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Aufenthaltsbestimmungsrecht

Verfasst: 18.03.18, 08:45
von Sisaak
Sehr geehrte Damen und Herren,
Folgende Situation:
Ehegatte Deutsch, Ehefrau Algerisch, inzwischen mit deutsche Staatsangehörigkeit, verheiratet seit 2012. 1 gemeinsames Kind. 4 Jahre alt, hat beide Staatsangehörigkeiten. Gemeinsames Haus der Eheleute.
Nun ist die Ehe gescheitert. Beide leben getrennt voneinander im gleichen Haushalt. Ehefrau will mit dem gemeinsamen Kind etwa 5 Autostunden weit weg ziehen, ohne die Zustimmung des Kindsvaters.
Beide haben das Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Nach Androhung der Ehefrau, das gemeinsame Kind ins Ausland zu verbringen, sollte der Ehemann sich den Umzugsplänen entgegen stellen, stellt der Ehemann einen Antrag auf alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht, was der Ehefrau natürlich nicht gefällt. Sie zieht mit dem Kind aus und taucht unter. Scheinbar kommt sie unter Angabe falscher Tatsachen im Frauenhaus unter, wodurch dem Kindsvater jeglicher Kontakt zum Kind unmöglich ist.
Der Vater ist Vollzeit berufstätig, Mutter Hausfrau.
Bei Auszug der Ehefrau würde die Großmutter des Kindes, zu dem ein vertrauensvolles Verhältnis besteht, im Haus einziehe, um eine lückenlose Betreuung des Kindes zu gewährleisten.
Zudem stimmt der Kindsvater einen Umzug der Mutter mit dem Kind in einer angemessenen Entfernung zu.
Grund für den Umzugsplan in eine große Entfernung ist weder Arbeit noch eine neue Beziehung. Eine Schwester der Ehefrau wohnt im europäischen Ausland, etwa 9 Autostunden vom bisherigen Wohnort entfernt. Der neue Wohnort wäre also noch im Inland, aber maximal entfernt vom Kindsvater.

Wie ist nun die Rechtslage?
Hat der Vater zu befürchten, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht der Mutter zugesprochen wird?

Re: Aufenthaltsbestimmungsrecht

Verfasst: 18.03.18, 10:23
von Hertha1892
Da kann man nur die Glaskugel befragen.

Für den Vater spricht, dass bei Übertragung des ABR auf die Mutter die Gefahr droht, dass sie das Kind ins Ausland bringt.

Für die Mutter spricht:
- kontinuierliche 4jährige Hauptbetreuung und damit unterstellt die engere Bindung
- Vater kann das Kind nicht selbst, sondern nur durch Dritte betreuuen

Meine Vermutung: ohne Einigung wird das ABR der Mutter übertragen. Der Vater hat sich in die klassische Rollenmodellfalle gebracht und ist gar nicht in der Lage, das Kind adäquat selbst zu versorgen. Dir Bindungsabbrüche wären für eine 4jährige viel zu heftig und so würde eine Trennung von der Mutter vermutlich als gravierender betrachtet werden als die Trennung vom Vater.

Mein Rat: wenn der Vater am Antrag festhält, sollte er seinen Lebensentwurf auf den Kopf stellen, sprich Job runter fahren, selbst Betreuung leisten, Kita und Oma als Hilfe, aber nicht nur zum Gute Nacht wünschen ins Kinderzimmer winken.

Grüße Hertha1892

Re: Aufenthaltsbestimmungsrecht

Verfasst: 19.03.18, 16:32
von Sisaak
Das Kind ist seit längerer Zeit im Kindergarten, betreut werden würde das Kind von der Großmutter lediglich 1 Stunde vor und 2 Stunden nach dem Kiga. Zudem gibt es noch einen von der Polizei vereitelten Versuch, das Kind gegen den Willen des Vaters ins Ausland zu verbringen.
Die Kindsmutter hat zudem, unter Zeugen damit gedroht, sollte der Vater einem Umzug in erhebliche Entfernung nicht zustimmen, sich und das Kind absichtlich zu verunfallen.

Können sich diese Tatsachen zugunsten des Kindsvater auswirken?

Re: Aufenthaltsbestimmungsrecht

Verfasst: 27.03.18, 15:46
von Snowflake
Guten Tag,

Kontakt zum Kind ist auch möglich, wenn die Mutter sich samt Kind im Frauenhaus befindet, indem z.B. das zuständige Amtsgericht eine Form der begleiteten Übergabe beschließt - Mutter bringt Kind zum örtlichen Jugendamt, Vater holt es dort ab; Umgangspflegschaft, die das Kind am Frauenhaus abholt und zum Vater bringt - und sollte zügig wiederhergestellt werden, sonst kommt zu den sonstigen Rahmenbedingungen im schlechtesten Fall noch eine Entfremdung vom Vater.

BG
Flocke