Immobilie in Zugewinn zu berücksichtigen?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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derblacky
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Immobilie in Zugewinn zu berücksichtigen?

Beitrag von derblacky » 10.04.18, 08:10

Hallo zusammen,
angenommen:
Ein Partner bringt in eine Ehe eine Immobilie mit ein. Nach Jahren kommt es zur Trennung und der andere Partner verlangt im Rahmen des Zugewinnausgleichs den Wertzuwachs (gesteigerter Verkehrswert bzw. Werterhöhung durch abgezahlten Kredit).
-Was sieht in einem solchen Fall die Rechtslage aus?
-Falls ein Anspruch besteht, muss ein Gutachter zur Bestimmung des aktuellen Verkehrswertes herangezogen werden?

Nebenfrage: Gleichzeitig möchte der Partner eine Inventurliste über die akutellen Vermögenswerte. Muss hier jeder "silberne Löffel" aufgelistet werden oder kann man Bagatellgrenzen ziehen? (ob die geerbten Möbel und Sachen in der Scheune nun antik-wertvoll, idell-wertvoll oder eigentlich nur was für die Müllabfuhr ist, kann laienhaft auch nur geschätzt werden, oder?)

Danke für die Antworten.

Old Piper
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Re: Immobilie in Zugewinn zu berücksichtigen?

Beitrag von Old Piper » 10.04.18, 10:56

Hallo derblacky,
derblacky hat geschrieben:-Was sieht in einem solchen Fall die Rechtslage aus?
Wenn nichts anderes vereinbart war, besteht eine Zugewinngemeinschaft. D.h. der Wertzuwachs ist im Rahmen des Zugewinnausgleichs ggf. auszugleichen. Allerdings ist dies nicht auf die Immobilie beschränkt, d.h. der andere Partner muss ggf. ebenfalls "die Hosen runterlassen".
derblacky hat geschrieben:-Falls ein Anspruch besteht, muss ein Gutachter zur Bestimmung des aktuellen Verkehrswertes herangezogen werden?
Wenn man sich nicht einvernehmlich auf einen aktuellen Verkehrswert einigen kann, dann muss den halt ein Gutachter ermitteln. Die Kosten hierfür tragen beide zu gleichen Teilen.
derblacky hat geschrieben:Nebenfrage: Gleichzeitig möchte der Partner eine Inventurliste über die akutellen Vermögenswerte. Muss hier jeder "silberne Löffel" aufgelistet werden oder kann man Bagatellgrenzen ziehen? (ob die geerbten Möbel und Sachen in der Scheune nun antik-wertvoll, idell-wertvoll oder eigentlich nur was für die Müllabfuhr ist, kann laienhaft auch nur geschätzt werden, oder?)
Ob es eine Bagatellgrenze gibt, weiß ich nicht, vermute es aber. Auch hier gilt: Alles, worauf man sich einvernehmlich einigen kann, verursacht keine zusätzlichen Kosten.
Der Wert von Erbschaften wird übrigens dem Anfangsvermögen zugerechnet. Auszugleichen wäre auch hier nur ein evtl. Wertzuwachs.
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

hambre
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Re: Immobilie in Zugewinn zu berücksichtigen?

Beitrag von hambre » 10.04.18, 14:43

Was sieht in einem solchen Fall die Rechtslage aus?
Der Wert der Immobilie zu Zeitpunkt der Hochzeit wird um die Inflationsrate korrigiert. Nur eine dann noch verbleibende echte Wertsteigerung geht in den Zugewinn ein. Die Tilgung des Darlehens geht ebenfalls in den Zugewinn ein.

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