Ehevertrag - Überfragt

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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windalf
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Re: Ehevertrag - Überfragt

Beitrag von windalf » 17.01.18, 12:43

Dafür muss zunächst einmal die staatliche Alimentierung wegfallen - dann reden wir über den sich selbst regulierenden Arbeitsmarkt.
Dir ist klar was passieren würde wenn die wegfällt. Das geht preislich nicht zu Gunsten der Arbeitnehmer aus...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

zimtrecht
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Re: Ehevertrag - Überfragt

Beitrag von zimtrecht » 17.01.18, 15:58

Doch - denn sie könnten das gleiche Geld auch ohne Arbeit erhalten (Aufstockung dient ja nur der Grundsicherung - wer also unterhalb der Grundsicherung verdient, kann aufstocken). Das würde dann also wirklich niemand mehr machen.

windalf
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Re: Ehevertrag - Überfragt

Beitrag von windalf » 17.01.18, 16:06

Doch - denn sie könnten das gleiche Geld auch ohne Arbeit erhalten
Wenn die staatliche Alimentierung wegfällt dann gibt es auch kein Hartz IV und keien Grundsicherung. Dann hätte man wirklich Markt. Die staatliche Alimentierung (da gebe ich dir Recht) verhindert erst einen echten Markt
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Oktavia
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Re: Ehevertrag - Überfragt

Beitrag von Oktavia » 17.01.18, 21:26

[quote="windalf"]An welcher Stelle widerspricht sich das? Es gibt einen aktuellen Preis und es gibt aktuell keinen Grund den zu erhöhen, weil sich noch genug finden die das zu diesem Preis machen wollen. Wenn sich weniger finden sollten, dann erhöht man entweder den Preis oder aber Angebot und Nachfrage kommen da halt nicht zusammen (und es gibt diese Leistungen dann halt nur in einem geringern Umfang).Da diese Leistungen eher eine niedrige Qualifikation benötigen, wird der Preis da wohl eher weniger stark steigen. Egal wie vermeintlich wichtig/unwichtig diese Leistung nun ist.[quote]

Es finden sich ja aktuell eben nicht mehr genug Menschen die den Job machen wollen. Daher werden die dies noch gibt und die auch nicht mal so schnell (im höheren Alter) was anderes machen können ausgequetscht bis zum geht nicht mehr. Die können sich leider noch nicht massiv wehren.
Konsequenzen können wir alle schon wahrnehmen. Liegezeiten im KKH sinken massiv, dafür steigen Infektionen. Die Versorgung auf vielen Stationen ist nicht mehr sicher gestellt. Das bedeutet, dass Menschen nicht mehr gewaschen werden, es dazu kommt dass Medikamente zu spät gegeben werden und auch die Versorgung mit Essen und Trinken nicht wie erforderlich stattfinden kann. Verletzungen durch unterlassenes drehen der Patienten sind in der Altenpflege mittlerweile normal.

Die "Sozialen Berufe" sind nun auch keine in denen eine geringe Qualifikation gefordert ist. Erzieherinnen machen eine bis zu 4,5 Jährige schulische Ausbildung, Krankenpflegerinnen machen eine min. 3 Jährige Ausbildung und nehmen häufig an medizinischen Fortbildungen teil. Auch in anderen PFlegeberufen gibt es eine 3 Jährige schulische Ausbildung.
Der einzige Grund warum Kräfte in der Pflege so schlecht bezahlt sind ist die Historie. Früher arbeiteten Frauen in der Krankenpflege für Gotteslohn oder waren Angehörige. Mit Fortschritt bei der Industrialisierung brauchte man die Frauen als Arbeitskräfte in den Fabriken. Irgendwann fingen auch die Bürgertöchter an richtig zu arbeiten. Da musste man die Frauen notgedrungen bezahlen. Arbeit von Frauen war damals nix wert und heut ist es so viel besser nicht.
"Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft."
George Bernard Shaw

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windalf
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Re: Ehevertrag - Überfragt

Beitrag von windalf » 18.01.18, 08:18

Arbeit von Frauen war damals nix wert und heut ist es so viel besser nicht.
Kürzen wir es doch wie folgt ab bevor wir einen Streit über vermeintlich hohe Qualifikation führen die man sich da in den 4,5 Jahren geistiger Höhenflüge aneignet. Ich kenne diverse gut bezahlte Frauen. Es ist eine Frage der Entscheidung welchen Job man macht und diese Entscheidung trifft jeder selbst.

Aus welchem Grund auch immer schlecht bezahlt wird im Gegensatz zu früher kann heute jede Frau selbst die Entscheidung treffen in welchen Bereich die Arbeiten möchte (und ist dann auch selbst dafür verantwortlich wenn SIe den Bereich gewählt hat in dem schlecht bezahlt wird)

Die größten Treiber für den Gender-Gap sind heutzutage eigentlich nur noch die Entscheidung für Art des Jobs und die Entscheidung für Teilzeit und die Entscheidung nach der Geburt nicht schnell wieder arbeiten gehen zu wollen. Das sind aber alles Entscheidungen die Geschlechtsunabhängig getroffen werden können.

Den Teil mit "die Frau kann ja schwanger werden" wird man nie ganz weg bekommen aber das ist mittlerweile überhaupt nicht mehr Hauptgrund einer ungleichen Bezahlung. Frauen können wenn die wollen vom Prinzip her locker genauso viel verdienen wie Männer. Und dank Quoten und diverser Frauen die das gar nicht wollen ist es für eine Frau die sich dafür entscheidet aktuell extrem leicht eine solche Stelle zu bekommen, wenn du nur ein bisschen Grips mitbringt. Das würde sich natürlich ändern, wenn mehr Frauen um diese Stellen konkurieren wollten...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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