im 3. Rang steht die Ehefrau, die einen Unterhaltsanspruch von 3/7 der Nettodifferenz hat. Das wären bei 700 Euro Differenz genau 300 Euro.

Bei 1550 netto abzüglich 300 Euro für die Ehefrau verbleiben 1250 Euro.
Damit ist der Selbstbehalt von 1300 Euro gegenüber dem Kind im 4. Rang unterschritten und keine Leistungsfähigkeit mehr gegeben. Wenn es denn überhaupt unterhaltsberechtigt ist.

Der monatlicher notwendige Eigenbedarf des Ehegatten, der in einem gemeinsamen Haushalt
mit dem Unterhaltspflichtigen lebt, unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig, beträgt gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern 1040 Euro. Damot könnte man den Anteil des Unterhalts an die Ehefrau um 90 Euro reduzieren. Damit verbleiben 1340 Euro und es besteht für 40 Euro Leistungsfähigkeit.

Dafür müsste man nun auch noch wissen, ob die Nettoverdienste schon bereinigt sind (Werbungskosten, etc.).


Grüße Hertha1892

wusel70
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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 10:48

Hallo Hertha1892

ja die angegebenen Werte sind schon bereinigt.

Das verstehe ich jetzt wiederrum nicht.... nach dem 3/7 kommen 1250 € raus und dann werden 90 € wieder dazu gerechnet?

Und dann gibts noch die Variante der 20% Haushaltsersparnis

1300 abzüglich die 20% BLEIBEN 1040...also wäre er mit 300€ in der Pflicht?

Hertha1892
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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von Hertha1892 » 03.09.17, 12:33

In der DDT steht, dass der Anspruch des Ehegatten in häuslicher Gemeinschaft 1040 Euro beträgt. Erhält die Ehefrau 3/7, liegt sie 90 Euro über ihrem Anspruch. Demnach kann alles über dem Anspruch für den nächstrangigen Unterhaltsberechtigten verwendet werden. Begrenzt durch den Selbstbehalt.

Gegen eine Reduzierung des Selbstbehalts gegenüber einem nicht privilegierten Volljährigen würde ich mich sperren. Ich will nicht sagen, dass das nicht möglich ist, aber dafür soll sich ein Gericht auch bitte um eine ordentliche Begründung bemühen.

Es gibt ja Bafög und BAB nicht umsonst und der Volljährige muss alles tun, um die Unterhaltsleistungen der Eltern so gering wie möglich zu halten.

Grüße Hertha1892

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 12:41

das Kind kommt aus HESSEN::GLAUB DA IST JA WOHL GERICHTLICH FAST ALLES MÖGLICH :-(

Danke an alle für eure Antworten.

Ein Anwalt kostet leider viel Geld...Vorteil für das KInd..er bekommt Beihilfe

SusanneBerlin
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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 03.09.17, 14:00

Ein Anwalt kostet leider viel Geld...Vorteil für das KInd..er bekommt Beihilfe
Sie meinen: Das Kind bekommt Prozesskostenhilfe, der Vater nicht?
Grüße, Susanne

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 14:17

Der Vater bekommt bei 1600 € Lohn doch bestimmt keine Beihilfe !!

Ihm wurde schon bei weniger Gehalt dies verwehrt.

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 03.09.17, 14:28

Was meinen Sie denn mit Beihilfe, wenn es nicht die Prozesskostenhilfe ist?
Wenn man in einem Rechtsforum über rechtliche Fragen diskutiert, sollte man schon die richtigen Begriffe verwenden, sonst redet (schreibt) man aneinander vorbei.

Aus einem Online-Lexikon:
Beihilfe ist:

eine andere Bezeichnung für Subvention als wirtschaftliche Hilfeleistung
insbesondere die europarechtliche Bezeichnung für Subventionen im weiteren Sinne, siehe Beihilfe (EU)

die vorsätzliche Unterstützung bei der Begehung einer Straftat, siehe Beihilfe (Strafrecht)

ein Krankenfürsorgesystem für deutsche Beamte, siehe Beihilfe (Beamtenrecht)
Grüße, Susanne

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 14:36

Der Vater muss-auf Grund seines Verdienstes- selbst die Anwaltskosten bezahlen.
Der Sohn hat ja max das Kindergeld und das FSJ-Geld und bekommt somit jegliche Unterstützung sich einen Anwalt nehmen zu können.

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 03.09.17, 14:49

Haben Sie eine Vorstellung, wie hoch das FJS-Geld ist? Das sind maximal 360€ Taschengeld, bei manchen Einsatzstellen weniger. Und das Kindergeld steht den Eltern zu. Wenn die Mutter ihre Hälfte des Kindergelds an den Sohn auszahlt, hat er nochmal 96€ dazu.
Grüße, Susanne

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 15:06

Soviel ich weiß 330 €.
das Kindergeld steht doch dem volljährigen zu ..dachte ich zumindest.

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 03.09.17, 15:20

Wenn das Kind das Kindergeld erhält, zählt es zu seinem Einkommen und mindert seinen Unterhaltsbedarf. Unterhalt zahlende Elternteile können den Unterhalt dann um die hälftige Höhe des Kindergeld mindern (wenn beide Unterhalt leisten).
Grüße, Susanne

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 16:37

ALso Einkommen beider Elternteile ergibt einen UH Bedarf von 633 € abzüglich 192 Kindergeld und ca 330 € FSJ ( event auch weniger, wenn es noch nen Freibetrag gibt) ergibt einen UH Bedarf von 111 ,00 €.

So wäre ich jetzt bei der Berechnung.

Fraglich ist nur, wer den Rest zahlt. KM hat keinen neuen Partner und liegt bereinigt bei 1330 € und bei KV ist halt die FRage inwiefern das eben berechnet mit Haushaltsersparnis und Ehegatten-UH u.s.w

Habe mal irgendwo gehört , das man nie mehr bezahlen muss , als wenn man alleine aufkommen müsste für den UH.

SusanneBerlin
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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 03.09.17, 16:53

Fraglich ist nur, wer den Rest zahlt.
Niemand zahlt den Rest. Bei nicht getrennt lebenden Eltern mit diesem Einkommen wäre ja auch nicht mehr Geld vorhanden und das Kind würde nicht mehr Bargeld bekommen als es den Eltern vom Einkommen möglich ist.

Ein freiwilliges soziales Jahr ist nunmal ein Ehrenamt und wenn man sich entscheidet diesen Weg zu gehen muss man sich eben darauf einstellen dass finanzuell nicht viel dabei rumkommt.
Grüße, Susanne

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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von wusel70 » 03.09.17, 17:02

Sag ich auch..aber in Hessen sieht man das wohl anders.

ich weiß jetzt erst mal bissel was und mal schauen wa sraus kommt

stimmt das mit dem, das man nie mehr bezahlen muss , als wenn man alleine UH bezahlen müsste?

SusanneBerlin
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Re: Selbstbehalt kürzen- Unterhalt Ehefrau-Kindesunterhalt

Beitrag von SusanneBerlin » 03.09.17, 17:27

Sag ich auch..aber in Hessen sieht man das wohl anders.
Wenn beide Elternteile Unterhalt bis zur Eigenbedarfsgrenze zahlen (und evtl. sogar noch bis 20% unter dem Eigenbedarf), wo soll denn der "Rest" herkommen? Auch in Hessen wird sich der Unterhaltsberechtigte kein Geld drucken dürfen weil er der Meinung ist, seine Eltern stellen ihm nicht genügend Bargeld zur Verfügung.
stimmt das mit dem, das man nie mehr bezahlen muss , als wenn man alleine UH bezahlen müsste?
Solange man mit dem bereigtem Netto lediglich 250€ über dem Eigenbedarf liegt, braucht man sich so oder so keine Sorgen machen, da die Höhe der Unterhaltszahlung immer vom Eigenbedarf begrenzt ist und man ja nicht mal alleine auf die 554€ aus der Tabelle kommen würde.
Grüße, Susanne

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