Betreuungspflicht Ferien

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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45winter78
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Betreuungspflicht Ferien

Beitrag von 45winter78 »

Guten Abend liebe Gemeinde,

Mal angenommen A hat zwei schulpflichtige Kinder (1 und 2), die bei B leben. A sieht die Kinder regelmäßig jedes zweite Wochenende, die hälftigen Feiertage und zu 1/3 in den Ferien und aufgrund der direkten Wohnortnähe auch oft dazwischen.

A hat noch ein drittes Kind (3) unter 3, dass allein mit A zusammen wohnt. Von daher kann A nur 35 Stunden Teilzeit die Woche arbeiten und hat deswegen nur 20 Tage Urlaub im Jahr. Auch kann A wegen dem Einkommen aus Teilzeit nicht komplett den Mindestunterhalt für Kinder 1 und 2 zahlen. Fiktiv zahlt A 350 Euro statt 556 nach DDT.

A reichen die Urlaubstage nicht aus um die Betreuung für Kind 3 abzudecken und zieht hier andere Möglichkeiten heran.

B verlangt die hälftige Ferienabdeckung für Kind 1 und 2 oder die Zahlung der Betreuung.

Kann A dafür gerichtlich verurteilt werden oder können die persönlichen Umstände in diesem fiktiven Fall berücksichtigt werden? Ist eine Zuzahlung für die Ferienbetreuung von A oder von B zu tragen? Wie ist die Rechtslage?

Frohe Weihnachten.

Hertha1892
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Re: Betreuungspflicht Ferien

Beitrag von Hertha1892 »

IdR ist ein Elternteil Umgangs- und ein Elternteil Betreuungselternteil. Zwar ist eine gewöhnliche Regelung, dass die Eltern die Ferien teilen, aber einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. Umgangsurteile bleiben Einzelfallurteile und es gibt keine gesetzliche Regelung. Die Betreuung muss der Betreuungselternteil regeln und auch bezahlen. Etwas Anderes gilt nur für die "pädagogische wertvolle" Kitabetreuung.

Selbst wenn man aus den Ferienbetreuungskosten einen Mehr- oder Sonderbedarf kreieren würde, käme eine Beteiligung im Beispielsfall nicht in Betracht. A ist schon für den Regelunterhalt nicht in vollem Umfang leistungsfähig. Gegenüber Mehr- und Sonderbedarf greift der angemessene Selbstbehalt (1300 Euro). Faktisch wäre A für Mehr- oder Sonderbedarf gar nicht leistungsfähig.

MpMn ist weder die hälftige Betreuung in den Ferien noch die Kostenübernahme einklagbar.
Anders sähe das bei einem vollwertigen Wechselmodell aus, wenn beide halb betreuen und Unterhalt anteilig leisten.

Grüße Hertha1892

barbara müller
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Re: Betreuungspflicht Ferien

Beitrag von barbara müller »

"Von daher kann A nur 35 Stunden Teilzeit die Woche arbeiten und hat deswegen nur 20 Tage Urlaub im Jahr. "

Die 20 Urlaubstage haben aber nichts mit der 35 Stundenwoche sondern mit der 5 Tagewoche zu tun!
Laut Bundesurlaubsgesetz stehen jedem Arbeitnehmer im Jahr 24 = 6 Tagewoche, bzw. 20 = 5 Tagewoche Urlaubstage zu.
Nur wenn in der Woche weniger als 5, resp. 6 Tage garbeitet wird, ergiebt sich eine andere Rechnung.
Bei einer 5 Tagewoche erhält der Teilzeitarbeitnehmer genauso viel Urlaub wie sein Vollzeitkollege.
Womit das Argument der, wegen der Teilzeit, nicht ausreichenden Urlaubstage hinfällig wäre. b.m.

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